Martyn Pig

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

Martyn Pig ist ein Thriller des englischen Autors Kevin Brooks, der am 1. April 2002 erschien und sich vor allem an Jugendliche richtet. Das Buch gewann diverse Literaturpreise, unter anderem auch 2003 den Branford Boase Award.

Gliederung[Bearbeiten]

Der Roman gliedert sich in neun Kapitel, davon beschreiben sieben die volle Woche (die Woche vor Weihnachten), die Martyn erlebt, von Mittwoch bis Dienstag. Es folgt der erste Weihnachtsfeiertag als anschließendes Kapitel und zuletzt der Epilog, der noch intensiv an der Handlungsauflösung beteiligt ist. Er ist in der Ich-Perspektive geschrieben.

Inhaltszusammenfassung[Bearbeiten]

Die Handlung beginnt eine Woche vor Weihnachten. Der 14-jährige Martyn Pig lebt alleine bei seinem Vater, einem starken Alkoholiker namens William Pig. Nach einem häuslichen Unfall kommt sein Vater ums Leben, jedoch ruft Martyn weder die Polizei noch den Notruf, da er meint, er könnte des Mordes verdächtigt werden. Stattdessen beichtet er den Vorfall seiner Freundin Alex, die versucht ihn dazu zu bringen, die Polizei zu verständigen, was Martyn ablehnt. Es wird klar, dass der Vater kurz vor seinem Tod 30.000 Pfund geerbt hatte, die Martyn aber nur dann bekommen würde, wenn es ihm gelänge, den Schein aufrechtzuerhalten, dass sein Vater noch am Leben sei. So beseitigen die beiden die Leiche in einer Kiesgrube. Jedoch betrügt ihn Alex schließlich und verschwindet mit ihrer Mutter nach Amerika. Zwar wird der Todesfall aufgeklärt und Martyn intensiv verhört, jedoch kommt er am Ende ungeschoren davon. Seine Jugend verbringt er in der Obhut seiner Tante Jean, die sich nun um ihn kümmert.

Kapitelübersicht[Bearbeiten]

Mittwoch[Bearbeiten]

Zu Beginn der Geschichte erfährt der Leser eine Menge über Martyn, seinen ungewöhnlichen Namen und zahlreiche philosophische Themen, die Martyn durchdenkt, auch seine Minderwertigkeitskomplexe werden offengelegt. Die wirkliche Handlung beginnt, als er von seinem angetrunkenen Vater zum Einkaufen der fürs Weihnachtsessen benötigten Lebensmittel geschickt wird. An der Bushaltestelle trifft er seine Freundin Alex, die ebenfalls auf den Bus wartet. Später kommt es daheim beim Fernsehen zum Streit mit seinem betrunkenen Vater. Dieser provoziert Martyn, sodass dieser ihn wütend anschreit. Daraufhin springt der Vater auf und will Martyn verprügeln, verfehlt jedoch sein Ziel und prallt mit der Stirn gegen den steinernen Kaminsims, er geht tot zu Boden. Ratlos bleibt Martyn zurück und ruft keine Hilfe. Später klingelt Alex an der Tür und im Verlauf des Gesprächs erzählt Martyn vom Unfall und zeigt Alex seinen toten Vater. Entsetzt versucht sie Martyn zu überreden, die Polizei zu rufen, jedoch lehnt er das ab, da er befürchtet, des Mordes verdächtigt zu werden. Sie beschließen am nächsten Tag die Situation neu zu bewerten.

Donnerstag bis Dienstag[Bearbeiten]

Am nächsten Tag durchstöbert Martyn die privaten Schubladen seines Vaters und findet dabei einen Brief von einem Anwalt, in dem seinem Vater mitgeteilt wird, dass er 30.000 Pfund von einer Tante geerbt hat. Sein Vater hatte diesen Brief ihm gegenüber bisher nie erwähnt und völlig überrascht überlegt er, wie er das Geld erhalten kann. Dies ist aber nur möglich, wenn er den Schein aufrechterhalten kann, dass sein Vater noch am Leben sei. Alex besucht ihn wieder und sie überlegen sich einen Plan, wie sie an das Geld kommen können. Zuerst wollen sie die Leiche in einer gefluteten Kiesgrube verschwinden lassen. Dazu wollen sie die Leiche zusammen wegschaffen, Alex kann den Transporter ihrer Mutter "ausleihen" und somit den Transport bewerkstelligen. Anschließend wollen sie von der Bank jeweils jeden Tag 250 Pfund abheben, was kein Problem ist, da der Vater seine PIN auf der Karte notiert hatte. Alex verlässt Martyn und am nächsten Tag wollen sie beginnen. Jedoch taucht Alex dann erneut mit ihrem Freund Dean auf. Dieser hat ein Mikrofon in Alex' Rucksack versteckt und hat daher alles über den Tod des Vaters und das Geld erfahren. Nun erpresst er Martyn, der soll das Geld heranschaffen und an ihn abgeben, ansonsten würde er die Polizei informieren. Alex ist völlig aufgelöst, Martyn muss versuchen, das Geld nun binnen einer Woche abzuheben. Die Leiche befindet sich weiterhin im Haus. Da Martyns Tante Jean, William Pigs Schwester, angekündigt hat zu kommen, um die Haushaltsführung des nachlässigen Vaters zu prüfen, müssen Martyn und Alex versuchen, der Leiche mittels Schminktechnik und einigen Tricks wieder "Leben einzuhauchen". Der Körper wird also präpariert und im Bett vorbereitet, es erweckt den Anschein, als wäre der Vater nur schwer erkältet. Zusätzlich nehmen sie das Atemgeräusch eines Kranken auf Band auf und spielen es ab, sodass die Tante denkt, der Vater würde schwer atmen. Aufgrund des schlechten Lichts und der guten Vorbereitung fällt der Tante der Tod nicht auf und sie glaubt, der Vater wäre noch am Leben. Nach einigem hin und her reist die Tante wieder ab. Nun wollen Alex und Martyn die Leiche in einer Kiesgrube entsorgen. Dazu verstauen sie die Leiche in einem Schlafsack und schaffen diesen abends in den Transporter von Alex Mutter. Nachts fahren die beiden dann durch den Wald zu der gefluteten Kiesgrube, was aufgrund des starken Schneefalls so kurz vor Weihnachten nicht einfach ist. Schließlich beschweren sie den Schlafsack mit Steinen und versenken ihn im Wasser, er verschwindet spurlos. Anschließend kehren sie nach der Beseitigung der Leiche unbemerkt zurück. Am nächsten Tag ruht sich Martyn von den Strapazen der letzten Tage aus und bespricht mit Alex das Vorgehen für die nächsten Tage, d.h. wie sie an das Geld kommen wollen und wie man mit der Erpressung durch Dean umgehen soll. Dabei soll Martyn Dean ablenken, während Alex in Deans Wohnung die Bänder mit dem belastendem Material suchen und mitnehmen soll. Dean sucht Martyn auf und verlangt das Geld aus dem Erbe. Martyn, der allein daheim ist, erklärt ruhig, dass er das Geld nicht habe und die Beweislage so verändert habe, dass man Dean für den Mörder halten würde: dafür hat er Haare und Zigarettenkippen von Dean in den Schlafsack gegeben und samt der Leiche versenkt. Bei einer Untersuchung der Leiche würde man mit Sicherheit Dean als Täter überführen. Gleichzeitig stiehlt Alex mithilfe eines Zweitschlüssels die belastenden Bänder aus dessen Wohnung und vernichtet somit sämtliche Beweise, die Martyn und Alex belasten könnten. Dean ist entsetzt und verlässt das Grundstück wieder mit seinem Motorrad. Deans Plan ist nicht aufgegangen und Martyn und Alex können ihren eigenen Plan weiterführen. Später kommt Alex zu Martyn, beide vernichten zusammen die Bänder und Alex muss kurz ins Badezimmer, da sie verschmierte Hände hat. Später stellt sich heraus, dass es sich hierbei um Bremsflüssigkeit handelt und Alex diese an Handtüchern abwischt, die in Martyns Badezimmer bleiben. Alex taucht nicht wie vereinbart bei Martyn auf und später kommen Polizisten zu Martyn und wollen mit ihm reden. Dieser ist schockiert, als er erfährt, dass Dean tot ist. Bei einem Unfall mit seinem Motorrad starb er am Vortag, da ihm die Bremsleitungen sabotiert wurden. Die Polizisten entdecken im Badezimmer die ölverschmierten Handtücher und nehmen Martyn mit auf die Wache, da er nun unter Tatverdacht steht. Langsam wird Martyn bewusst, dass er von Alex betrogen wurde, diese hat die Bremsleitungen sabotiert und Dean so getötet, da er als Zeuge sie vielleicht später belastet hätte. Danach hat sie mit ihrer verkleideten Mutter zusammen das Geld von der Bank abgehoben und das Land verlassen. Das war möglich, da Alex die Bankkarte heimlich Martyn gestohlen hatte. Martyn muss auf der Wache bleiben, später erfährt er von den Polizisten, dass sein Vater tot in der Grube gefunden wurde. Martyn spielt den Überraschten und heuchelt Entsetzen, sodass er nicht verdächtigt wird. Die Polizei hat die Leiche nach einem anonymen Hinweis gefunden, vermutlich von Alex, die inzwischen schon auf dem Weg in die USA ist.

Weihnachtstag[Bearbeiten]

An den folgenden Tagen wird Martyn mehrfach verhört, schließlich kommt er in die Pflege seiner Tante Jean. Die Untersuchungen werden nach einiger Zeit ebenfalls eingestellt, da es keine handfesten Beweise gibt. Dean ist tot und Tante Jean entlastet Martyn, da sie glaubt, dass sie den Vater noch lebend im Bett gesehen hat. Letztlich nimmt es ein gutes Ende für Martyn und er kommt ohne Strafe davon.

Epilog[Bearbeiten]

Während der Zeit, in der Martyn bei seiner Tante lebt, erhält er einen Brief von Alex, die mit ihrer Mutter zusammen mithilfe des Geldes das Fundament für ein neues Leben in den USA geschaffen und mittlerweile eine vielversprechende Schauspielerkarriere begonnen hat. In dem Brief spielt sie auf Martyns philosophische Auslegung über "Gut" und "Böse" an, welche besagt, dass etwas nur dann "böse" ist, wenn man selbst es dafür hält, egal was Außenstehende dazu denken. Sie schreibt, dass sie diese Theorie nach all dem Geschehenen endlich nachvollziehen kann. Es bleibt unklar, ob der Kontakt zwischen Martyn und Alex nach Ankunft des Briefs weiter besteht.

Ausgaben[Bearbeiten]

Englisch:

Deutsch:

Weblinks[Bearbeiten]