Marx-Engels-Forum

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Blick auf das Marx-Engels-Forum 2005. Rechts hinten der Berliner Dom, links der inzwischen abgerissene Palast der Republik.
Urbane Bebauungssituation 1891 auf dem heutigen Areal des Forums (früheres Marienviertel), mit 1951 abgerissenem Stadtschloss im Hintergrund
Ähnliche Stadtansicht 1987 mit dem Palast der Republik an Stelle des Stadtschlosses

Das Marx-Engels-Forum ist eine in den 1980er Jahren errichtete Denkmalanlage in Berlin-Mitte. Es liegt im Bereich des mittelalterlichen Stadtkerns Berlins zwischen der Spandauer Straße und der Spree, nahe dem Roten Rathaus.

Entstehung[Bearbeiten]

Vor dem Zweiten Weltkrieg war das Gebiet des heutigen Marx-Engels-Forums durch Wohn- und Geschäftshausbebauung geprägt, die im Krieg größtenteils durch Luftangriffe zerstört und nach 1945 abgetragen worden waren. Für die Umgestaltung des Geländes zu einer Parkanlage wurden die noch erhaltenen Gebäude in den 1970er Jahren abgerissen.

Nach langer Vorbereitungszeit und nachdem staatliche Stellen der DDR wie führende Funktionäre der SED mehrfach in die Entwurfsarbeiten eingegriffen hatten, wurde die jetzige Anlage innerhalb der gleichzeitig neugestalteten Parkanlage am 4. April 1986 eingeweiht. Sie entstand nach Plänen des Bildhauers Ludwig Engelhardt, der seit 1977 künstlerischer Leiter des Projekts war.

Gestaltung[Bearbeiten]

Auf einer runden, gepflasterten Freifläche sind verschiedene Kunstobjekte platziert.

Den hohen Anspruch konterte der Volksmund mit einer Parodie der sozialistischen Helden Sacco und Vanzetti durch die Bezeichnung Sakko und Jacketti.[1]

Diskussion und Zukunft[Bearbeiten]

Nach der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 wurde das Marx-Engels-Forum Gegenstand kontroverser Diskussionen, ähnlich wie der nahegelegene Palast der Republik. 1991 wurde der Name Marx-Engels-Forum der benachbarten Straße durch die Bezirksverordnetenversammlung Mitte aufgehoben und die Straße wieder in die 1951 benannte Rathausstraße einbezogen.

Die einen sehen in dem Platz das anachronistische Relikt einer überwundenen Epoche und wünschen eine Integration der vorhandenen Denkmalgruppe in eine Neubebauung des Heiliggeistviertels. Andere wollen die Anlage erhalten, wie sie ist – als bemerkenswertes Gesamtkunstwerk, als interessantes Zeugnis der neueren deutschen Geschichte. Inzwischen bezeugen die blankgewetzten Knie und Hände des sitzenden Karl Marx, dass die Figurengruppe jedenfalls als Fotokulisse von Touristen aus aller Welt als Kuriosum empfunden wird.

Wegen des Weiterbaus der U-Bahn-Linie U5 bis zum Brandenburger Tor wurde das Gelände im September 2010 geräumt und das Denkmal am 27. September 2010 an die Seite der Grünfläche zur Karl-Liebknecht-Brücke hin versetzt. An der neuen Position richtet sich der Blick der beiden Figuren nach Westen, statt vorher nach Osten.[2] Der runde Platz der Denkmalanlage wurde durch die Bauarbeiten zerstört.

Zur Geschichte des Forums produzierte der Maler und Dokumentarfilmregisseur Jürgen Böttcher 2001 den Film Konzert im Freien.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Marx-Engels-Forum – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ vom 9. Februar 1987 aus der DDR
  2. Marx und Engels am Haken. In: Nordkurier, 27. September 2010.

52.51833333333313.404166666667Koordinaten: 52° 31′ 6″ N, 13° 24′ 15″ O