Marx-Engels-Werke

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"Das Kapital" in der MEW-Ausgabe, 1973.

Die Abkürzung MEW steht für Marx-Engels-Werke, eine Sammlung der Werke von Karl Marx und Friedrich Engels, auch bekannt als Blaue Bände. Es handelt sich dabei um 43 Bände (in 45 Büchern), die von 1956 bis 1990 vom Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Bde. 1-42) bzw. vom Institut für Geschichte der Arbeiterbewegung (Bd. 43) im Dietz Verlag, Berlin (Ost)/DDR herausgegeben wurden und seit 1989 von der Rosa-Luxemburg-Stiftung Gesellschaftsanalyse und Politische Bildung e.V. weiterhin im Dietz Verlag Berlin herausgegeben werden.

  • Bde. 1-22: Schriften und Artikel
  • Bde. 23-26.3: „Das Kapital I-III“, „Theorien über den Mehrwert
  • Bde. 27-39: Briefe
  • Bde. 40-43: Ergänzungsbände (Band 40 und 41 früher als Ergänzungsband 1 und 2 bekannt)
  • Ferner 2 Verzeichnisbände und 1 Sachregisterband für die Bde. 1-39 (Dietz, Berlin und in ähnlicher Aufmachung, Pahl-Rugenstein, Köln).

Besonderheiten: Bd. 42 ("Grundrisse") ist in einer anderen Schriftart gesetzt als die übrigen Bände. Bd. 43 ("Ökonomisches Manuskript 1861-1863", Teil I) erschien noch 1990, ist nur etwa halb so stark wie die anderen Bände und sollte in einem zweiten Buch (Bd. 44, Teil II) fortgesetzt werden. Das Ende der DDR verhinderte dies. Die Bänder 5, 8, 32, der Sachregisterband und der Verzeichnisband 1 sind derzeit vergriffen, an der Herausgabe von Band 44 und eines Supplement-Bandes zu 23 wird gearbeitet[1].

Oft werden die Marx-Engels-Werke als Quelle angegeben. Häufig wird die Quellenangabe folgendermaßen geschrieben: „Marx, MEW 25, 397“. Zuerst wird angegeben, ob es sich um eine Schrift von Marx oder von Engels handelt, dann der Band und schließlich die Seitenangabe.

Ein ähnliches, neueres Projekt ist die Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA), die seit Mitte der 1970er veröffentlicht wird. Sie wird als „die vollständige, historisch-kritische Edition der Veröffentlichungen, der Handschriften und des Briefwechsels von Karl Marx und Friedrich Engels“ bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Kritik

Seitens der Philosophiegeschichte und innerhalb des Marxismus selbst ist die MEW nicht unumstritten. Dies ist den Umständen geschuldet, unter welchen sie entstand: in den 1960er Jahren entstanden in den Staaten des Warschauer Paktes einheitliche, in Landessprache erscheinende Nachempfindungen der vom Institut für Marxismus-Leninismus bei ZK der KPdSU besorgten zweiten russischen Ausgabe der Werke von Marx und Engels.[2] – Sowohl die Auswahl der Texte, als auch die Vorworte sowie das System der Anmerkungen und Register wurden hierbei von der russischen Vorlage übernommen; im Falle aller Länder außer der deutschsprachigen DDR wurde sogar der Text selbst vom Russischen in die Landessprache übersetzt.

Die benannten Vorworte, Anmerkungen und Registereinträge geben hierbei subjektiv-wertend Standpunkte und/oder Textinterpretationen seitens der KPdSU wieder.[3] Insofern werden der MEW von Kritikern Kanonisierung und Dogmatisierung vorgeworfen, welche dem Zwecke dienten, den Leser zu der Auffassung, dass der Marxismus-Leninismus die einzig korrekte Marx-Interpretation sei (vgl. Indoktrination), hinzuführen und anders geartete Auslegungen desselben auszumerzen.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. http://www.marxforschung.de/mew.htm
  2. „Die deutsche Ausgabe der Werke von Marx und Engels fußt auf der vom Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der KPdSU besorgten zweiten russischen Ausgabe.“ - MEW Bde. 1-45, Vakatseite
  3. vgl. hierzu insbesondere Einträge im Personenverzeichnis über politische Gegner W.I. Lenins, z.B. Kautsky, Karl (1854-1938) Schriftsteller, Redakteur, entwickelte sich Ende der siebziger Jahre vom Vulgärsozialisten zum Marxisten; 1883-1917 Redakteur der 'Neuen Zeit', des theoretischen Organs der Sozialdemokratischen Partei; entwickelte sich in den neunziger Jahren zum Theoretiker der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands und der II. Internationale, trug zunächst viel zur Verbreitung des Marxismus bei, wurde später, besonders ab 1910, Wortführer des Zentrismus, verriet während des ersten Weltkriegs den Marxismus und wurde zum Gegner der revolutionären Arbeiterbewegung.“ - MEW Bd. 39, S. 665

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Literatur

  • Die Marx-Engels-Werkausgaben in der UdSSR und DDR (1945–1968). Hrsg. von Carl-Erich Vollgraf, Richard Sperl und Rolf Hecker. Argument Verlag, Hamburg 2006. ISBN 3-88619-691-7
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