Mary Edwards Walker

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Mary Edwards Walker (* 26. November 1832 in Oswego (New York); † 21. Februar 1919 ebenda) war eine US-amerikanische Feministin und Ärztin und bisher einzige Frau, die mit der Medal of Honor ausgezeichnet wurde.

Mary Edwards Walker, mit Medal of Honor, in den 1860er Jahren

Leben[Bearbeiten]

Walker wuchs als Tochter eines Arztes mit fünf älteren Schwestern und einem jüngeren Bruder auf einer Farm auf und studierte ab 1853 Medizin am Central Medical College in Syracuse (New York) mit dem M. D. Abschluss in Medizin 1855 (als einzige Frau in ihrer Abschlussklasse und zweite Frau mit M.D.-Abschluss in den USA nach Elizabeth Blackwell in Geneva (New York)). Sie heiratete 1856 ihren Studienkollegen Albert Miller (behielt aber ihren eigenem Namen als Teil des Doppelnamens) und beide eröffneten eine Gemeinschaftspraxis in Rome (New York), die aber nicht gut lief und sie besuchte kurze Zeit wieder ein College (Bowen Collegiate Institute), musste aber gehen, da sie den vorher rein männlichen Debattierclub der Studenten nicht verlassen wollte. Von ihrem Mann hatte sie sich bereits 1859 getrennt, warf ihn nach Vorwürfen der Untreue aus dem Haus und erreichte später die Scheidung. Beim Beginn des US-Bürgerkriegs meldete sie sich freiwillig als Zivilistin in der Unionsarmee und diente als Sanitäterin bzw. Krankenschwester in Hospitälern im Bereich Washington D. C. (Ärztinnen wurden damals offiziell nicht in der Armee zugelassen) und nahm später die Aufgaben einer Chirurgin an der Front wahr. Unter anderem in der Ersten Schlacht von Bull Run, der Schlacht von Fredericksburg, der Schlacht von Chattanooga und der Schlacht von Chickamauga. Erst 1863 erhielt sie eine offizielle Position als Chirurgin in der Army of the Cumberland, als erste Chirurgin in der US Army, allerdings als zivile Vertragsärztin. Dabei wechselte sie auch häufig die Frontlinie, um Zivilisten zu versorgen. Als sie als Assistenz-Chirurgin in der 52. Ohio-Infanterie diente, wurde sie im April 1864 von einer konföderierten Patrouille verhaftet. Sie war in Richmond inhaftiert und kam im August durch Austausch gegen einen konföderierten Offizier wieder frei. Sie setzte ihren Dienst als Armeeärztin im Atlanta-Feldzug fort und beaufsichtigte auch ein Frauengefängnis und Waisenheim.

Nach dem Krieg war sie als Schriftstellerin und mit Vorträgen aktiv. 1866 hielt sie erfolgreich Vorträge auf einer Tour durch Frankreich und England und 1868 war sie mit geringerem Erfolg als in Europa auf Vortragstour in den USA. Sie war Teil der Suffragettenbewegung und setzte sich insbesondere für das Recht auf das Tragen männlicher Kleidung für Frauen ein. Das war damals verboten und sie wurde mehrfach wegen Verstoßes dagegen verhaftet - beispielsweise trug sie gern Zylinderhüte und wie andere Feministinnen zunächst eine Kleid-Hosen-Kombination bekannt als das Bloomer-Kostüm, ab Ende der 1870er Jahren aber auch Herrenkleidung. Dieses Engagement und andere Dissenzen isolierten sie aber in der Suffragettenbewegung, zum Beispiel war sie in der Frage des Frauenwahlrechts gegen einen Verfassungszusatz. Weiter engagierte sie sich gegen Tabak und Alkohol und veröffentlichte mehrere Bücher, darunter ein halb-autobiografisches Buch.

Im November 1865 erhielt sie die höchste militärische Auszeichnung der USA von Präsident Andrew Johnson, die Medal of Honor auf Vorschlag der Generäle William Tecumseh Sherman und George Henry Thomas. 1917 wurde ihr mit über 900 anderen zwar die Medaille im Rahmen einer allgemeinen Revision der Verleihung wieder entzogen (darunter Buffalo Bill Cody), sie weigerte sich aber diese zurückzugeben und erhielt sie 1977 wieder postum von Jimmy Carter verliehen.

Eine 20-Cent-Briefmarke der US Post trug ihr Bild.

Schriften[Bearbeiten]

  • Hit, 1871
  • Unmasked, the science of immorality 1878
  • Crowning constitutional argument 1907

Weblinks[Bearbeiten]