Mary Morris

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Frederick Hollyer: Mary Morris, 1887

Mary Morris (* 25. März 1862 in Bexley, London; † 17. Oktober 1938 in Kelmscott Manor, Oxfordshire) war eine britische Unternehmerin und Produktdesignerin für Bunt- und Weißstickerei.

Leben[Bearbeiten]

Mary, genannt May, war die jüngere Tochter des Architekten und Maler William Morris (1834–1896) und seiner Ehefrau Jane Burden (1839–1914). Morris scheint ein Interesse am Kunsthandwerk seiner beiden Töchter ermutigt zu haben. Im Alter von sieben und acht Jahren lernten sie Sticken von ihrer Mutter Janey und deren Schwester Elizabeth (Bessie). May erinnerte sich an spannende Besuche in den Werkstätten ihres Vaters, vor allem genoss sie die Glasmalereien und das "Geheimnis des Brennofen-Hauses." (Kiln House)

Nachdem die Familie das Red House, in Upton, Bexleyheath aufgeben musste, zogen sie nach London und wohnten von 1865 bis 1872 Queen Square, Bloomsbury. [1] Die Firma ihres Vater und sein Büro richtete er am Red Lion Square No. 26 ein, wo sich hinter dem Haus die Werkstätten befanden. Von Kindheit an war sie und ihre ältere Schwester Jane Alice (Jenny) eng befreundet mit den Kindern von Georgie und Edward Burne-Jones. Zusammen mit ihrer Schwester besuchte sie die Notting Hill High School in Norland Square, Notting Hill. [2] Ab 1871 verbrachten sie die Sommerferien in Kelmscott, das Haus, das für sie und ihren Vater eine Quelle der Inspiration war.

May studierte textile Kunst an der South Kensington School of Design von 1880 bis 1883. [3] Im Jahr 1885 - im Alter von 23 Jahren - übernahm May die Leitung der Stickerei-Abteilung der Firma Morris & Co.. Sie hatte bereits einige Stickereien für die Firma entworfen und von diesem Zeitpunkt wurden alle neuen Entwürfe von ihr und Morris Assistent, John Henry Dearle, durchgeführt. Dearle wurde schließlich die Art Director des Unternehmens.

1886 verliebte sich Mary in Henry Halliday Sparling, den Sekretär der Sozialistischen Liga von Hammersmith. Trotz der Sorge ihrer Mutter wegen seiner bäuerlichen Herkunft heirateten sie am 14. Juni 1890 im Standesamt von Fulham. Sparling wurde bei der Kelmscott Druckerei angestellt und sie mieteten ein Haus in der Hammersmith Terrace 8, nicht weit entfernt vom Kelmscott House ihrer Eltern. Sie war eine hoch qualifizierte Stickerin und arbeitete an den größeren Aufträgen für die Firma wie Portieren, Wandbehänge und Altartücher. Sie scheint eine freundliche Arbeitgeberin gewesen zu sein. Als sie nach der Hochzeit ihr eigenes Haus bezog, kamen die Stickerinnen (zwei Schwestern des Dichters William Butler Yeats waren darunter) dorthin und arbeiteten in ihrem Salon, und ihr Vater besuchte sie jeden Morgen, um sich nach dem Fortschritt der Arbeiten zu erkundigen.

Als Mary ihre frühere Liebesbeziehung zu George Bernard Shaw wieder aufnahm und mit diesem zum International Socialist Workers' Congress nach Zürich reiste, trennten sich ihre Wege. 1898 wurden sie geschieden und Mary nahm wieder ihren Geburtsnamen an.

Von 1899 bis 1908 gab sie Unterricht in Sticken sowohl an der Central School of Arts & Crafts und der School of Art Needlework (heute Royal School of Needlework). Sie war auch eine bedeutende Schmuck-Designerin und stellte regelmäßig in der Arts and Crafts Exhibition Society aus.[4]

Weil Frauen in der Art-Workers 'Guild (Gilde der Kunsthandwerker) nicht zugelassen waren, gründete sie 1907 die Women's Guild of Arts und blieb deren Präsidentin bis 1935.

Zusammen mit ihrem Vater und ihrem Ehemann gehörten sie zu den ersten britischen Sozialisten. Sie legten gemeinsam mit Eleanor Marx und Friedrich Engels die Grundlage zur sozialistischen Bewegung.

Nach dem Tod ihres Vaters veröffentlichte sie seine Romane und Dichtungen in 24 Bänden, die jeweils mit 1.050 Bücher limitiert waren, von denen jeweils 1.000 für den Verkauf bestimmt waren.

1910 reiste May in Begleitung von Mary Lobb nach Amerika und Kanada, wo sie auch Vorträge hielt.

1913 - ein Jahr vor ihrem Tod - kaufte ihre Mutter Jane Kelmscott Manor für ihre Töchter für £4000. Bis dato hatten das Haus gemietet.

Sie stellte auf der Weltausstellung in Gent (1913) und der Exposition d'Arts Décoratifs in Paris (1914) ihre Arbeiten aus.

Während des Krieges half May in Kelmscott bei der Feldarbeit und unterhielt eine Suppenküche im Dorf.

Emery Walker schrieb am 19. Februar 1930 an May Morris, dass er noch einmal die Photos, die John Parsons 1865 für Rossetti von ihrer Mutter gemacht hat, fotografiert habe, um sie zu erhalten. Am 1. Dezember 1933 schrieb Gordon Bottomly an May Morris, dass er ein Photobuch erstellt habe. Er weist auch auf die Probleme hin, die ihm der Film, der ein kostbares Dokument sei, bereitet und viel Arbeit gekostet habe, um ihn zu erhalten. Album of Portraits of Mrs. William Morris (Jane Burden) Posed by Rossetti, 1865. Bearbeitet von Gordon Bottomly. Zusammengestellt 1933

John Quinn[Bearbeiten]

Nach fast 75 Jahren fand man in der John Quinn (1870 - 1924) Memorial Collection der New York Public Library den Briefwechsel zwischen dem amerikanischen Rechtsanwalt und Sammler von Manuskripten John Quinn, in den sich May Morris während ihrer Amerika-Reise 1909 verliebt hatte. Nachdem May 1910 zurück nach England gekehrt war, verlor Quinn bald das romanische Interesse. Er führte die Korrespondenz bis 1917 fort, weil er ernsthaft an Mays Arbeit interessiert war und ihre Bemühungen unterstützen wollte. Aber für eine Heirat gab es keine Chance. Obwohl er mehrere Geliebte im Laufe seines Lebens gehabt hatte, vermied Quinn Verpflichtungen und blieb ein überzeugter Junggeselle.

Mary Frances Vivian Lobb[Bearbeiten]

Miss Lobb fuhr einen Trecker auf einem Bauernhof in der Nähe von Kelmscott Manor, bevor sie in das Haus zog. Ursprünglich hatte May sie als Gärtnerin eingestellt, die im Haus wohnte, aber mit der Zeit wurde sie Mays Langzeit-Freundin, die bis Mays Tod 1938 mit ihr in Kelmscott Manor lebte - trotz der Gerüchte im Dorf bezüglich ihrer engen Verbindung.

May Morris Vermächtsnis[Bearbeiten]

May bleibendes Vermächtsnis an das Dorf Kelmscott war der Bau eines Dorfgemeinschaftshauses. Sie hatte die Idee schon lange bevor es realisiert wurde. Ihr Freunde, der Architekt Ernest Gimsom[5], zeichnete die Pläne – er verstarb jedoch 1919. Das Haus wurde erst 1939 gebaut und die Eröffnung war er großes Ereignis. George Bernard Shaw eröffnete das Haus und Ramsey MacDonald, der Premierminister, kam so spät, so dass er nur mit Mühe durch das Gedränge in das Gebäude konnte. [6]

May Morris wurde nahe ihrer Familie in Kelmscott bei der St George's Kirche beigesetzt.

Quellenangabe[Bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

This edition is in twenty-four volumes and is limited to one thousand and fifty copies, of which one thousand only are for sale. This is copy No. 529.

Literatur[Bearbeiten]

  • Frank P. Brown: South Kensington & its art training. Publisher: Longmans, Greene & Co., London 1912
  • Jan Marsh: Jane and May Morris: A Biographical Story, 1839-1938, Pandora Pr (1986) ISBN 0-86358-113-7
  • Gay Daly: Pre-Raphaelites in Love, Ticknor & Fields (1989) ISBN 0-89919-450-8
  • Pamela Todd: Pre-Raphaelites at Home, Watson-Guptill Publications (2001) ISBN 0-8230-4285-5
  • Linda Parry: May Morris, embroidery, and Kelmscott, William Morris: art and Kelmscott, ed. L. Parry, Society of Antiquaries of London Occasional Papers, new ser., 18 (1996),
  • Linda Parry: William Morris Textiles. Publisher: V& A Museum, ISBN 978-1-8517-7732-7
  • Linda Cluckie: The Rise and Fall of Art Needlework: Its Socio-economic and Cultural Aspects. Verlag: Arena Books; Auflage: New. 2008. ISBN 978-0-9556-0557-4
  • On Poetry, Painting, and Politics: The Letters of May Morris and John Quinn. Edited by Janice Londraville. Publisher: Susquehanna University Press, 1997 ISBN 978-0-9456-3696-0

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. History of Queen Square
  2. Notting Hill and Ealing High School
  3. Frank P. Brown: South Kensington & its art training. Publisher: Longmans, Greene & Co., London 1912 - im Internet Archive - online
  4. Immogen Hart: On the Arts and Crafts Exhibition Society
  5. Ernest Grimson
  6. Pamphlet for the Morris Memorial Hall, Kelmscott in Cheltenham Art Gallery & Museum