Mary Roberts Rinehart

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Mary Roberts Rinehart, 1920

Mary Ella Roberts Rinehart (* 12. August 1876 in Pittsburgh; † 22. September 1958 in New York City) war eine populäre US-amerikanische Schriftstellerin und Journalistin. Bekannt wurde sie durch eine große Anzahl von Kriminalromanen und Kurzgeschichten, deren Werke mit großem Erfolg am Broadway aufgeführt wurden. Ihre berühmteste Schöpfung war Letitia „Tish“ Carberry. Rinehart war eine der bekanntesten und höchstbezahlten Autorinnen ihrer Zeit.

Leben[Bearbeiten]

Mary Roberts Rinehart, um 1914

Mary Ella war die Tochter des Unternehmers Thomas Roberts und seiner Ehefrau Cornelia Miller. Als 15-jährige hatte sie schon drei Kurzgeschichten in einem lokalen Magazin, für je einen US-Dollar, veröffentlicht. Im Jahre 1893 absolvierte sie eine Ausbildung zur Krankenschwester beim amerikanischen Roten Kreuz im örtlichen Krankenhaus; in dieser Zeit sammelte sie viele Erfahrungen mit Giften, die später in ihren Werken eine Rolle spielten. Im Jahr 1895 heiratete Mary Roberts in Pittsburgh Stanley Marshall Rinehart, einen jungen Arzt aus Maine. Mit ihm hatte sie drei Söhne, Stanley Junior (* 1897), Alan (* 1900) und Ted (* 1902). Während ihrer ersten Schwangerschaft war sie gezwungen, vom Pflegedienst zu pausieren; sie nutzte die Zeit zum Verfassen weiterer kleiner Geschichten. Die Familie zog später nach Bar Harbor, Maine, wo ihr Mann eine Anstellung als Chefarzt bekam.

Nachdem ihr Mann an der Börse viel Geld verlor, verkaufte daraufhin Rinehart 1904 mehrere Kurzgeschichten an verschiedenen Zeitschriften jener Zeit. Ihr erstes Buch The Man in Lower Ten (dt.: Der Mann in Nummer zehn) erschien im Jahr 1906. Zwei Jahre später brachte sie ihr wohl bekanntestes Werk The Circular Staircase (dt.: Die Wendeltreppe) heraus. Mit diesem Buch schuf sie den ersten Lady-Thriller, indem eine Heldin in den Mittelpunkt stand, und gilt auch als Erfinderin der Had I But Known (dt.: Hätte-ich-nur-gewusst, dass …), sowie die unsterbliche Krimiphrase „Der Butler war´s“. 1910 schuf Rinehart die ungemein populäre Romanfigur der Letitia „Tish“ Carberry, die sie jene kleinen und großen Abenteuer erleben ließ, welche die gesellschaftliche Etikette den Frauen dieser Epoche eigentlich verboten war. Rinehart war eine Frauenrechtlerin, die sehr auf das Recht der weiblichen Selbstbestimmung pochte. Erfolgreich waren auch ihre Geschichten um diverse Krankenschwestern, die in berufsbedingte und private Turbulenzen gerieten. Mit Hilda Adams, alias „Miss Pinkerton“, schuf sie 1914 eine Krankenschwesterfigur, die gleichzeitig Kriminalfälle löst.

Mary Roberts Rinehart mit ihrer Französischen Bulldogge, 1922

Während des Ersten Weltkrieges war Mary Rinehart in England als Reporterin bei der Saturday Evening Post angestellt. Durch das belgische Rote Kreuz kam sie an die Front und schrieb über deren Eindrücke und Geschehnisse. Nach ihrer Rückkehr in den Vereinigten Staaten widmete sie sich wieder der Literatur zu. Ihr Roman Lost Ecstasy (1927) war so erfolgreich, dass der Filmproduzent Louis B. Mayer von den Filmstudios Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) die Rechte für 15.000 US-Dollar abkaufte. Der Film lief unter dem Namen I take this woman (1931) in den Hauptrollen Gary Cooper und Carole Lombard in den Kinos. Im Jahre 1929 gründeten ihre Söhne, Stanley Jr. und Ted, zusammen mit deren Freund John Chipman Farrar den Verlag Farrar & Rinehart; und Mary Roberts Rinehart war einer der ersten Autoren. In den folgenden Jahren erkrankte ihr Mann mehr und mehr an Arthritis und trat daraufhin als Chefarzt der Chirurgie zurück. In seiner Privatklinik spezialisierte er sich auf die Früherkennung und Bekämpfung der Tuberkulose. Im Jahre 1920 zog die Familie nach Washington, D.C., wo ihr Mann zum medizinischen Berater der United States Army Medical Corps der US-Regierung ernannt wurde. Ihr Ehemann, Stanley Marshall Rinehart, starb 1932 und wurde auf dem Nationalfriedhof Arlington beigesetzt. 1934 erlitt Mary Roberts Rinehart einen Herzinfarkt und zog ein Jahr später von Washington nach New York City. In den Sommermonaten verbrachte sie die meiste Zeit in deren Sommerhaus Farview in Bar Harbor, welches sie 1937 kaufte. Hier veranstaltete sie Dinner-Partys und andere gesellschaftliche Veranstaltungen. Anfang der 1950er Jahre stellten Ärzte bei ihr Brustkrebs fest. In der Frauenzeitschrift Ladies' Home Journal schrieb Rinehart erstmals über das Tabuthema und plädierte auf einer gesetzlichen Krebs-Frühuntersuchungsprogramms in den Vereinigten Staaten. Mary Ella Rinehart starb an den Folgen eines weiteren Herzinfarkts. Durch ihre Verdienste während des Ersten Weltkriegs als erste Kriegsberichterstatterin für die Saturday Evening Post, wurde Rinehart mit einer Grabstätte auf dem Nationalfriedhof Arlington in Washington geehrt. Sie wurde neben ihrem Ehemann bestattet.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

  • In Robert Siodmaks Verfilmung The Spiral Staircase (1945, dt.: Die Wendeltreppe) wurden ihr Buch The Circular Staircase (1908) und Elemente aus dem Roman Some Must Watch von Ethel Lina White vermischt.
  • Ende der 1940er Jahre versuchte ihr philippinischer Koch Reyes, seit 1922 bei den Rineharts angestellt, sie mit einer Pistole zu ermorden - zu ihrem Glück war der Verschluss verhakt. Rinehart konnte in die Küche fliehen, wo sie ihr Dienstmädchen Peggy und Theodore Falkenstrom, ihr Chauffeur, vorfanden. Sie konnten Reyes die Waffe abnehmen, und beim Eintreffen der Polizei wurde er verhaftet. Am nächsten Tag wurde Reyes erhängt in seiner Zelle aufgefunden; Rinehart kam für die Kosten seiner Beerdigung auf.
  • Mary Roberts Rinehart wird oft mit der britische Schriftstellerin Agatha Christie (1890–1976) verglichen.

Romane und Theaterstücke[Bearbeiten]

  • Seven Days (Broadway comedy, 1909)
  • The Window at the White Cat (1910)
  • Where There's a Will (1912)
  • The Cave on Thundercloud (1912)
  • Mind Over Motor (1912)
  • The Case of Jennie Brice (1913)
  • Street of Seven Stars (1914)
  • The After House: A story of love, mystery and a private yacht (1914)
  • K (1915)
  • Bab, a Sub-Deb (1917)
  • Long live the King! (1917)
  • The Amazing Interlude (1918)
  • Dangerous Days (1919)
  • Salvage (1919)
  • A Poor Wise Man (1920)
  • The Breaking Point (1922)
  • The Bat (1925)
  • The Red Lamp (1925)
  • The Mystery Lamp (1925)
  • Two Flights Up (1928)
  • The Door (1930)
  • The Double Alibi (1932)
  • The Album (1933)
  • The Doctor (1935)
  • The State Vs Elinor Norton (1933)
  • The Wall (1938)
  • The Great Mistake (1940)
  • The Yellow Room (1945)
  • The Swimming Pool (1952)
  • The Wandering Knife (1952)
  • The Frightened Wife (1953)

Serien[Bearbeiten]

  • Letitia (Tish) Carberry
    • The Amazing Adventures of Letitia Carberry (1911)
    • Tish (1916)
    • More Tish (1921)
    • The Book of Tish (1926)
    • Tish Plays the Game (1926)
    • Tish Marches On (1937)
  • Miss Cornelia Van Gorder
    • The Man in Lower Ten (1906)
    • The Circular Staircase (1907)
  • Hilda Adams
    • Miss Pinkerton (1932)
    • Haunted Lady (1942)
    • Episode of the Wandering Knife (1950)

Sammlungen von Kurzgeschichten[Bearbeiten]

  • Love Stories (1919)
  • Affinities : and other stories (1920)
  • Sight Unseen / The Confession (omnibus) (1921)
  • Temperamental People (1924)
  • Nomad's Land (1926)
  • The Romantics (1929)
  • Mary Roberts Rinehart 's Crime Book (1933)
  • Married People (1937)
  • Familiar faces; stories of people you know (1941)
  • Alibi for Isabel (1944)
  • The Confession / Sight Unseen (1959)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mary Roberts Rinehart – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien