Mary de Rachewiltz

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Mary de Rachewiltz

Mary de Rachewiltz (* 9. Juli 1925, in Brixen, Südtirol) ist italienisch-amerikanische Schriftstellerin und Übersetzerin.

Leben[Bearbeiten]

Mary de Rachewiltz wurde als Tochter eines amerikanischen Künstlerpaares, des Schriftstellers Ezra Pound und der Violinvirtuosin Olga Rudge geboren. Da Ezra Pound jedoch mit Dorothy Shakespear verheiratet war und eine Ehe mit Olga Rudge für beide nicht in Frage kam, wurde Mary von einer Südtiroler Bauernfamilie in Gais im Pustertal als Pflegekind aufgezogen. Ihre Muttersprache war daher Deutsch (mit einer unüberhörbaren Tiroler „Puschtra“ Dialektfärbung), sie lernte jedoch von ihren leiblichen Eltern Englisch sowie Italienisch und Französisch in einem privaten Gymnasium in Florenz. Diese Vielsprachigkeit prädestinierte sie zu ihrer späteren umfangreichen Übersetzungstätigkeit. Unter Anleitung ihres Vater übersetzte sie ein Kapitel aus dem 7-bändigen Werk von Leo Frobenius Erlebte Erdteile und Auszüge aus ‘Noh’ or Accomplishment von Ernest Fenellosa und Ezra Pound; diese Erstlingsübersetzungen wurden 1942 veröffentlicht.

1946 heiratete sie Graf Boris de Rachewiltz, einen Ägyptologen halbrussischer Herkunft, den die Kriegsereignisse nach Südtirol verschlagen hatten; mit ihm hatte sie zwei Kinder, Siegfried (1947) und Patrizia (1949). Neben ihrer Arbeit als Übersetzerin und Schriftstellerin kümmerte sie sich vor allem um die Erziehung ihrer Kinder und die Restaurierung der 1955 gemeinsam mit ihrem Gatten erworbenen Brunnenburg, einer mittelalterlichen Burg in der Nähe von Meran. Pound und Olga Rudge hielten sich nun häufiger bei ihr auf, und Pound schrieb hier die letzten sechs Cantos.

Mary de Rachewiltz ist Kuratorin des „Ezra Pound Archive, Center for the Study of Ezra Pound and His Contemporaries“, „Beinecke Rare Book Room and Manuscript Library“, Yale University. 1973 bis 1975 war sie Fellow am Radcliffe Institute und hielt regelmäßig Gastvorlesungen an amerikanischen Universitäten und wissenschaftlichen Instituten. Trotz ihrer Geburt in Italien und ihres dort verbrachten Lebens ist sie amerikanische Staatsbürgerin.

Vater Ezra 1913
Mutter Olga 1910

Cantos aus dem Bauernland[Bearbeiten]

Siegfried de Rachewiltz skizzierte 1987 Südtirol als „auch Heimat“ seines Großvaters und zeigte dies in seiner Biografie und in den Cantos auf.[1]

Bibliographie[Bearbeiten]

Übersetzungen von Werken Ezra Pounds[Bearbeiten]

  • Catai. Mailand, All’insegna del Pesce d’Oro, 1959.
  • Alcuni Nobili Drammi dal Giappone: da manoscritti di Ernest Fenellosa, scelti e finiti da Ezra Pound. Mailand, All’insegna del Pesce d’Oro, 1961.
  • II Teatro Giapponese No di Ernest Fenellosa e Ezra Pound. Florenz, Vallecchi, 1966.
  • Opere Scelte. Mailand, Arnoldo Mondadori, 1970.
  • Cantos Scelti. Mailand, Arnoldo Mondadori, 1973.
  • Le Nuvole di Pisa. Mailand, Vanni Scheiwiller, 1973.
  • I Cantos. Mailand, Arnoldo Mondadori, 1985.

Eigene Werke[Bearbeiten]

  • Il Diapason. Mailand, Lerici-Scheiwiller, 1965.
  • Di Riflesso. Mailand, All’insegna del Pesce d’Oro, 1966.
  • Discretions. Boston, Little Brown, 1971 (auf Deutsch: Diskretionen. Erinnerungen der Tochter Ezra Pounds. Innsbruck, Haymon, 1993 ISBN 3852181321).
  • Process in Verso. Mailand, All’insegna del Pesce d’Oro, 1973.
  • Gocce che contano, Gedichte (1995).
  • Polittico, Gedichte (1996).
  • Whose World?, Gedichte (1998).
  • For the Wrong Reason, Gedichte (2002).

Weblinks[Bearbeiten]

Links zur Familie[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Südtirol, Merian, September 1987