Maryam Mirzakhani

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Maryam Mirzakhani (* Mai 1977 in Teheran) ist eine iranisch-US-amerikanische Mathematikerin.

Mirzakhani gewann schon als Schülerin (an der Farzanegan Schule) einen mathematischen Talentwettbewerb in Teheran sowie 1994 und 1995 Goldmedaillen auf den Internationalen Mathematikolympiaden. Sie studierte an der Sharif-Universität in Teheran mit dem Bachelor-Abschluss in Mathematik 1999 und an der Harvard University, wo sie 2004 bei Curtis McMullen promoviert wurde (Simple Geodesics on Hyperbolic Surfaces and Volume of the Moduli Space of Curves).[1] Sie war 2003 Junior Fellow in Harvard und 2004 Research Fellow des Clay Mathematics Institute. Seit 2008 ist sie Professorin an der Stanford University.

Sie befasst sich mit Hyperbolischer Geometrie, Symplektischer Geometrie, Teichmüllertheorie und Ergodentheorie. 2009 erhielt sie den Blumenthal Award der American Mathematical Society für ihre Dissertation. In der Laudatio wird die originelle Kombination von Methoden der hyperbolischen Geometrie, klassischer Methoden aus der Theorie automorpher Formen und symplektischer Reduktion hervorgehoben, die zu Resultaten bei drei wichtigen Problemen führten: eine rekursive Formel für die Weil-Petersson Volumina der Modulräume Riemannscher Flächen, eine asymptotische Bestimmung der Zahl einfacher geschlossener Geodätischer auf hyperbolischen Flächen als Funktion der Länge und ein neuer Beweis der Witten-Vermutung über die Existenz exakt integrabler Strukturen vom Korteweg-de Vries Typ bei der Bestimmung der Schnittzahlen in Modulräumen von Kurven (zuerst 1992 von Maxim Lwowitsch Konzewitsch bewiesen).[2]

Sie ist mit dem Mathematiker Jan Vondrak (IBM Almaden Research Center) verheiratet. 2013 erhielt sie den Ruth Lyttle Satter Prize in Mathematics. 2014 wurde ihr der Clay Research Award (gemeinsam mit Peter Scholze) zugesprochen. Sie wurde als Plenarsprecher auf dem Internationalen Mathematikerkongress 2014 in Seoul ausgewählt.

In Teheran veröffentlichte sie 1999 ein Buch über Probleme elementarer Zahlentheorie mit Roya Beheshti (einer Kommilitonin in Teheran). Sie befasste sich auch mit Graphentheorie.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Simple geodesics and Weil-Petersson volumes of moduli spaces of bordered Riemann surfaces. Inventiones Mathematicae 167, 179-222 (2007), pdf
  • Weil-Petersson volumes and intersection theory on the moduli space of curves. Journal of the American Mathematical Society 20, 1-23 (2007), pdf
  • Growth of the number of simple closed geodesics on hyperbolic surfaces. Annals of Mathematics (2) 168-1, 97-125 (2008), pdf
  • Growth of Weil-Petersson volumes and random hyperbolic surfaces of large genus. J. Differential Geom. 94 (2013), no. 2, 267–300.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mathematics Genealogy Project
  2. Laudatio Blumenthal Award