Marzling

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Marzling
Marzling
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Marzling hervorgehoben
48.41023211.793615443Koordinaten: 48° 25′ N, 11° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Freising
Höhe: 443 m ü. NHN
Fläche: 20,5 km²
Einwohner: 3094 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 151 Einwohner je km²
Postleitzahl: 85417
Vorwahl: 08161
Kfz-Kennzeichen: FS
Gemeindeschlüssel: 09 1 78 140
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Freisinger Str. 11
85417 Marzling
Webpräsenz: www.marzling.de
Bürgermeister: Dieter Werner (Parteifreie Bürger)
Lage der Gemeinde Marzling im Landkreis Freising
Landkreis Dachau Landkreis Erding Landkreis Kelheim Landshut Landkreis Landshut Landkreis München Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Allershausen Attenkirchen Au in der Hallertau Eching (Landkreis Freising) Fahrenzhausen Freising Gammelsdorf Haag an der Amper Hallbergmoos Hörgertshausen Hohenkammer Kirchdorf an der Amper Kranzberg Langenbach (Oberbayern) Marzling Mauern Moosburg an der Isar Nandlstadt Neufahrn bei Freising Rudelzhausen Wang (Oberbayern) Wolfersdorf Paunzhausen ZollingKarte
Über dieses Bild

Marzling ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Freising, etwa 4 km nordöstlich von Freising.

Geographie[Bearbeiten]

Marzling von Osten gesehen

Die Gemeinde liegt jeweils zur Hälfte in der Münchner Schotterebene und im tertiären Donau-Isar-Hügelland zwischen Isar und Amper. Es grenzt direkt an das Stadtgebiet der Großen Kreisstadt Freising. Marzling hat 10 weitere Gemeindeteile: Brunnhofen, Eixendorf, Goldshausen, Hangenham, Hirschau, Jaibling, Riegerau/Riedhof, Rudlfing, Stoibermühle und Unterberghausen.

Geschichte[Bearbeiten]

Marzling wurde bereits im Jahr 804 als im Besitz der Freisinger Domkirche urkundlich erwähnt. Seit Mitte des 12. Jahrhunderts war es eine Hofmark des Hochstifts Freising und gehörte von da an bis zur Säkularisation 1803 zum Domkapitel bzw. Hochstift Freising. Marzling wurde 1818 im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern eine selbstständige politische Gemeinde.

Am 1. Januar 1972 wurden Gebietsteile der bisherigen Gemeinde Rudlfing eingegliedert.[2]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 1. Mai 2008 Dieter Werner (PB Marzling).

Vorgänger von Dieter Werner war Michael Schwaiger (CSU/Freie Wähler), mittlerweile Landrat des Kreises Freising. Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von August Hartmeier (Parteifreie Bürger).

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 1.089.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 98.000 €.

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten]

Seit 2006 besteht eine Gemeindepartnerschaft mit der italienischen ItalienItalien Gemeinde San Zenone degli Ezzelini in der Provinz Treviso.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Pfarrkirche St. Martin

Siehe auch Liste der Baudenkmäler in Marzling

Die Kath. Pfarrkirche St. Martin in Marzling wurde im späten Mittelalter erbaut, ein spätgotischer Bau; in der Barockzeit um 1715 umgestaltet und 1864 verlängert. Um 1720 Stuckarbeiten, Nikolaus Liechtenfurtner zugeschrieben. Bemerkenswertes Zeugnis jahrhundertelanger, alltagskultureller Praxis im Ort ist das stattliche Anwesen des Alten Wirts im Zentrum. Der Bau stammt etwa aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und ist - neben einigen veränderten Bauernhäusern - eines der letzten erhaltenen profanen Zeugnisse der Ortsgeschichte. Schulhaus und Pfarrhaus aus dem früheren 20. Jahrhundert fielen Neubauten zum Opfer. Mit dem von der Gemeindeverwaltung im März 2010 abgerissenen Gebäude des Alten Wirts[3] verlor die Kommune offiziell einen der wichtigsten Zeugen ihrer eigenen Ortsgeschichte. An diesem Standort entsteht das neue Rathaus der Gemeinde Marzling.

Im Gemeindegebiet befindet sich das Naherholungsgebiet Stoibermühle (Badesee, Biergarten). In Rudlfing befindet sich eine ehemalige Wallfahrtskirche (St. Maria), in Hangenham ein Haus der Naturfreunde mit guter Aussicht auf das Erdinger Moos. Erwähnenswert ist auch die Hangenhammer Kirche mit einem Freskenzyklus aus dem 14. Jahrhundert.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Durch die Nähe zu Freising und die günstige Verkehrsanbindung (B 11) ist die Gemeinde zu einem bevorzugten Wohnort für Pendler geworden.

Die Gemeinde hat einen Haltepunkt für Regionalbahnen an der Bahnlinie München-Landshut und gehört zum Bereich des Münchener Verkehrsverbunds MVV. Dieser bisher in einer Kurve gelegene Haltepunkt wurde von Januar bis Dezember 2007 mit einer Bahnsteiglänge von 210 m an anderer Stelle neu errichtet. Die beiden Außenbahnsteige wurden dabei sowohl von der neuen Straßenbrücke, als auch von einer im Jahr 2006 neu gebauten Fußgänger- und Radfahrerunterführung aus angebunden.

Ein kleiner Teil des Geländes des Flughafens Münchens liegt im Gemeindegebiet. Durch die geplante dritte Start- und Landebahn würden jedoch weitere Flächen im Süden des Gemeindegebiets südlich und östlich des Stoibermühlsees (Naherholungsgebiet) in Anspruch genommen. Die Fluren bis hin zur Landkreisgrenze mit dem Landkreis Erding am Süßgraben werden als „Obere“ bzw. „Untere Lüsse“, zusammenfassend als „Lüsse“ bezeichnet. Diese Gebiete sind derzeit vorwiegend landwirtschaftlich genutzt.

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 4, im produzierenden Gewerbe 100 und im Bereich Handel und Verkehr 13 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 131 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 947. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 2 Betriebe, im Bauhauptgewerbe 5 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 40 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1427 ha, davon waren 1120 ha Ackerfläche.

Sport[Bearbeiten]

Größter Verein im Ort ist der SV Marzling mit seinen Abteilungen Fußball, Gymnastik, Tennis, Volleyball und Stockschießen. Knapp 900 Mitglieder nutzen das Angebot des Sportvereins in der Gemeindesporthalle, dem Stockschützenplatz, den beiden Tennisplätzen sowie zwei Großfeldfußballplätzen und einem Kleinfeld. Die erste Fußball-Herrenmannschaft spielt in der Kreisliga der Landkreise Freising und Erding unter der Leitung vom Trainerduo Christian Apold und Jochen Jürgens. Die zweite Herrenmannschaft nimmt am Spielbetrieb der A-Klasse im Landkreis Freising teil. Im Jugendbereich kann der SV Marzling aus eigener Kraft Jugendmannschaften in allen Altersklassen ins Rennen schicken. Von der A- bis zur D-Jugend spielen alle Großfeld-Teams in der Kreisklasse. Jugend- und Herrenfußball werden durch den Fußball-Förderverein Marzling (FFM) tatkräftig unterstützt, der mittlerweile bereits 90 Mitglieder zählt.

Unternehmen[Bearbeiten]

Am Ort gibt es verschiedene Unternehmen aus Handwerk, Produktion und Dienstleistung.

  • Die Hans Binder Maschinenbau GmbH plant, entwickelt und fertigt seit 1950 Trocknungssysteme.
  • iS2 AG (Intelligent Solution Services AG) entwickelt seit 1990 Softwaresysteme für den Vertrieb von Versicherungen, Vertriebsorganisationen und Banken. iS2 bietet seinen Kunden Dienstleistungen (Projektleitung, Konzeption, Design, Entwicklung, Test), Standardsysteme und Komponenten (Rechenkerne, Webservices, iServices) an. Die Firma war anfangs mit einem kleinen Büro in der Freisinger Straße angesiedelt. Seit 1992 ist der Firmensitz am Bäckeranger 2. iS2 ist Arbeitgeber für etwa 45 Mitarbeiter.

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2011):

  • Volksschule 2012/13: Grundschule 1-4, 1,2,4 doppelzügig (7 Klassen), 117 Schüler
  • Gemeindekindergarten: 100 Kindergartenplätze und 10 Krippenplätze
  • Hort: 60 Hortplätze
  • Gemeindebibliothek (seit Januar 2011): Öffnungszeiten mittwochs von 16:00 Uhr bis 18:00 Uhr, sonntags von 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr

Literatur[Bearbeiten]

  • Rudolf Goerge: Marzling - Das Dorf und die Gemeinde, Gemeinde Marzling 2004

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Marzling – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 464
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatMünchner Merkur Online: Neues Gesicht für "Alten Wirt". Abgerufen am 3. Januar 2010.