Masanobu Fukuoka

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Masanobu Fukuoka im Jahr 2002

Fukuoka Masanobu (jap. 福岡正信; * 2. Februar 1913; † 16. August 2008) war zunächst Mikrobiologe und wurde dann Bauer. Seine Bücher sind Standardwerke in der Permakultur. Die Art seiner Landwirtschaftsmethode bezeichnet er selbst als „Nichts-Tun-Landwirtschaft“ nach dem Daoistischen Wu Wei Prinzip.

Fukuoka gilt heute als Initiator der Verbreitung der Aussaattechnik der Samenbomben, die inzwischen weite Bekanntheit erlangte. Diese von ihm nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst für seine Direktsaatmethode des pfluglosen Reisanbaus entwickelte Technik wird heute auch in der Guerillagärtnerei-Bewegung eingesetzt.[1]

1988 erhielt Fukuoka den Ramon-Magsaysay-Preis.

Aufgrund des wieder gewachsenen Interesses an seinem Werk erfuhr sein Buchklassiker The One Straw Revolution (Titel der deutschen Ausgabe: Der Große Weg hat kein Tor) im Jahr 2009 in den USA eine Neuauflage.[2], ebenso im Jahr 2013 die deutsche Ausgabe Der Große Weg hat kein Tor.[3]

Fukuokas Philosophie einer Nichts-Tun-Landwirtschaft[Bearbeiten]

Das Konzept des japanischen Bauern für die natürliche Landwirtschaft lautet: Die Natur ist in der Lage, sich selbst zu erhalten, sie bedarf menschlicher Eingriffe nicht.

Diese Kraft der Natur nutzt Masanobu Fukuoka durch die gezielte Kombination verschiedenster Pflanzen. Er nutzt das ökologische Gleichgewicht zum Schutz der Nutzpflanzen vor Schädlingen und zur Nährstoffanreicherung des Bodens. Seine Felder und Gärten sind reich an Tieren und Pflanzen und müssen weder gepflügt noch chemisch gedüngt werden.

Durch gezieltes Beobachten der natürlichen Abläufe erkennt Fukuoka, wann der richtige Zeitpunkt für die Aussaat ist und welche Pflanzen am besten harmonieren. Er greift nur eben dort ein wo es nötig ist, um die Nutzpflanzen zu erhalten, die er haben möchte. Das Düngen und den Schädlingsschutz überlässt er der Natur. Da braucht er nichts zu tun, außer säen und ernten. Mit Hilfe dieser Landwirtschaftsmethode ließe sich - laut der Aussage von Fukuoka - auf wenig Fläche bequem die Versorgung aller Menschen mit ausreichend Nahrung sicherstellen, die nicht nur satt macht, sondern zugleich als Medizin eine gute Gesundheit bewirkt. Voraussetzung ist jedoch, dass sich die Menschen auf eine jahreszeitliche und regionale (sowie fleischarme) Kost einstellen und nicht immer mehr exotische Nahrung zu sich nehmen und diese zu Zeiten verlangen, wo sie die Natur nicht bietet. Masanobu Fukuoka wurde auch durch seine doppelte Fruchtfolge ohne Pflügen am selben Standort bekannt. Im Wechsel sät er Reis und Wintergerste aus. Zur Unkrauteindämmung und Nährstoffversorgung des Bodens mit Stickstoff verwendet er vorrangig Weißklee (eine flächendeckend wachsende Leguminose).

Werke[Bearbeiten]

  • Der Große Weg hat kein Tor. pala-verlag, Darmstadt, 2013, ISBN 978-3-89566-206-5.
  • Rückkehr zur Natur. Die Philosophie des natürlichen Anbaus. pala-verlag, Schaafheim 1998, ISBN 978-3-923176-46-5.
  • In Harmonie mit der Natur. Die Praxis des natürlichen Anbaus. pala-verlag, Schaafheim 1998, ISBN 978-3-923176-47-2.
  • Die Suche nach dem verlorenen Paradies. Natürliche Landwirtschaft als Ausweg aus der Krise. pala-verlag, Schaafheim 1999, ISBN 978-3-923176-63-2.


  • Film über Masanobu Fukuoka: Der große Weg hat kein Tor. 45 Minuten Verein Weg der Natur, Gamlitz, Österreich

Der Film vermittelt die wichtigsten Botschaften seiner vier Bücher zu seiner, wie er sie nennt: Nichts-Tun-Landwirtschaft.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Seedballs: from Fukuoka to Green Guerillas. Abgerufen am 10. Juli 2011.
  2. NYRB Classics: The One-Straw Revolution: An Introduction to Natural Farming. Abgerufen am 10. Juli 2011.
  3. pala-verlag Der Große Weg hat kein Tor Abgerufen am 12. August 2014.