Maserati Quattroporte

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Maserati Quattroporte
Produktionszeitraum: seit 1963
Klasse: Oberklasse
Karosserieversionen: Limousine
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: keines

Der Maserati Quattroporte ist eine viertürige Limousine des italienischen Kraftfahrzeugherstellers Maserati.

Neben den Sportwagen und GTs kann Maserati auf eine jahrzehntelange Tradition der viertürigen Sportlimousinen zurückblicken. Alles begann 1963 mit dem ersten Quattroporte, das Rezept der großen Maserati ist seither geradlinig: Ein luxuriöser Sportwagen mit Platz für vier Personen.

Quattroporte I (1963–1970)[Bearbeiten]

Maserati Quattroporte I
Hauptartikel: Maserati Quattroporte I

Der Maserati Quattroporte I stellte die besten Produkte anderer Hersteller, auch die Hochleistungslimousinen von Mercedes und Jaguar, in Sachen Motorleistung, Dynamik, Agilität und teils auch der (Fahrwerks-) Technik in den Schatten. Er hatte einen aus den Sportwagen der Marke übernommenen V8-Motor, der aus 4200 cm³ Hubraum 191 kW (260 PS) leistete. Später kam noch eine Variante mit 4700 cm³ und einer Leistung von 212 kW (290 PS) dazu. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h war der Quattroporte in den Sechziger Jahren eine der schnellsten Serienlimousinen der Welt. Nach dem Ende der Serienproduktion stellte Pietro Frua zwei, möglicherweise auch drei viertürige Sondermodelle her, die allgemein als "Quattroporte Aga Khan" bekannt wurden und einen letztlich nicht in Serie produzierten Vorschlag für eine zweite Version des Quattroporte darstellen sollten.

Bis 1970 wurden 776 Exemplare gebaut.

Quattroporte II (1974–1978)[Bearbeiten]

Maserati Quattroporte II
Hauptartikel: Maserati Quattroporte II

Im Herbst 1974 wurde der Quattroporte II auf dem Pariser Autosalon vorgestellt, kurz bevor Citroën Maserati an De Tomaso verkaufte. Er ist technisch eng mit dem Citroën SM verwandt. Wie dieser hat er einen 2965 cm³ großen V6-Motor mit einer Leistung von 190 PS (140 kW), zudem hatte der Wagen Frontantrieb, eine für Maserati ungewöhnliche Lösung. Das Design des Autos stammte von Bertone. Als Fahrleistungen wurden eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h und eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 10 s angegeben.

Eine weitere Präsentation des Autos erfolgte auf dem Genfer Autosalon im März 1975. Nunmehr war das Auto mit einer 3,2 Liter großen Version des Sechszylinders ausgestattet, die 200 PS abgeben sollte.

Insgesamt entstanden in der Citroën-Ära sechs Vorserien-Fahrzeuge des Quattroporte II. Nach der Übernahme durch De Tomaso baute man aus vorhandenen Einzelteilen sieben weitere Autos. Die meisten dieser Fahrzeuge wurden in Einzelteilen nach Spanien verkauft, um das in den meisten anderen europäischen Staaten notwendige teure Zulassungsverfahren zu vermeiden; andere gingen nach Südamerika oder in arabische Staaten.

Quattroporte III (1979–1990)[Bearbeiten]

Maserati Quattroporte III
Hauptartikel: Maserati Quattroporte III

Nach dem Misserfolg des Quattroporte II sorgte der neue Eigentümer De Tomaso rasch für ein Modell, das die Nachfolge des Quattroporte I antreten konnte. De Tomaso wollte einerseits das Citroën-Erbe so schnell wie möglich ablegen; andererseits sah er das Potential für eine schnelle, stilvolle italienische Limousine. Wie schon bei dem Modell Maserati Kyalami griff er daher bei der Entwicklung eines Nachfolgers auf vorhandene Substanzen seines eigenen Konzerns zurück: Als technische Basis wurde das Fahrwerk der De Tomaso Deauville-Limousine zugrunde gelegt, das nur geringfügig verändert wurde. Motorenseitig war bis 1981 ein 4,2 Liter großer Achtzylinder im Angebot, der 255 PS abgab und für eine Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h gut war. Alternativ dazu gab es den 4,9 Liter großen Achtzylinder mit 280 PS und später 300 PS, der für 230 km/h reichte. Als Getriebe stand ein manuelles Fünfganggetriebe von ZF Friedrichshafen oder eine Torque-Flite Dreigangautomatik von Chrysler zur Verfügung; letztere wurde von nahezu 85 % aller Kunden bestellt. Das Design der Karosserie hatte nichts mit dem Deauville zu tun; es war eigenständig und kam von Giorgio Giugiaro.

Der Prototyp des Quattroporte III wurde auf dem Turiner Autosalon im November 1976 vorgestellt. Es brauchte nahezu drei weitere Jahre, bis die Serienproduktion begann. Zwischen 1979 und 1986 entstanden etwa 2100 Exemplare. Ab 1986 gab es eine Neuauflage, die „Royale“ genannt wurde. Abgesehen von einem modifizierten Interieur und einer auf 300 PS erhöhten Leistung unterschied sich der Wagen nicht von seinem Vorgänger. Zwischen 1986 und 1990 wurden noch einmal 53 Exemplare des Royale hergestellt. Der Quattroporte III bzw. Royale war eines der erfolgreichsten Automobile von Maserati.

Quattroporte IV (1994–2001)[Bearbeiten]

Maserati Quattroporte IV
Hauptartikel: Maserati Quattroporte IV

Mit der Biturbo-Serie kamen im Laufe der 1980er-Jahre auch kleinere viertürige Maserati-Modelle auf den Markt, wobei der 425 und der 430 die wohl bekanntesten sind. Wenn auch nicht als echte Nachfolger für den Quattroporte gedacht, waren sie von 1990 bis 1993 die einzigen viertürigen Modelle des Unternehmens.

Erst der im März 1994 vorgestellte Quattroporte IV trug wieder den traditionsreichen Namen, wobei er sich technisch und optisch stark an den Ghibli und den 430 4v anlehnte. Anfangs gab es ihn nur mit V6-Motoren mit einem Hubraum von 2000 und 2800 cm³ (287 bzw. 284 PS), ab 1996 auch mit dem V8-Motor des Maserati Shamal. Dieser hatte einen Hubraum von 3200 cm³ und leistete 335 PS (246 kW). Nachdem Ferrari im Frühjahr 1997 Eigentümer Maseratis geworden war, wurde die Produktion des Quattroporte IV zunächst ausgesetzt, um Veränderungen in der Fertigung vorzunehmen. Zugleich wurde das Auto in zahlreichen Details überarbeitet. In Pressemitteilungen sprach Maserati von über 400 Veränderungen am Quattroporte, die bei der Wiederaufnahme der Produktion im Frühjahr 1998 eingeführt wurden. Die ab 1998 produzierten Modelle trugen den Zusatz Evoluzione. Insgesamt wurde der Quattroporte IV bis Mai 2001 in 2400 Exemplaren hergestellt, wovon 758 Fahrzeuge mit dem Achtzylindermotor ausgerüstet waren.

Quattroporte V (2003–2012)[Bearbeiten]

Die Konzeption[Bearbeiten]

5. Generation
Maserati Quattroporte (2003–2008)

Maserati Quattroporte (2003–2008)

Produktionszeitraum: 2003–2012
Karosserieversionen: Limousine
Motoren: Ottomotoren
4,2–4,7 Liter
(294–323 kW)
Länge: 5052 mm
Breite: 1895 mm
Höhe: 1438 mm
Radstand: 3064 mm
Leergewicht: 1880−1990 kg

Bei der Internationalen Automobil-Ausstellung im September 2003 wurde ein neuer, nun von Pininfarina gestalteter Quattroporte (Typ M139) vorgestellt.[1] Mit seinem vorgezogenen Kühlergrill zitiert er ein Stilelement der ersten Generation; das Profil allerdings und die Gestaltung der C-Säule war als Reminiszenz an Giugiaros Iso Fidia gedacht, einen Konkurrenten des Quattroporte I.

Der Quattroporte V besitzt den gleichen Motor wie das Maserati Coupé, hier allerdings mit 294 kW (400 PS). Zunächst wurde ausschließlich ein automatisches (sequentielles) Schaltgetriebe namens „DuoSelect“ verwendet, das an der Hinterachse angeordnet (transaxle Bauweise) und sehr sportlich ausgelegt war, bei der großen Limousine jedoch von vielen Kunden als zu unkomfortabel empfunden wurde. Seit Januar 2007 ist der Wagen als Maserati Quattroporte Automatica auch mit einer 6-Gang-Wandlerautomatik von ZF lieferbar, die direkt am Motor angeflanscht war.

Modellentwicklung[Bearbeiten]

Auf der IAA im September 2005 wurden zwei weitere Quattroporte vorgestellt, der Executive GT und der Sport GT. Diese Versionen sind Ausstattungspakete, die den Charakter des Autos einerseits in Richtung Luxus (Executive GT), andererseits in Richtung Sportlichkeit (Sport GT) verstärken sollen.

Der Maserati Quattroporte wird auch von der italienischen Regierung als Dienstwagen eingesetzt. So fahren der Präsident und der Regierungschef eine durch die Carrozzeria Pavesi gepanzerte Version dieses Modells.

Modellpflege[Bearbeiten]

Im September 2008 startete der Verkauf eines modifizierten Maserati Quattroporte. Dabei wurde sowohl die Optik als auch die Technik leicht modifiziert. Die Front erhielt LED-Blinker und einen neuen Kühlergrill, der an den Maserati GranTurismo angelehnt ist, sowie eine neue Frontschürze mit integrierten Nebelscheinwerfern.

Am Heck wurde die Grafik der Leuchten leicht verändert und durch LED-Technik aufgewertet. Des Weiteren bekam der Wagen neue Seitenschweller, geänderte Außenspiegel und eine andere Heckschürze. Im Innenraum wurde die Mittelkonsole überarbeitet, die Anordnung der Bedienelemente verändert und ein neues Multimediasystem eingebaut.

Als Basismotorisierung diente weiterhin der 4,2-Liter-V8 mit 294 kW, während der Quattroporte S vom 4,7-Liter-V8 des GranTurismo S angetrieben wird. Dieser leistete im Quattroporte S 316 kW (430 PS) statt der 324 kW (441 PS) des GranTurismo S.[2] Zusätzlich wurde noch der Quattroporte GT S angeboten.

Ende 2012 wurde die Fertigung des fünften Quattroporte eingestellt.

2012 wurden nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes 22 Maserati Quattroporte in Deutschland neu zugelassen, davon 14 Fahrzeuge durch gewerbliche Halter.[3]

Quattroporte VI (seit 2013)[Bearbeiten]

6. Generation
Maserati Quattroporte (seit 2013)

Maserati Quattroporte (seit 2013)

Produktionszeitraum: seit 2013
Karosserieversionen: Limousine
Motoren: Ottomotoren
3,0–3,8 Liter
(301–390 kW)
Dieselmotoren
3,0 Liter
(202 kW)
Länge: 5262 mm
Breite: 1948 mm
Höhe: 1481 mm
Radstand: 3171 mm
Leergewicht: 1900 kg

Im Herbst 2012 präsentierte Maserati die vollständig neue Generation des Quattroporte (Typenbezeichnung M156), die im Frühjahr 2013 eingeführt wurde. Im Jahr 2013 wurden weltweit 7800 Einheiten des Quattroporte verkauft.[4]

Technik[Bearbeiten]

Mit 5,26 m ist das Fahrzeug deutlich länger als die vorherige Generation. Die Karosserie wird überwiegend aus Aluminium gefertigt. Der Quattroporte ist zunächst mit einem 3,8 Liter V8 mit Biturbo und 390 kW (530 PS) ausgestattet. Die Kraftübertragung übernimmt ein Achtstufenautomatikgetriebe von ZF, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 307 km/h.[5]

Neben dem 3,8-Liter-V8 (Quattroporte GTS) wird noch ein 3,0-V6-Biturbo (Quattroporte S) mit 301 kW (410 PS) angeboten. Das V6-Modell ist optional mit Allradantrieb (Quattroporte S Q4) erhältlich. Ab 2014 ist auch ein V6-Diesel mit 202 kW (275 PS) erhältlich. [6]

Kenngrößen Quattroporte S1 Quattroporte S Q4 Quattroporte GTS Quattroporte Diesel
Bauzeitraum seit 08/2013 seit 03/2013 seit 01/2014
Motorkenndaten
Motortyp 60° V6-Ottomotor 90° V8-Ottomotor 60° V6-Dieselmotor
Gemischaufbereitung Direkteinspritzung
Motoraufladung Biturbo Singleturbo
Hubraum 2979 cm³ 3799 cm³ 2987 cm³
max. Leistung 301 kW (410 PS) bei 5500/min 390 kW (530 PS) bei 6500/min 202 kW (275 PS) bei 4000/min
max. Drehmoment 550 Nm bei 1750–4000/min 650 Nm bei 2000–4000/min 600 Nm bei 2000-2600/min
Kraftübertragung
Antrieb, serienmäßig Hinterradantrieb Allradantrieb Hinterradantrieb Hinterradantrieb
Getriebe, serienmäßig 8-Gang-Automatikgetriebe
Messwerte
Höchstgeschwindigkeit 285 km/h 284 km/h 307 km/h 250 km/h
Beschleunigung, 0–100 km/h 5,1 s 4,9 s 4,7 s 6,4 s
Kraftstoffverbrauch auf 100 km (kombiniert) 10,4 l Super 10,5 l Super 11,8 l Super 6,2 l Diesel
CO2-Emission (kombiniert) 242 g/km 246 g/km 274 g/km 163 g/km
Abgasnorm nach EU-Klassifikation Euro 5

Quattroporte Ermenegildo Zegna Limited Edition[Bearbeiten]

Im September 2013 gab Maserati bekannt, noch im gleichen Monat auf der IAA in Frankfurt das erste auf dem Quattroporte der sechsten Generation basierende Sondermodell der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Ermenegildo Zegna Limited Edition verfügt im Innenraum über graues und mokkafarbenes Leder, welches an Zegnas aktuelle Herrenmode-Kollektion erinnern soll. Das Exterieur wird von einem bräunlichen Effektlack bestimmt.[7] Bislang machte Maserati keinerlei Angaben über den Preis des limitierten Sondermodells.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans-Karl Lange: Maserati. Der andere italienische Sportwagen. Zsolnay, Wien, 1993, ISBN 3-552-05102-3.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Maserati Quattroporte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Maserati Quattroporte Automatic. Pininfarina S.p.A.. Abgerufen am 31. Oktober 2009.
  2. Auto-News Online-Ausgabe vom 24. Juni 2008: „Neuer Look fürs Flaggschiff: Maserati liftet den Quattroporte
  3. Neuzulassungen von Personenkraftwagen im Dezember 2012 nach Segmenten und Modellreihen. Kraftfahrt-Bundesamt, abgerufen am 8. Juli 2013 (PDF; 387 kB).
  4. Maserati Quattroporte Sales Figures
  5. Maserati Quattroporte. spiegel.de. 11. Dezember 2012. Abgerufen am 16. Dezember 2012.
  6. Erste Fahrt im neuen Quattroporte. autobild.de. 13. Dezember 2012. Abgerufen am 16. Dezember 2012.
  7. http://thesupercarkids.com/maserati-quattroporte-ermenegildo-zegna-limited-edition-debuts-at-iaa-2013/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=maserati-quattroporte-ermenegildo-zegna-limited-edition-debuts-at-iaa-2013