Maske der Trauer

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Maske der Trauer

Die Maske der Trauer (russisch Маска скорби) ist ein 15 Meter hohes Monument, das den Opfern der Stalinschen Säuberungen in der Sowjetunion gewidmet ist, die in den Lagern an der Kolyma gefangengehalten waren, einem berüchtigten Bereich des Gulag.

Die Skulptur wurde am 12. Juni 1996 auf einem Berghang in Magadan errichtet. Im selben Jahr wurde der Schöpfer der Statue Ernst Neiswestny, dessen Eltern den stalinschen Säuberungen der 1930er Jahre zum Opfer fielen, mit dem Staatspreis der Russischen Föderation ausgezeichnet.

Die steinerne Statue stellt eine Maske dar, von deren linken Auge Tränen in Form kleinerer Masken fließen. Das rechte Auge ist als vergittertes Fenster gestaltet. Auf der Rückseite sind eine weinende Frau und ein gekreuzigter Mann zu sehen. Auf der Rückseite finden sich eine gekreuzigte männliche Figur und eine Skulptur aus Bronze, die eine trauernde junge Frau zeigt.

Rückansicht der Maske der Trauer

Das Monument enthält die Nachbildung einer typischen Gefängniszelle aus der Stalinzeit. An einer Stelle des Monuments befindet sich eine Sturmglocke. Den Platz vor der Maske zieren elf Betonblöcke, die die Namen der härtesten Lager der Kolyma tragen. Symbole verschiedener Glaubensrichtungen sind auf Findlingen entlang einer Treppe eingeritzt.[1]

Die Maske der Trauer war Teil eines größeren Projekts von Neiswestny: In den Städten Magadan, Jekaterinburg und Tscheljabinsk sollte ein Dreieck des Gedenkens entstehen. Außer in Magadan zerschlugen sich jedoch alle Teilvorhaben.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Maske der Trauer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Natal’ja Konradova: Suche nach der Form. Gulag-Denkmäler in Rußland. In: Osteuropa, H. 6-2007, S. 421–430, hier S. 423.

59.591838888889150.812125Koordinaten: 59° 35′ 31″ N, 150° 48′ 44″ O