Massaker von Maraga

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Das Massaker von Maraga (auch Maragha) ereignete sich während des Bergkarabachkonflikts am 10. April 1992 in dem aserbaidschanischen Dorf Maraga im Tərtər Rayon in Aserbaidschan und wurde an Menschen armenischer Herkunft verübt.

Ablauf[Bearbeiten]

Das Massaker wurde von aserbaidschanischen Streitkräften an der ethnisch armenischen Bevölkerung von Maraga verübt. Eine 1992 veröffentlichte Untersuchung durch Human Rights Watch ergab, dass das armenische Verteidigungskommando, welches etwa zwei Kilometer von Maraga entfernt positioniert war, dem aserbaidschanischen Angriff auf das Dorf am 10. April 1992 nicht standhalten konnte. Der einzige verfügbare Augenzeuge berichtete, dass daraufhin die Mehrheit der Bevölkerung von Maraga flüchtete. Menschen, die nicht fliehen konnten und sich in Kellerräumen versteckten, mehrheitlich körperlich behinderte und alte, wurden von den aserbaidschanischen Streitkräften als Geiseln genommen oder ermordet.[1]

Zahl der Opfer[Bearbeiten]

Laut einem Bericht von Amnesty International fielen dem Massaker mindestens 45 Zivilisten zum Opfer. Neben Morden kam es dabei auch zu Verstümmelungen.[2][3]

Der Parlamentsvorsitzende der Republik Bergkarabach, Gevorg Petrossian, berichtete von 53 Zivilisten die bei dem Angriff auf das Dorf getötet wurden.[1]

Laut einem Bericht von Baroness Caroline Cox enthaupteten aserbaidschanische Streitkräfte bis zu 45 Dorfbewohner, verbrannten weitere, brannten den Großteil des Dorfes nieder und entführten etwa 100 Frauen und Kinder.[4][5]

Aserbaidschanischen Berichten zufolge war das Massaker von Maraga eine Vergeltung für das zwei Monate zuvor stattgefundene Massaker von Chodschali. Armenischen Berichten zufolge wurde das Massaker jedoch verübt, um eine armenische Präsenz in dem Ort zu beseitigen und das dortige Ölvorkommen für Aserbaidschan zu sichern.[6]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Rachel Denber, Robert Kogod Goldman: Bloodshed in the Caucasus: escalation of the armed conflict in Nagorno Karabakh, Human Rights Watch/Helsinki, S. 29, 1992
  2. Azerbaydzhan: Hostages in the Karabakh conflict: Civilians Continue to Pay the Price. (PDF; 40 kB) Amnesty International. S.9, April 1993. Abgerufen am 11. Januar 2013
  3. Country Dossier List 1993 Europe (PDF; 363 kB). Amnesty International. Abgerufen am 12. Februar 2013
  4. Survivors of the Maraghar Massacre. Christianity Today. 27. April 1998. Abgerufen am 11. Januar 2013
  5. Caroline Cox, John Eibner: Ethnic Cleansing in Progress: War in Nagorno Karabakh. Institute for Religious Minorities in the Islamic World, S. 58, 1993
  6. Oil factor had role in Maragha tragedy, Armenian MP says. Abgerufen am 11. Januar 2013