Masseur und medizinischer Bademeister

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In Deutschland ist Masseur und medizinischer Bademeister (weibliche Form: Masseurin und medizinische Bademeisterin) die Berufsbezeichnung für einen Gesundheitsfachberuf, bei dem Menschen Therapien wie Massagen, Elektrotherapien oder Bäder zur Heilung oder Linderung bei Erkrankten anwenden. Ihre Heilhilfstätigkeit erfolgt auf Anweisung von Ärzten in Form von Rezepten bei niedergelassenen Ärzten oder Therapieplänen in Krankenhäusern, Reha-Zentren und Kurheimen. Die Ausbildung und der Beruf sind in Deutschland seit 1994 durch das Masseur- und Physiotherapeutengesetz (MPhG) geschützt.

In Österreich differenziert man zwischen gewerblichen (allgemeinen) Masseuren und medizinischen Masseuren bzw. Heilmasseuren (siehe: Ausbildung in Österreich). Die Bezeichnung Heilbademeister (medizinischer Bademeister) ist nicht mehr in Verwendung. Die Bestimmungen für diese Tätigkeitsbereiche sind im Medizinischer Masseur- und Heilmasseurgesetz - MMHmG geregelt.[1]

Umgangssprachlich werden als Bademeister auch die Bediensteten in Schwimmbädern bezeichnet. Hierbei handelt es sich jedoch um Fachangestellte für Bäderbetriebe (Schwimmmeistergehilfe) bzw. Meister für Bäderbetriebe (Schwimmmeister). Da das Wort Massage auch für sexuell ausgerichtete Tätigkeiten verwendet wird, gilt die Bezeichnung Masseuse heute als zweideutig und ungeeignet.[2]


Ausbildung in Deutschland[Bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten]

Die Ausbildung ist durch die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Masseure und medizinische Bademeister (MB-APrV) geregelt und findet an staatlichen oder staatlich anerkannten Berufsfachschulen statt. Neben den schulgeldpflichtigen Schulen, die meistens privat geführt sind, gibt es an manchen Universitäten Schulen, die wenig oder kein Schulgeld verlangen. Dort werden die angehenden Masseure und medizinischen Bademeister als Gegenleistung in den Bäderabteilungen eingesetzt.

Für die Ausbildung muss man das 16. Lebensjahr vollendet haben. Ferner soll der Auszubildende mindestens den Hauptschulabschluss oder eine gleichwertig anerkannte Schulbildung mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung von mindestens einjähriger Dauer besitzen. Darüber hinaus muss er ein ärztliches Zeugnis über die gesundheitliche Eignung zur Ausübung des Berufs vorlegen. Die Dauer der Ausbildung beträgt zwei Jahre, in denen theoretisches und praktisches Wissen vermittelt wird. Am Ende folgt die Prüfung in Form eines Staatsexamen. Im Anschluss daran muss ein halbjähriges Praktikum in einem anerkannten Praktikumsbetrieb absolviert werden. Nach bestandener Prüfung und nach Ableistung des Praktikums kann auf Antrag bei der zuständigen Behörde das Recht, sich Masseur(in) und medizinische(r) Bademeister(in) nennen zu dürfen, verliehen werden.

Ausbildungsinhalte[Bearbeiten]

Den Auszubildenden werden die Grundlagen der Anatomie und Physiologie, im Speziellen die Muskulatur und der Knochenaufbau vermittelt. Weitere theoretische Grundlagen bilden die Krankheitslehre und die Hygiene. Theoretisch und praktisch werden allgemeine und spezielle Massagen, einschließlich Reflexzonen- und Unterwasserdruckstrahlmassage unterrichtet. Als weitere Therapien werden die Grundlagen und Technik der Wärme- und Lichtbehandlung, Elektrotherapie und Strahlenheilkunde und die Grundbegriffe und Grundlagen der Badeheilkunde, einschließlich der Kneipp’schen Verfahren, unterrichtet. Ferner enthält der Ausbildungsplan Verbandslehre, Erste Hilfe, sowie allgemeine und spezielle Berufslehre, einschließlich der Berufsethik.

Eine Besonderheit der Ausbildung war bis 2003 die medizinische Fußpflege. Da seit diesem Jahr die Bezeichnung Medizinischer Fußpfleger eine geschützte Berufsbezeichnung ist, darf sie bei Masseuren und medizinischen Bademeistern nicht mehr mit ausgebildet werden bzw. darf man den Titel ohne die staatliche Prüfung nicht mehr tragen.

Weiterbildungsmöglichkeiten[Bearbeiten]

Zu den zahlreichen Weiterbildungsmöglichkeiten gehören die Fortbildungen in Lymphdrainage und Sportmassage bzw. zum Fitness-Fachwirt/in oder Fachwirt/in für soziale Dienstleistungen. Einige Schulen für Physiotherapie bieten eine verkürzte Ausbildung für Masseure und medizinische Bademeister an. Mit einer erforderlichen Hochschulzugangsberechtigung können z. B. Studiengänge aus den Bereichen Sport- oder Medizinpädagogik studiert werden.

Ausbildung in Österreich[Bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten]

Der Zugang zu den diversen Ausbildungen ist erst ab dem vollendeten 17. Lebensjahr und bei körperlicher Eignung möglich. Man unterscheidet den

  • (Gewerblichen) Masseur
  • Medizinischer Masseur
  • Heilmasseur

Die Ausbildung zum (gewerblichen) Masseur erfolgt entweder im zweijährigen Lehrberuf oder über Kurs-Ausbildung bei einschlägigen Weiterbildungs- oder Gesundheitsinstitutionen. Lehrlinge werden im Rahmen der dualen Berufsausbildung an Berufsschulen und in Masseurbetrieben sowie Gesundheits- und Wellnesseinrichtungen ausgebildet. Am Ende der Lehrzeit legen Lehrlingen die Lehrabschlussprüfung ab und können nach einer Befähigungsprüfung selbstständig tätig werden. Masseure können sogenannte verwandte Lehrberufe, wie Fußpfleger und Kosmetiker, mit verkürzter Lehrzeit absolvieren.

Die Tätigkeiten von Medizinischen Masseuren und Heilmasseuren besitzen ein fast identisches Berufsbild. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass ein Heilmasseur freiberuflich arbeiten kann. Dazu braucht ein Heilmasseur die Berufsberechtigung als Medizinischer Masseur und eine Zusatzausbildung von 800 Stunden.[3] Die Ausbildung zum Medizinischen Masseur erfolgt üblicherweise an Gesundheits- und Krankenpflegeschulen oder an krankenhauseigenen Ausbildungszentren. Auch niedergelassene Heilmasseure mit Ausbildungsberechtigung oder private Einrichtungen bieten Kurse an.

Der Gesetzestext und seine Bestimmungen sind hier zu finden: Medizinischer Masseur und Heilmasseur Gesetz - MMHmG", BGBl. Nr.169/2002. [4]

Ausbildungsinhalte[Bearbeiten]

Die grundlegenden Ausbildungsinhalte der Medizinischen Masseure und Heilmasseure unterscheiden sich in Österreich und Deutschland nur unwesentlich voneinander. Die gewerblichen Masseure dürfen in Österreich laut Gesetz nur den gesunden Körper behandeln. Sie führen dementsprechend klassische Teil- und Ganzkörpermassagen und auch spezielle Massagen (z. B. Fußreflex- und Akupunkturmassagen) zur Steigerung des allgemeinen körperlichen Wohlbefindens und zur Entspannung nach sportlichen Betätigungen durch. Außerdem setzen sie Packungen (z. B. Schlamm), Wickel, Wärme- und Wasserbehandlungen, Strahlungen, Bewegungstherapie und Gymnastik ein.

Weiterbildungsmöglichkeiten[Bearbeiten]

Die bestandene Lehrabschlussprüfung ermöglicht gewerblichen Masseuren auch den Zugang zur Berufsmatura (Berufsreifeprüfung) und zu vielen Weiterbildungen in anderen Gesundheitsberufen.(Staatlich anerkannt)

Medizinische Masseure und Heilmasseure können sich spezialisieren:

  • Medizinischer Masseur
  • Gewerblicher Masseur
  • Dipl. Sportmasseur
  • Dipl. Shiatsu Praktiker
  • Dipl. Ayurveda Wohlfühlpraktiker

Ihre Ausbildung wird u.a. für folgende Berufe angerechnet: Altenpfleger, Physiotherapeut, Ergotherapeut, Gesundheits- und Krankenpfleger.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Masseur – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise und Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Rechtsinformationssystem des Bundeskanzleramtes; http://www.ris.bka.gv.at; abgerufen am 23. Juli 2010
  2. Satz nach Kluge Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, 24. Auflage, 2002, Lemma massieren: „[...] ist vor allem das Femininum Masseuse abgesunken und wird vielfach durch Masseurin ersetzt.“
  3. http://www.heilmasseure.com/de/beruf/heilmasseur/; abgerufen am 23. Juli 2010
  4. http://www.bergler.at/de/ausbildung-kurse/massage/basisausbildung_fuer_massage/ Basisausbildung für Massage (Österreich); abgerufen am 23. Januar 2012