Master of Magic

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Dieser Artikel beschreibt das DOS-Strategiespiel, für das Adventure von 1985 siehe The Master of Magic.
Master of Magic
MasterofMagic-logo.svg
Master of Magic Logo (Version aus dem Handbuch)
Entwickler Simtex
Publisher MicroProse[1]
Mitwirkende (Auswahl) Steve Barcia
Erstveröffent-
lichung
September 1994[2]
Plattform PC (DOS)
Genre Rundenbasiertes Strategiespiel, 4x Spiel
Thematik Fantasy
Spielmodus Einzelspieler
Steuerung Tastatur, Maus
Systemvor-
aussetzungen
Intel 386 oder 486 CPU, 4 MB RAM, VGA Grafikkarte [3]
Medium 8x Diskette oder 1x CD-ROM, Download[4]
Sprache Deutsch
Aktuelle Version 1.31[5] (März 1995)
1.40n Inoffizieller Patch (2012)[6]
Altersfreigabe
USK ab 6 freigegeben
Information Einflüsse:
Master of Orion
Magic: The Gathering
Civilization

Master of Magic (MoM) ist ein rundenbasiertes 4X Fantasy-Computer-Strategiespiel für den PC mit DOS. Vertrieben von Microprose[1] im Jahre 1993, wurde es von Steve Barcia (Simtex) entwickelt.

Kurzbeschreibung[Bearbeiten]

Master of Magic ist ein 4X-Spiel und besitzt viele Ähnlichkeiten mit dem Klassiker der Strategie-Computerspiele Civilization. Im Gegensatz zu dem in unserer Welt basierten Civilization spielt MoM in einer magischen Fantasy-Welt, die mit Zauberern, Helden, mythischen Kreaturen und vielen verschiedenen intelligenten Rassen bevölkert ist.

Ein Spielmechanisch großer Unterschied zwischen diesen beiden Spielen sind in MoM die taktischen Schlachten auf kleinen Schlachtfeldern, die Kämpfe ala "Bogenschütze schlägt Panzer" früherer Civ-Version unwahrscheinlich machen. Die Metaebene der Magie sorgt dazu für eine hohe Spannung in den Kämpfen, ein Helden und Artefakt-Konzept erhöht außerdem die Beziehung zwischen Spieler und Spiel.

Spielverlauf[Bearbeiten]

Am Anfang des Spieles darf sich der Spieler einen Magier auswählen oder selbst einen erstellen. Dazu stehen ihm elf „Picks“ zur Verfügung, die er auf Fähigkeiten oder Zauberbücher verteilen kann.

Die Zauberbücher [7] teilen sich in fünf verschiedene Reiche auf: Tod, Leben (wobei die gleichzeitige Auswahl von Tod und Leben nicht erlaubt ist), Natur, Chaos und Hexerei. Ein weiteres Reich steht allen Spielern zur Verfügung, die allgemeine Magie. Die Anzahl der Zauberbücher bestimmt die Anzahl der Zauber, die ein Spieler aus dem jeweiligen Reich erforschen kann, und welche Wahrscheinlichkeit des Auftretens die Zauber (normal, unnormal, selten, sehr selten) haben. Sehr seltene Zauber sind beispielsweise oft sehr mächtig und können die Welt nachhaltig veränder, normale Zauber sind meist kostengünstig und in ihrer Wirkung beschränkt. Eine der vielen motivierenden Spielmechaniken von Master of Magic ist das sich einstellende Gefühl der Allmacht, die diese beinahe allmächtigen Zauber auslösen, so können die Welten sich beispielsweise durch Zauber zu Vulkanwelten ändern, auf denen Zombies regieren und alle übrigen Einheiten und Lebewesen mittels eines einzelnen Zaubers getötet wurden.

Die Zauberreiche selbst haben unterschiedliche Schwerpunkte, so ist das Leben nicht nur auf Heilung, sondern auch mit vielen Einheitenverzauberungen ausgestattet, während die Natur auf die Beschwörung von Kreaturen setzt.

Eine Reihe von Fähigkeiten erlauben dem Spieler Zauber günstiger zu zaubern, bessere Helden anzulocken, Einheiten höher aufzuleveln oder auf einer Parallelwelt namens Myrror zu spielen.

Im Spiel können unter Umständen weitere Zauberbücher gefunden werden.

Da kein Spieler im Spiel alle Zauber und Fähigkeiten haben wird, die beiden Welten außerdem zufallsgeneriert werden, ist der Wiederspielwert und die Motivation hierzu sehr hoch.

Der Spieler startet hiernach in einer Stadt mit Zauberturm, der im Grunde nicht nur den Wohnort des Spielers, sondern auch den Spieler selbst darstellt. Das Ziel ist es, allen andere Zauber zu verbannen, indem alle gegnerischen Städte erobert bzw. vernichtet werden oder der Zauberspruch der Weltenbeherrschung gesprochen wird. So werden alle anderen Zaubertürme vernichtet und die Möglichkeit eines Wiederaufbaus in einer anderen Stadt verhindert bzw. alle Zauberer für immer von den beiden Welten gebannt.

Eine der vielen Besonderheiten des Spiels ist die Verbindung zweier Welten, Arcanus und Myrror, die sich sowohl optisch, als auch durch die dort einheimischen Rassen und Ressourcen deutlich voneinander unterscheiden. Die Welt Myrror ist dabei von starken Kreaturen und Völkern bewohnt, meist ist aber nur ein Gegenspieler auf dieser Welt vorhanden. So bietet sich Myrror vor allem für ein Abenteuer-Spiel an, bei dem Manaressourcen und andere besondere Orte erkundet werden. Auf Arcanus, einer Welt die mehr der unseren gleicht, trifft man oft sehr schnell auf Gegenspieler und wird schnell im Kämpfe verwickelt.

Ressourcen im Spiel sind Gold, Nahrung und Mana. Letzteres wird mit Hilfe von speziellen Gebäuden in Städten, durch die Verschmelzung von Zaubergeistern mit Manaknoten und durch die Eigenschaften bestimmter Rassen (z.B. Elfen) gewonnen. Weitere Ressourcen sind Stadtgebunden, dies sind u.a. Mithril und Adamantium, die stärkere Einheiten in der Stadt erzeugen, aber auch Eisen oder Magiekristalle, die die Produktion beschleunigen oder die Manaproduktion erhöht.

In einem eigenen Menu werden die magischen Kräfte des Zauberers auf die Faktoren Mana, Fertigkeit und Forschung verteilt. Mana wird von den Zauberern benötigt, um Zauber auszusprechen und besondere Einheiten und Kreaturen zu beschwören. Neue Zaubersprüche werden mit Forschungspunkten erforscht, die mit Büchereien und anderen Gebäuden erzeugt werden. Außerdem gibt es die Möglichkeit, die Fertigkeit des Zauberers zu steigern und so mächtige Zaubersprüche schneller zu zaubern.

Der Kampf unterscheidet sich bei MoM deutlich von dem aus Civilization bekannten Prinzip. Sobald zwei gegnerische Parteien auf dasselbe Spielfeld bewegt werden, wechselt das Spiel in eine isometrische Ansicht in der die Einheiten rundenbasiert gegeneinander antreten. Durch die vielen Zauber und Einheitenfähigkeiten werden die Kämpfe sehr abwechslungsreich. Die Metaebene der Magie sorgt dabei auch für Lösungen in Kämpfen zwischen schwachen, starken und wenigen gegen viele Einheiten. Für jeden Zauber gibt es aber auch Gegenzauber, so dass diese Kämpfe einen in der Spieltheorie "Puzzlecharakter" auf der Suche nach der besten Lösung bekommen.

Ergänzend zu den beschworenen Kreaturen und den in den Städten gebauten Einheiten können je nach Ruhm des Magiers Helden erscheinen und ihre Dienste anbieten. Der Ruhm wird dabei in Kämpfen erworben. Die Helden besitzen ein eigenes Inventar, in das sie bis zu drei Ausrüstungsgegenstände aufnehmen können, weiterhin können sie wie normale Einheiten im Kampf stärker werden. Im Inventar sind je nach Helden und seiner Heldenklasse (von derer es 35 gibt) eine Waffe, eine Rüstung und ein anderer Gegenstand, etwa ein Ring, dem Helden zuordenbar. Auch die Gegenstände kann man in besonderen Feldern, wie Kellern, Verliesen oder Manaknoten finden, von Göttern als Geschenk erhalten, von Händlern kaufen oder selber bauen.

Eine Besonderheit von Master of Magic lag in einem beigefügten Editor, mit dem die Gegenstände verändert werden konnten, wobei jedoch im Spiel automatisch angepasst wurde, wo diese erscheinen können. Schummeln war somit nicht möglich.

Das ultimative Ziel des Spieles besteht darin, entweder alle Gegner auszulöschen oder den Spell of Mastery auszusprechen und alle gegnerischen Zauberer zu verbannen.

Entwicklungsgeschichte[Bearbeiten]

Master of Magic wurde 1993 bei Simtex von Steve Barcia entwickelt; dieser hatte auch Master of Orion entwickelt, was sich in Übereinstimmungen in der unterliegenden Technik (Dateistrukturierung der Daten etc. ) der beiden Spiele zeigt. Die letzte offizielle Version von Master of Magic war Version 1.31 (März 1995) welche nach sehr fehlerbehafteten vorherigen Versionen die meisten kritischen Fehler behob, die von Presse und Spielern moniert worden waren.[5]

Nach der Schließung des Simtex Entwicklungsstudios 1997 wurden weitere inoffizielle Patches für die verbliebenen Bugs und Unausgewogenheiten verfügbar[6]. Ein geplanter zweiter Teil wurde nicht mehr verwirklicht.

Die Rechte an Master of Magic sind nach dem Kauf von Microprose durch Hasbro 1998[8] inzwischen bei Atari SA gelandet.

2010 wurde Master of Magic als digitaler Download bei Good Old Games[4] verfügbar. Das Spiel wird mit dem DOS-Emulator DOSBox ausgeliefert (v0.73, die erste Version mit vollständigem Support von Master of Magic[9]), wodurch das Spiel auch auf modernen Systemen authentisch gespielt werden kann.

Spätere Bedeutung[Bearbeiten]

Bekannt für seinen großen Wiederspielwert durch die vielen Zufallselemente, seiner aufwändigen und umfangreiche Spielmechanik, seiner sandboxartigen Welt mit den vielen sich im Kopf des Spielers bildenden Geschichten, und der extrem ansteigenden Zauberstärke besitzt das Spiel immer noch viele Fans und eine Online-Community die sich weiterhin mit dem Spiel beschäftigt und u.a versuchen verbleibende Bugs selbst zu beheben[6] oder an Remakes arbeitet.

Ein offizieller Nachfolger wurde, trotz mehrerer Ankündigungen verschiedener Studios (z.B. Stardock), bis jetzt nicht veröffentlicht. Als eine Art "Nachfolger" mit vielen neuen Ideen kann das von der Firma Triumph Studios entwickelte Age of Wonders gelten. Ein weiterer inoffizieller Nachfolger ist Elemental: War of Magic vom Stardock Studio welches ein offizieller Master of Magic Nachfolger werden sollte[10], jedoch aufgrund des Unvermögens die Lizenz von Atari zu bekommen, sich nicht mehr direkt auf MoM beziehen kann.

Rezeption[Bearbeiten]

Die erste Veröffentlichungsversion hatte sehr mit technischen Problemen zu kämpfen und wurde dafür von Presse und Spielern kritisiert.[5] Die spätere finale 1.31 Version, welche die meisten der monierten Probleme behob, erhielt dann überwiegend gute bis sehr gute Bewertungen in Reviews von Spielzeitschriften[11]. MoM schaffte es später auf einige Computerspiel Auszeichnungslisten, auch Alan Emrich, "Erfinder" des 4X Genres, zählt Master of Magic als sein Nr.1 Spiel aller Zeiten auf.[12] 2012 wurde MoM in einer Retrospektive des Eurogamer-Webseite erneut als bestes 4X-Spiel gewürdigt.[13]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Microprose: Games List. microprose.com. Archiviert vom Original am 20. Januar 1998. Abgerufen am 30. September 2010.
  2. TOP-SELLING 'MASTER OF ORION(TM)' AND 'MASTER OF MAGIC(TM)' NOW AVAILABLE ON MS-DOS DISK AND CD-ROM (en) MicroProse Software, Inc. 6. Januar 1995. Abgerufen am 30. September 2010.
  3. Master of Magic - Technical Supplement (englisch, pdf) Microprose. 1994. Archiviert vom Original am 13. August 2007. Abgerufen am 1. Oktober 2010.
  4. a b Master of Magic (englisch) Good Old Games. Abgerufen am 18. Mai 2011: „buy for $5.99
  5. a b c Microprose: Technical Support: Master of Magic update version 1.31 (en) microprose.com. Archiviert vom Original am 20. Januar 1998. Abgerufen am 30. September 2010.
  6. a b c kyrub: MoM insecticide patch (latest version) - 28/06/2012 Latest version here: MoM unofficial patch 1.40n (englisch) realmsbeyond.net. 24. Oktober 2011. Abgerufen am 14. Juli 2012: „What the Insecticide patch is all about? to make the MoM game as bug-free and as AI-challenging and as user-friendly as possible without modifying the content. The patch now features more than 200 bug-fixes, AI improvements and interface changes.
  7. Master of Magic - Spellbook (englisch, pdf) Microprose. 1994. Archiviert vom Original am 13. August 2007. Abgerufen am 1. Oktober 2010.
  8. Hasbro, Inc. Announces Definitive Agreement to Acquire MicroProse, Inc.. Hasbro Inc.. 12. August 1998. Abgerufen am 30. September 2010.
  9. DOSBox Compatibility List search results for "Master of Magic" (englisch) Abgerufen am 12. Mai 2011.
  10. The Good, The Bad, The Ugly. In: Game Informer. 2007, S. p56.
  11. Peter Steinlechner: Loungewizards: Master of Magic. In: Powerplay 11/94. kultpower.de. Abgerufen am 20. April 2011: „PowerPlay: Besonders Empfehlenswert [...] 85 %
  12. GameSpy staff: GameSpy's Top 50 Games of All Time (en) GameSpy. 06 2001. Archiviert vom Original am 6. Mai 2009. Abgerufen am 20. April 2011.
  13. Paul Dean: Retrospective: Master of Magic (englisch) Eurogamer. 22. April 2012. Abgerufen am 30. August 2012: „[...] it [MoM] hasn't yet been surpassed by any other fantasy 4X game. Curiously enough, Master of Magic remains the best example of its kind.