Mastodon (Band)

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Mastodon live 2012
Mastodon live 2012
Allgemeine Informationen
Herkunft Atlanta, USA
Genre(s) Progressive Metal, Sludge
Gründung 2000
Website http://www.mastodonrocks.com
Aktuelle Besetzung
Troy Sanders
Gitarre, Gesang
Brent Hinds
Gitarre
Bill Kelliher
Schlagzeug, Gesang
Brann Dailor
Ehemalige Mitglieder
Gesang
Eric Saner (2000)

Mastodon ist eine im Jahr 2000 gegründete US-amerikanische Metalband aus Atlanta (Georgia), die verschiedene Musikstile von Progressive Metal über Sludge und Math- bis Hardcore in sich vereint. Typisch für Mastodon sind lange Instrumentalteile, anspruchsvolle Rhythmusvariationen und komplexe Gitarrenriffs.

Mastodon stehen bei Reprise Records unter Vertrag und haben bislang sechs Studioalben und eine DVD veröffentlicht. In den Jahren 2007, 2012 und 2014 wurden sie für einen Grammy in der Kategorie Best Metal Performance bzw. Best Hard Rock/Metal Performance nominiert.

Bandgeschichte[Bearbeiten]

Gründung und Remission (2000–2004)[Bearbeiten]

Der Schlagzeuger Brann Dailor und der Gitarrist Bill Kelliher spielten bis 1999 zusammen in der experimentellen Death-Metal-Band Lethargy. Nachdem die Band auseinanderbrach, gaben die Musiker ein kurzes Gastspiel bei der Band Today Is the Day, mit der sie das Album In the Eyes of God einspielten. Anfang 2000 lernten Dailor und Kelliher bei einem Konzert der Band High on Fire in Atlanta den Gitarristen Brent Hinds und den Bassisten Troy Sanders kennen. Hinds und Sanders kannten sich bereits seit 1993 und waren zum damaligen Zeitpunkt gerade von Rochester nach Atlanta umgezogen. Die Musiker fanden schnell heraus, dass sie die gleichen Bands wie z.B. Neurosis, die Melvins oder Thin Lizzy mochten. Nach zwei Jamsessions im Januar 2000 wurde die Band gegründet.[1]

Troy Sanders (2012)

Mit dem Sänger Eric Saner war die erste Besetzung komplett. Im Juni 2000 nahm die Band ein Demo mit neun Liedern auf. Saner verließ die Band nach wenigen Monaten aus persönlichen Gründen, kurz bevor Mastodon auf eine fest gebuchte Tour gehen wollten. Aus Zeitgründen übernahmen Hinds und Sanders den Gesang. Mastodon tourten mit Bands wie Cannibal Corpse, Morbid Angel und Queens of the Stone Age an der Ostküste der USA. Anfang 2001 wurde über Reptillian Records die EP Slick Leg veröffentlicht, bevor die Band von Relapse Records unter Vertrag genommen wurde.

Im Frühjahr 2001 folgte eine weitere Tour an der US-amerikanischen Ostküste zusammen mit Eyehategod, Keelhaul und Burnt by the Sun sowie Auftritte beim Milwaukee Metal Festival. Im August 2001 erschien mit der EP Lifesblood die erste Veröffentlichung über Relapse. Kurze Zeit später wurde in den Zero Return Studios in Atlanta das Debütalbum Remission aufgenommen. Nach der Veröffentlichung im Mai 2002 konnten Mastodon einige kleine Erfolge im Untergrund verbuchen. Ende 2002 tourten Mastodon zusammen mit Darkane und High on Fire durch Japan, bevor die Band 2003 zusammen mit The Haunted und Hatesphere die ersten Konzerte in Europa spielten. Weitere Konzerte in den USA zusammen mit Clutch folgten. Ebenfalls 2003 nahm Mastodon für eine Split-EP mit der Band American Heritage eine Coverversion des Thin-Lizzy-Liedes „Emerald“ auf.[1]

Leviathan und Blood Mountain (2004–2007)[Bearbeiten]

Bill Kelliher (2009)

Mitte 2004 nahm die Band in Seattle ihr zweites Studioalbum Leviathan auf, welches im August veröffentlicht wurde. Leviathan ist ein Konzeptalbum, das sich lose auf Herman Melvilles Roman Moby Dick bezieht. Mit etwa 8.000 verkauften Einheiten in der ersten Woche schafften Mastodon zum ersten Mal den Sprung in die Charts und erreichten in den USA Platz 139.[1] Die britischen Rockmagazine Kerrang! und Terrorizer kürten Leviathan zum Album des Jahres.[2][3]

Mastodon tourten mit Fear Factory und Sworn Enemy durch Nordamerika, bevor sie zusammen mit Killswitch Engage an der „Jägermeister Music Tour“ von Slayer teilnahmen. Nach einer Europatournee mit Dozer und Extol wurden Mastodon von Reprise Records, einer Tochterfirma des Major-Labels Warner Music unter Vertrag genommen.[1] Im Sommer 2005 nahmen Mastodon an der Ozzfest-Tour durch Nordamerika teil und teilten die Bühne mit Bands wie Black Sabbath und Iron Maiden. Ende des Jahres begann die Band mit den Aufnahmen für ihr drittes Studioalbum. Relapse Records veröffentlichten im Januar 2006 unter den Titel Call of the Mastodon eine neu gemasterte Version des Demos. Später folgte mit The Workhorse Chronicles die erste DVD, die Konzertmitschnitte und Interviews enthält.

Brent Hinds (2009)

Im September 2006 erschien mit dem von Matt Bayles produzierten Blood Mountain das dritte Album Mastodons. Das Konzeptalbum über das Element Erde, nach Feuer (Remission) und Wasser (Leviathan) das dritte Album über die vier Elemente[4], bietet neben Gastauftritten von Neurosis-, The-Mars-Volta- und QOTSA-Musikern den bislang massenkompatibelsten Zugang zur Musik der Band: Der Anteil extremen Metals wurde zurückgeschraubt und dafür vermehrt auf melodische Bögen und Prog-Elemente Wert gelegt.[5] Musikkritiker hoben erneut die instrumentalen Fähigkeiten der Bandmitglieder positiv hervor, so seien die „Hochgeschwindigkeits-Licks und gitarristische Akrobatik […] brillant, nahezu unglaublich“ und setzten „neue Genre-Standards“.[4] Vermehrt wurden Vergleiche mit Bands wie Rush und King Crimson bemüht.[6][4][5]

Im Herbst 2006 spielten Mastodon im Vorprogramm der Europatour von Tool, Anfang 2007 folgten Shows unter anderem mit Slayer und Converge. Das Lied „Colony of Birchmen“ erhielt in der Kategorie Best Metal Performance eine Grammy-Nominierung. Der Preis ging jedoch an Slayer.[7] Im März 2007 spielten Mastodon beim Dubai Desert Rock-Festival ihr erstes Konzert im Nahen Osten.

Am 9. September 2007 spielten Mastodon zusammen mit Josh Homme das Lied „Colony of Birchmen“ bei den MTV Video Music Awards. In der Nacht legte sich Brent Hinds in betrunkenem Zustand mit dem System-of-a-Down-Bassisten Shavo Odadjian an. Es kam zu einer Schlägerei, bei der Hinds schwere Kopfverletzungen, eine gebrochene Nase, zwei blaue Augen und Hirnblutungen erlitt. Hinds musste daraufhin für längere Zeit im Krankenhaus behandelt werden.[8]

Crack the Skye und The Hunter (2008–2012)[Bearbeiten]

Brann Dailor (2012)

Nach Hinds Genesung machte sich die Band an die Arbeiten zu ihrem vierten Studioalbum Crack the Skye, das von Brendan O’Brien produziert und am 24. März 2009 veröffentlicht wurde. Es komplettierte die Elemente-Serie der Vorgängerwerke. Zwischenzeitlich tourte die Band Ende 2008 zusammen mit Slayer, Trivium und Amon Amarth im Rahmen von Slayers „Unholy Alliance“-Tour durch Europa. Nach der Veröffentlichung von Crack the Skye, das eher an den Progressive Rock der 1970er Jahre angelehnt ist und mit positiven Kritiken ausgezeichnet wurde, folgten Nordamerika-Touren mit u.a. Dethklok, Between the Buried and Me und Baroness, sowie Auftritte in Europa mit Metallica. Bei den ausgiebigen Touren für Crack the Skye entstand Mastodons erste Live-DVD Live at the Aragon mit einer kompletten Aufführung des Albums. Es erschien im März 2011.

Im Jahre 2010 schrieben Mastodon auf Anfrage von Jimmy Hayward einen instrumentalen Soundtrack zu dessen auf dem gleichnamigen DC-Comics-Helden basierenden Film Jonah Hex. Brent Hinds bekam zusätzlich einen Cameo-Auftritt in diesem Film.[9] Zwei Wochen nach dem Filmstart in den Vereinigten Staaten wurde die EP Jonah Hex: Revenge Gets Ugly digital über Reprise Records veröffentlicht.[10] Ein Jahr später steuerten Mastodon zum offiziellen Soundtrack des Science-Fiction-Films Transformers: Dark of the Moon mit Just Got Paid eine Coverversion des gleichnamigen ZZ-Top-Liedes bei.

Anschließend begann die Band mit dem Songwriting für ein fünftes Studioalbum. Seit Ende April wurden auf der offiziellen Facebookseite von Mastodon Fotos veröffentlicht, die die vier Musiker bei Aufnahmen zeigen. Unter anderem ist auch Dave Grohl von der Band Foo Fighters zu sehen, der jedoch nicht auf dem Album zu hören ist. Mit Mike Elizondo arbeiteten Mastodon mit einem neuen Produzenten, der zuvor hauptsächlich mit Hip-Hop-Künstlern wie Dr. Dre oder Eminem gearbeitet hat. Das Album mit dem Titel The Hunter wurde am 23. September 2011 veröffentlicht. Erstmals konnte sich die Band in den Top 10 der US-amerikanischen Albumcharts platzieren. Die Single Curl of the Burl wurde im Jahre 2012 für den Grammy in der neu geschaffenen Kategorie Best Hard Rock/Metal Performance nominiert. Der Preis ging jedoch an die Foo Fighters.[11]

Once More ’Round the Sun (seit 2013)[Bearbeiten]

Ende 2012 begann die Band mit dem Schreiben neuer Musik. Mitte des folgenden Jahres nahm die Band zusammen mit Rob Zombie, Five Finger Death Punch und Amon Amarth an der Rockstar Energy Drink Mayhem-Festivaltournee teil. Im Dezember 2013 kam das Livealbum Mastodon Live at Brixton heraus, das am 11. Februar 2012 in der Londoner Brixton Academy mitgeschnitten wurde. Gleichzeitig begannen die Aufnahmen für das sechste Studioalbum, das von Nick Raskulinecz produziert wurde.[12] Das Album trägt den Titel Once More ’Round the Sun und erschien am 20. Juni 2014. Das Album erreichte Platz sechs der US-amerikanischen Albumcharts und erreichte in Finnland gar die Spitzenposition.[13] Die vorab ausgekoppelte Single High Road wurde für den Grammy in der Kategorie Best Hard Rock/Metal Performance nominiert.[14]

Der Bandname[Bearbeiten]

Künstlerische Darstellung eines Mastodonten

Der Bandname stammt von den Mastodonten, einer Familie der Rüsseltiere. Die Idee dazu kam Brent Hinds, der eines Tages auf eine seiner Tätowierungen zeigte und fragte, wie dieses Tier hieße, welches wie ein prähistorischer Elefant aussieht. Die gleiche Tätowierung trägt Bill Kelliher auf seinem Oberarm. Das Motiv stammt aus dem Film Krieg der Sterne und ist auf den Rüstungen der Figur Boba Fett zu sehen.[15]

Mastodon-Bier[Bearbeiten]

Im November 2013 wurde in Zusammenarbeit mit der britischen Firma Signature Brew das Mastodon-Bier Black Tongue in den Markt eingeführt. Black Tongue, benannt nach einem Lied der Band von dem Album The Hunter, ist ein schwarzes India Pale Ale mit einem Alkoholgehalt von 8,3 Prozent.[16]

Diskografie[Bearbeiten]

Diese Aufzählung enthält nur die Studioalben. Für eine ausführliche Diskografie siehe: Mastodon/Diskografie

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mastodon (band) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Garry Sharpe-Young: Mastodon. MusicMight, abgerufen am 21. November 2013 (englisch).
  2. Kerrang! Albums Of The Year 2004. Rocklistmusic.co.uk, abgerufen am 21. November 2013 (englisch).
  3. Terrorizer Albums Of The Year 2004. Rocklistmusic.co.uk, abgerufen am 21. November 2013 (englisch).
  4. a b c Demon Cleaner: Mastodon - Blood Mountain. Whiskey-Soda.de, abgerufen am 21. November 2013.
  5. a b jdw: Mastodon - Blood Mountain. Bandsmagazine.ch, abgerufen am 21. November 2013.
  6. Dennis Grenzel: Mastodon - blood mountain. Sweetjanemusic.de, abgerufen am 22. November 2013.
  7. SLAYER Wins GRAMMY In 'Best Metal Performance' Category. Blabbermouth.net, abgerufen am 22. November 2013 (englisch).
  8. Aaron Thompson: Post-VMA headbanging. Las Vegas Weekly, abgerufen am 22. November 2013 (englisch).
  9. Justin Jacobs: Mastodon Talks Jonah Hex Score. Pastemagazine.com, abgerufen am 22. November 2013 (englisch).
  10. MASTODON To Release EP Of Tracks From 'Jonah Hex' Original Score. Blabbermouth.net, abgerufen am 22. November 2013 (englisch).
  11. FOO FIGHTERS Win 'Best Hard Rock/Metal Performance' GRAMMY For 'White Limo'. Blabbermouth.net, abgerufen am 22. November 2013 (englisch).
  12. MASTODON Taps Producer NICK RASKULINECZ For New Album. Blabbermouth.net, abgerufen am 21. November 2013 (englisch).
  13. Mastodon in den finnischen Charts. Finnishcharts.com, abgerufen am 2. Juli 2014.
  14. SLIPKNOT, ANTHRAX, MASTODON, MOTÖRHEAD Among GRAMMY AWARDS Nominees. Blabbermouth.net, abgerufen am 6. Dezember 2014 (englisch).
  15. Thomas Sulzbacher: Die Jäger des verlorenen Spaßes. In: SLAM alternative music magazine, November/Dezember 2011, Seite 40
  16. MASTODON Launches 'Black Tongue' Beer. Blabbermouth.net, abgerufen am 8. November 2014 (englisch).