Masurische Seenplatte

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Die Masurische Seenplatte in der geomorphologischen Einteilung Polens
Die südliche Uferspitze des Sonntagsees (Jezioro Szóstak), etwa 2 km südlich des Dorfes Steinberg (Szczecinowo)
Das nordöstliche Ufer des Spirdingsees (Jezioro Śniardwy) beim Dorf Seegutten (Nowe Guty)

Die Masurische Seenplatte (poln. Pojezierze Mazurskie) ist eine Seen-Landschaft im Nordosten Polens in der Woiwodschaft Ermland-Masuren.

Lage[Bearbeiten]

Die Seenplatte befindet sich im Südwestteil des Baltischen Landrückens. Sie besteht aus einer Vielzahl von Seen in einer eiszeitlichen Moränenlandschaft. Charakteristisch für diese Landschaft sind glaziale Rinnen zwischen den Hügeln, entstanden durch die abtragende Wirkung der Schmelzwässer beim Abschmelzen der Gletscher, die später die Seen aufnahmen. Die Seenplatte hat eine Größe von etwa 1700 km². Entwicklungsgeschichtlich und landschaftlich ähnliche Seenplatten sind die Finnische, die Pommersche und die Mecklenburgische Seenplatte sowie die Holsteinische Schweiz.

Besonderheiten[Bearbeiten]

Die beiden größten Seen der Masurischen Seenplatte sind der Spirdingsee (Jezioro Śniardwy; 113,8 km²) und der Mauersee (Jezioro Mamry, 104 km²). Alle Seen zusammen nehmen einen Flächenanteil von 7 % des Gebietes ein. Es gibt etwa 2700 Seen mit einer Größe von über einem Hektar. Masuren ist das größte Süßwasserreservoir Polens. Die höchsten Berge in dem Gebiet sind die Kernsdorfer Höhe (312 m) im Südwesten der Seenplatte und der Seesker Berg (309 m) im Nordosten in den Seesker Höhen. Wichtige Orte sind Węgorzewo (Angerburg), Giżycko (Lötzen) und Mikołajki (Nikolaiken). Etwa 40 Prozent der masurischen Seenplatte stehen unter Naturschutz. Das Reservat um den Luknajno-See in der Nähe von Mikołajki, in dem die größte polnische Höckerschwankolonie lebt, steht als Biosphärenreservat unter dem besonderen Schutz der UNESCO. Der etwa 100 Kilometer lange Fluss Krutynia hat ebenfalls den Status eines Reservates. Auf dem Fluss, der viele Seen miteinander verbindet, lassen sich Kajak- oder Kanutouren unternehmen.

Ein bedeutender Kenner der masurischen Seen war der Schriftsteller Fritz Skowronnek.

Kanäle und Schifffahrt[Bearbeiten]

Unter masurischer Flagge: 99. Stiftungsfest des Corps Masovia (1929)

Viele der Seen sind durch Kanäle wie den Oberländischen Kanal verbunden; der Kanal Talcki verbindet den Jezioro Tałty mit dem Jezioro Tałtowisko. Über sie kann man große Teile der Seenplatte bis hin zur Ostsee befahren. Die Seenplatte ist eines der Hauptzielgebiete des Tourismus in Polen mit einer Vielzahl von Badestellen, Angelmöglichkeiten, Anlegestellen, ausgebauten Fahrradwegen, Campingmöglichkeiten, Hotels und Gastronomie.

Zur Sicherung des Schiffsverkehrs wurde 2011 an der Wasserroute ein Sturmwarnsystem eingerichtet, mit dem die Wassersportler auf schlechte Wetterbedingungen aufmerksam gemacht werden können.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Norbert von Frankenstein: Wassersport- und Reiseführer Masurische Seenplatte: Revierführer – Törnplaner – Landgang. Busse-Seewald Verlag, 1996, ISBN 3512031560.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 31-11 vom 6. August 2011

5422Koordinaten: 54° 0′ 0″ N, 22° 0′ 0″ O