Maszewo

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Maszewo
Wappen von Maszewo
Maszewo (Polen)
Maszewo
Maszewo
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Landkreis: Goleniowski
Gmina: Maszewo
Fläche: 5,54 km²
Geographische Lage: 53° 30′ N, 15° 4′ O53.49611111111115.061388888889Koordinaten: 53° 29′ 46″ N, 15° 3′ 41″ O
Höhe: 66 m n.p.m
Einwohner: 3337
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 72-130
Telefonvorwahl: (+48) 91
Kfz-Kennzeichen: ZGL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 106 Rzewnowo ↔ Pyrzyce
DW 113 Święta ↔ Maszewo
Schienenweg: kein Bahnanschluss
Nächster int. Flughafen: Stettin-Goleniów
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Gemeindegliederung: 32 Ortschaften
24 Schulzenämter
Fläche: 210,51 km²
Einwohner: 8717
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 41 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3204033
Verwaltung (Stand: 2009)
Bürgermeisterin: Jadwiga Ferensztajn
Adresse: Pl. Wolności 2
72-130 Maszewo
Webpräsenz: www.maszewo.pl

Maszewo (deutsch Massow) ist eine Kleinstadt in der polnischen Woiwodschaft Westpommern, Powiat Goleniowski, mit 3.200 Einwohnern.

Geographie[Bearbeiten]

Der Ort liegt im Westen der Woiwodschaft Westpommern auf halbem Wege zwischen den Städten Goleniów und Stargard Szczeciński. Massow erstreckt sich auf einem Hügel am Fluss Stepnica.

Geschichte[Bearbeiten]

Massow südöstlich von Naugard auf einer Landkarte von 1905.
Stadtkirche (13. Jh.)
Rathausplatz der Stadt.

Im 10. und 12. Jahrhundert befand sich nördlich der Stepenitzquelle auf dem so genannten Schlossberg ein wendischer Burgwall, bei dem sich eine slawische Siedlung entwickelt hatte. Anfang des 13. Jahrhunderts muss das Gebiet wüst gelegen haben, und erst mit der Ansiedlung deutscher Einwanderer aus dem Westen entstand an gleicher Stelle eine neue Ortschaft, benannt nach dem ehemaligen Burgherrengeschlecht von Massow. Die neue Siedlung muss eine positive Entwicklung genommen haben, denn schon in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts hatte sie städtischen Charakter gewonnen. Schon um 1260 war die Marienkirche errichtet worden. Zu dieser Zeit übte das Bistum Cammin die Landesherrschaft in diesem Gebiet aus, und so verlieh auch der Camminer Bischof Hermann von Gleichen Massow 1278 das Magdeburger Stadtrecht, das 1286 in Lübisches Recht umgewandelt wurde. Im gleichen Jahr wurde die erste Stadtbefestigung errichtet, die zunächst eine Palisadenwehr war. Im Laufe des 14. Jahrhunderts wurden die Palisaden durch eine Steinmauer ersetzt.

Aus der Zeit des ausgehenden Mittelalters gibt es wenig Nachrichten über Massow. Überliefert ist, dass das Bistum Cammin seine Eigentumsrechte an Massow im Jahre 1454 aufgab und dass ab 1679 der Graf Ludwig Friedrich zu Wied neuer Herr über Massow wurde. Ende des 18. Jahrhunderts wurden Teile der Stadtbefestigung abgetragen, lediglich die Stadtmauer und ein Rundturm wurden stehengelassen.

Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges war Massow mit Hinterpommern unter brandenburgische Herrschaft gekommen und in den Naugard-Daber-Dewitzscher Kreis eingegliedert worden. Nach der preußischen Verwaltungsreform von 1815 kam Massow zum Kreis Naugard und befand sich dort nahe der südlichen Kreisgrenze, 20 Kilometer von der Kreisstadt entfernt.

Anfang des 20. Jahrhunderts lebten etwa 2.800 Menschen in der Stadt. Erst 1903 wurde Massow über die Strecke Gollnow–Massow der Naugarder Bahnen an das Eisenbahnnetz angeschlossen, was zur Ansiedlung kleinerer Industriebetriebe wie zum Beispiel einem Kalksandsteinwerk und einer Ziegelei führte. Dadurch wiederum zogen neue Einwohner in die Stadt, die sich nach Nordwesten erweiterte.

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts lebten in Massow bis zu etwa 85 jüdische Bürger.[2] Die meisten wanderten danach ab, und bei der Volkszählung im Jahr 1925 wurden nur noch 14 Juden in Massow gezählt.[3] Bis 1938 wohnten zwei jüdische Familien in Massow, die hier Geschäfte hatten; nach dem 9. November 1938 wanderten diese in die USA aus.[4]

Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Massow Anfang März 1945 von der Roten Armee besetzt. Nach Kriegsende wurde Massow Teil Polens und in Maszewo umbenannt.

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten]

  • 1740: 868[2]
  • 1782: 1.002, davon 31 Juden[2]
  • 1794: 1.105, davon 33 Juden[2]
  • 1812: 1.287, davon neun Katholiken und 34 Juden[2]
  • 1816: 1.329, davon zwölf Katholiken und 39 Juden[2]
  • 1831: 1.838, davon acht Katholiken und 45 Juden[2]
  • 1843: 2.226, davon sechs Katholiken und 62 Juden[2]
  • 1852: 2.496, davon fünf Katholiken und 85 Juden[2]
  • 1861: 2.703, davon 13 Katholiken und 78 Juden sowie vier Deutschkatholiken
  • 1875: 2.671[5]
  • 1880: 2.815[5]
  • 1925: 3.371, davon 3.305 Protestanten, 35 Katholiken und 14 Juden[3]
  • 1933: 3.835[5]
  • 1939: 3.830[5]
  • 2011: 3.310

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

  • Loitz (Deutschland, Mecklenburg-Vorpommern)
  • Mölln (Deutschland, Schleswig-Holstein)[6]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Im Zentrum der Altstadt steht die gotische St.-Marien-Kirche, eine dreischiffige Hallenkirche aus dem 13. Jahrhundert. Das Untergeschoss des Turms wurde aus geglätteten Granitquadern errichtet.

Von der Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert sind noch Reste erhalten.

Gmina Maszewo[Bearbeiten]

Geographie[Bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde Maszewo hat eine Flächenausdehnung von 210,51,73 km². 74 % des Gemeindegebiets werden landwirtschaftlich genutzt, 17 % sind mit Wald bedeckt.[7]. Im Westen grenzt sie an die Puszcza Goleniowska (Gollnower Heide). Nachbargemeinden sind:

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gmina Maszewo ist in 24 Sołectwo (Schulzenämter) untergliedert, in die 32 Ortschaften eingegliedert sind:

  • Bagna (Pagenkopf)
  • Bielice (Wittenfelde)
  • Budzieszowce (Korkenhagen)
  • Darż (Daarz)
  • Dąbrowica (Damerfitz)
  • Dębice (Eichenwalde)
  • Dobrosławiec (Friederikenhof)
  • Godowo (Freiheide)
  • Jarosławki (Neuendorf)
  • Jenikowo (Hohen Schönau)
  • Korytowo (Walsleben)
  • Maciejewo (Matzdorf)
  • Maszewo (Massow)
  • Maszewko (Neu Massow)
  • Mieszkowo
  • Mokre (Schönwalde)
  • Nastazin (Hermelsdorf)
  • Pogrzymie (Birkenwerder)
  • Przemocze (Priemhausen)
  • Radzanek (Resehl)
  • Rożnowo Nowogardzkie (Rosenow)
  • Sokolniki (Falkenberg)
  • Tarnowo (Großenhagen)
  • Wisławie (Schönhof)
  • Zagórce
  • Übrige Ortschaften bzw. Kolonien:

Bęczno (Benzrode), Dolacino (Emilienhof), Kłodniki (Kreuzbrücke), Kolonie Maszewo, Leszczynka (Wiesenhof), Stodólska (Ackerhof), Sowjcino und Wałkno (Falkenau).

Verkehr[Bearbeiten]

Durch das Gemeindegebiet führen vier Woiwodschaftsstraßen:

Seit 1903 war Maszewo über eine Strecke der Naugarder Bahnen mit der Stadt Goleniów (Gollnow) verbunden. Im Jahre 1992 wurde die Bahnstrecke stillgelegt.

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gustav Kratz: Die Städte der Provinz Pommern - Abriss ihrer Geschichte, zumeist nach Urkunden. Berlin 1865, S. 261–266. (Volltext)
  • Peter Johanek, Franz-Joseph Post (Hrsg.); Thomas Tippach, Roland Lesniak (Bearb.): Städtebuch Hinterpommern. Deutsches Städtebuch, Band 3, 2. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 2003, ISBN 3-17-018152-1, S. 153–156.
  • Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern. Teil II, Band 5, Abt. 2: Enthaltend vom Naugarder Kreise die zweite Hälfte, die allgemeine Übersicht des Stadtkreises Stettin und Ergänzungsblätter betreffend die West-Oder-Kreise des Regierungs-Bezirks Stettin. Anklam 1874.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Maszewo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 11. Juli 2014.
  2. a b c d e f g h i Gustav Kratz: Die Städte der Provinz Pommern - Abriss ihrer Geschichte, zumeist nach Urkunden. Berlin 1865, S.264-265.
  3. a b http://stadt.massow.kreis-naugard.de/
  4. Hans-Georg Grams: Unsere Heimat Hinterpommern – Eichenwalde – Die Menschen und ihr Schicksal: Von der Besiedelung bis zur Vertreibung. Max Schick GmbH, München 2003, ISBN 3-9803273-2-9, S. 212–213.
  5. a b c d http://www.verwaltungsgeschichte.de/naugard.html
  6. http://www.maszewo.pl
  7. regioset.pl (pl/en)