Math-Rock

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Math-Rock
Stilistische Ursprünge: Rock, Progressive Rock, Punkrock, Heavy Metal, Jazz, Punk Jazz
Kultureller Ursprung: späte 1980er Jahre, Chicago, Pittsburgh, San Diego, Los Angeles, Japan
Typische Instrumente: E-Gitarre - E-Bass - Schlagzeug
Mainstream Popularität: gering, in kleineren Untergrundkreisen von den späten 1980er Jahren bis mittleren 1990er Jahren
Subgenres: Post-Rock

Math-Rock (abgeleitet von Math, englische Kurzform von „Mathematik“) ist ein im Progressive Rock verwurzelter Musikstil, der sich in den späten 1980er Jahren durch komplexe gitarrenlastige Rhythmen auf der Grundlage der experimentellen Rockmusik entwickelte. Math-Rock zeichnet sich durch komplexe, atypische rhythmische Strukturen, abgehackte Melodien, Riffdominanz und dissonante Akkorde aus.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Math-Rock legt mit einer geradezu mathematischen Perfektion Wert auf ungerade Taktarten, verwickelte Metren und dissonante Klänge.

Math-Rock verwendet häufig asymmetrische Taktarten wie 7/8, 11/8, 13/8, oder ständig wechselnde Takte in Gruppen von zwei und drei Takten. Diese rhythmische Komplexität wird von Zuhörern oft als mathematische Präzision empfunden und gab dieser Stilrichtung ihren Namen.

Musikalisch leitet sich diese Stilrichtung von anderen Rock-Genres wie Rock, Heavy Metal und Punkrock ab.

Der Sound ist dominiert von Gitarre und Schlagzeug (wie in traditionellem Rock), jedoch stechen Schlagzeuger bei dieser Stilrichtung aufgrund der hohen Komplexität oft stärker hervor. Instrumentalsoli sind praktisch nicht anzutreffen.

Oftmals wird im Math-Rock gänzlich auf Gesang verzichtet, etwa bei rein instrumentellen Bands wie Don Caballero und Hella. Gesang bzw. Songtexte stehen in diesem Genre nicht im Mittelpunkt, sondern werden eher als Teil des Ganzen gesehen.

Einflüsse[Bearbeiten]

Beeinflusst wurde der Math-Rock durch Progressive Rock sowie frühe Avantgarde-Rock-Musiker wie Massacre, Bill Laswell, Captain Beefheart und John Zorn.

Bands[Bearbeiten]

Zu den Bands dieser Stilrichtung gehören Spastic Ink, Don Caballero, Hella, Tera Melos, Battles, Foals, El Grupo Nuevo de Omar Rodriguez Lopez, Bellini, CHLL PLL, Native, Castevet, Haymarket Riot und Shellac.

Verwandte Stilrichtungen[Bearbeiten]

Eine eng verwandte Gattung ist Post-Rock, allerdings zeichnet sich dieser durch eher jazzartiges Trommelspiel aus. Außerdem sind im Post-Rock dissonante Melodien seltener anzutreffen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Kevin Holm-Hudson: Progressive Rock Reconsidered. Garland Pub, 2001, ISBN 0-8153-3715-9, speziell das Kapitel How Alternative Turned Progressive: The Strange Case of Math Rock, Seiten. 243 - 260 von Theo Cateforis

Weblinks[Bearbeiten]