Matrix (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel: Matrix
Originaltitel: The Matrix
Produktionsland: USA, Australien
Erscheinungsjahr: 1999
Länge: 131 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 16
Stab
Regie: Andy Wachowski
Larry Wachowski
Drehbuch: Andy Wachowski
Larry Wachowski
Produktion: Joel Silver
Musik: Don Davis
Kamera: Bill Pope
Schnitt: Zach Staenberg
Besetzung

Matrix ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Film der Wachowski-Brüder aus dem Jahr 1999. In den Hauptrollen spielen Keanu Reeves, Laurence Fishburne und Carrie-Anne Moss. Im Mai 2003 folgte Matrix Reloaded, der zweite Teil, und im November 2003 Matrix Revolutions, der dritte Teil.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Handlung

Thomas A. Anderson ist Programmierer bei einer weltweit erfolgreichen Softwarefirma und lebt einen unauffälligen Alltag. In seinem Privatleben jedoch ist er ein professioneller Hacker, der unter dem Pseudonym Neo Aufträge gegen Bezahlung ausführt. Doch seit Jahren beschäftigt ihn das Gefühl, dass mit seinem Leben irgendetwas nicht zu stimmen scheint. Im Internet sucht er schon lange nach dem Anführer einer geheimnisvollen Untergrundbewegung mit dem Decknamen Morpheus. Von ihm erhofft er sich die Erlösung von der ihn quälenden Ungewissheit. Ohne sein Wissen wird er aber bereits vom Geheimdienst beobachtet. Als Neo Morpheus endlich treffen kann, erfährt er, dass er selbst die zentrale Frage bereits kenne: „Was ist die Matrix?“. Morpheus, den Neo durch die Hackerin Trinity kontaktieren konnte, eröffnet ihm auch den eigentlichen Grund seiner Suche.

„Ich will dir sagen, wieso du hier bist. Du bist hier, weil du etwas weißt. Etwas, das du nicht erklären kannst. Aber du fühlst es. Du fühlst es schon dein ganzes Leben lang, dass mit der Welt etwas nicht stimmt. Du weißt nicht was, aber es ist da. Wie ein Splitter in deinem Kopf, der dich verrückt macht. Dieses Gefühl hat dich zu mir geführt.“

Morpheus

Morpheus eröffnet Neo, dass es schwierig sei zu erklären, was die Matrix ist, und dass jeder sie selbst erleben müsse. Er stellt ihn vor die Wahl: Entweder entscheide er sich für die Wahrheit oder dafür, sein Leben als Thomas A. Anderson fortzusetzen. Neo wählt Ersteres und wird aus der Matrix befreit.

Er erwacht in einer für ihn bis dahin unvorstellbaren Realität: Bis auf wenige Überlebende und Befreite werden alle Menschen von intelligenten Maschinen in riesigen Zuchtanlagen als Energiequelle benutzt. Ihre Gehirne sind an eine komplexe Computersimulation, die Matrix, angeschlossen, die ihren Geist kontrolliert. Es hält sie in einer virtuellen Welt gefangen, die ihnen als das wirkliche Leben erscheint. Die Agenten, die Neo verfolgt hatten, entpuppen sich als Programme zum Schutz der Matrix.

Laut Morpheus geriet Anfang des 21. Jahrhunderts die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz außer Kontrolle. Die Menschen verdunkelten den Himmel, um den solarbetriebenen Maschinen die Energiequelle zu nehmen. Die intelligenten Maschinen passten sich der Veränderung an und unterwarfen die Menschheit, die sie seitdem als Energiequelle züchten.

Die befreiten Menschen können in die Matrix eindringen, um einzelne Menschen aus der Sklaverei der Maschinen zu befreien. Ihr Körper bleibt schutzlos in der Realität zurück. Allerdings, so Morpheus, werden nur junge, noch geistig flexible Menschen befreit, die die Realität akzeptieren können. Morpheus glaubt an die bevorstehende Rückkehr des Auserwählten. Dieser hatte die Matrix durchschaut, die ersten Menschen befreit und den Widerstand begründet. Laut Prophezeiung des Orakels wird Morpheus den Auserwählten in der Matrix finden. Morpheus glaubt, dass Neo der Auserwählte ist, weshalb er ihn befreit hat. Er bildet Neo umfassend in Kampfkünsten virtuell aus und verdeutlicht ihm, dass Denken sinnlos sei und Handeln allein zum Erfolg führe. Als Neo zum Orakel, einer Hausfrau mittleren Alters, in der Matrix gebracht wird, offenbart ihm dieses den zentralen Satz seiner Existenz: „Erkenne dich selbst“.

Als Agent Smith Morpheus gefangen nimmt, steht Neo vor einer Entscheidung. Die Agenten können durch Morpheus an Daten über Zion kommen, die letzte Stadt freier Menschen, die sie vernichten wollen. Um das zu verhindern, will die Crew die Verbindung zwischen Morpheus Körper und der Matrix trennen, was zu seinem Tod führt. Neo erkennt diese Situation im Orakelspruch wieder und entschließt sich, Morpheus zu befreien. Neo und Trinity gehen in die Matrix, stellen sich den Agenten und befreien Morpheus.

Als Neo, Morpheus und Trinity die Matrix verlassen wollen, werden sie von Agent Smith aufgespürt. Morpheus und Trinity können entkommen. Obwohl gewarnt, dass noch niemand eine Konfrontation mit einem Agenten überlebt hat, stellt sich Neo Agent Smith. Nach einem Kampf und einer Verfolgungsjagd wird Neo von Agent Smith erschossen. Trinity ist wegen einer ihr vom Orakel offenbarten Prophezeiung davon überzeugt, dass Neo lebt. Sie spricht zu ihm und gibt ihm einen Kuss, der den Inhalt jener Prophezeiung bestätigt. Neo erwacht, kann den Matrix-Code sehen und kontrollieren. Damit ist er in der Lage, Agent Smith zu besiegen und die Weichen für einen Neuanfang der Menschheit zu stellen.

[Bearbeiten] Hintergrund

Als Produzenten waren Warner Bros. und Village Roadshow beteiligt. Es wurden aufwendige visuelle Effekte verwendet, beispielsweise der Bullet-Time-Effekt, der durch diesen Film starke Popularität erlangte. Auffallend sind aber auch die über den Horizont bloßer Actionfilme hinausgehenden philosophisch-theologischen Inhalte mit Anleihen an Platons Höhlengleichnis, den Gnostizismus, Zen-Buddhismus und der Analogie der Handlung zum Neuen und Alten Testament.

Nach dem Erfolg von The Matrix kamen 2003 die Nachfolger Matrix Reloaded und als dritter Teil Matrix Revolutions in die Kinos. Hinzu kamen neun Anime-Kurzfilme namens Animatrix, die im Internet und vor anderen Kinofilmen gezeigt und schließlich alle auf einer DVD veröffentlicht wurden. Etwa gleichzeitig mit dem zweiten Teil wurde außerdem das Computerspiel Enter the Matrix für PC, PlayStation 2, Xbox und GameCube veröffentlicht. Am 7. Dezember 2004 wurde „The Ultimate Matrix Collection” veröffentlicht. Sie enthält alle drei Filme, die Animatrix-DVD sowie zusätzlich sechs DVDs mit Hintergrund-Informationen. Das Set, bestehend aus zehn DVDs, ist in der Standard Edition und in der Special Edition (Plastikbox inklusive einer Neo-Büste) erhältlich.

Im 1. Quartal 2005 wurde das Online-Computer-Spiel The Matrix Online veröffentlicht, dessen vom Spieler beeinflussbare Handlung dort ansetzt, wo Matrix Revolutions aufhört.

Der Film ist stark von den Ideen des japanischen Animefilms Ghost in the Shell inspiriert, der einer der Hauptgründe für die Wachowski-Brüder war, The Matrix zu schaffen.[1]

[Bearbeiten] Parodien

Der Film Matrix hat zu Filmen geführt, die wesentliche Elemente des Films übernehmen, um ihre eigene Geschichte zu erzählen. Dazu gehören neben vielen anderen (wie z.B. Matrix XP) auch die mehrfach ausgezeichnete Flash-Animation The Meatrix.

Auch einzelne Szenen und stilistische Elemente wurden parodiert, z. B. in manchen Folgen der Simpsons oder Futurama.

Die Szene auf dem Dach des Hochhauses, in der einer der Agenten auf Neo schießt und dieser sich nach hinten bis zum Boden beugt, während über ihm die Kugeln in Zeitlupe hinwegziehen (siehe auch Bullet Time), wird häufig in Filmen oder durch Bilder parodiert, zum Beispiel in den Filmen Scary Movie, Shrek oder Der WiXXer.

Es existiert eine Parodie (produziert für die MTV-Movie-Awards), welche sich auf der Bonus-DVD des zweiten Teils befindet.

[Bearbeiten] Soundtrack

1. Marilyn Manson – Rock Is Dead 8. Rob Zombie – Dragula [Hot Rod Herman Remix]
2. Propellerheads – Spybreak 9. Deftones – My Own Summer (Shove It)
3. Ministry – Bad Blood 10. Hive – Ultrasonic Sound
4. Rob D. – Clubbed To Death [Kurayamino Mix] 11. Monster Magnet – Look To Your Orb For The Warning
5. Meat Beat Manifesto – Prime Audio Soup 12. Rammstein – Du hast
6. Lunatic Calm – Leave You Far Behind 13. Rage Against the Machine – Wake Up
7. The Prodigy – Mindfields

[Bearbeiten] Auszeichnungen

Der Film war sehr erfolgreich bei Filmpreisen, besonders in den technischen Kategorien. Matrix gewann 2000 vier Oscars in den Kategorien Bester Schnitt, Bester Tonschnitt, Bester Ton und Beste visuelle Effekte. Dabei konnte sich der Film unter anderem gegen Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung, Fight Club und American Beauty durchsetzen.

Bei den MTV Movie Awards 2000 wurde der Film als Bester Film, für den Besten Kampf sowie Keanu Reeves als Bester Darsteller geehrt. Bei den britischen Empire Awards gewann Matrix in der Kategorie Bester Film und Carrie-Anne Moss für das Beste Debüt. Bei fünf Nominierungen erhielt der Film bei den BAFTA-Awards 2000 Auszeichnungen in den Kategorien Bester Ton und Beste visuelle Effekte.

[Bearbeiten] Sonstiges

  • Die grünen Zeichenkaskaden des Matrix-Codes bestehen neben indischen Ziffern auch aus japanischen Schriftzeichen (Katakana, Hiragana und Kanji). Diese werden außerhalb Japans aufgrund ihres futuristischen Aussehens gern im Science-Fiction-Genre verwendet.
  • Die Frau im roten Kleid ist Fiona Johnson.

[Bearbeiten] Kritik

Der erste Teil wurde von der Kritik günstig aufgenommen und entwickelte sich in den Kinosälen zum Dauerbrenner. Zur Legende aber wurde er erst in den Folgejahren durch die Mitwirkung all jener Interpreten, die ihre kruden Zukunfts-, Gesellschafts-, Wissenschafts- oder auch nur Science-fiction-Modelle hier einem Test unterworfen sahen – und alle fanden sich bestätigt

Frankfurter Allgemeine Zeitung [2]

Aufwendig gestalteter Science-Fiction-Film, der das aktuelle Misstrauen gegenüber der sichtbaren Welt und insbesondere den neuen Computertechniken artikuliert, wobei er sich zahlreicher mythologischer und religiöser Anspielungen bedient. Das fast ohne Farben und in kahlen Räumen inszenierte Endzeitdrama setzt zugleich auf perfekte Kampfszenen, in denen das traditionelle Kung-Fu-Kino mit den Möglichkeiten der Digitaltechnik effektvoll übersteigert wird.

film-dienst[3]

[Bearbeiten] Literatur

  • Christof Wolf: Zwischen Illusion und Wirklichkeit. Wachowskis Matrix als filmische Auseinandersetzung mit der digitalen Welt; in: Beiträge zur Medienästhetik und Mediengeschichte, Bd. 14; Münster: LIT Verlag, 2002; ISBN 3-8258-6167-8
  • Sebastian Görnitz-Rückert: Anders als es scheint – Matrix als Paradigma gegenwärtiger Jugendreligiösität; in: Martin Laube (Hg.): Himmel – Hölle – Hollywood. Religiöse Valenzen im Film der Gegenwart; Münster: LIT Verlag, 2002; ISBN 3-8258-5567-8; S. 143–172
  • Karen Haber (Hg.): Das Geheimnis der Matrix; München: Heyne, 2003; ISBN 3-453-87048-4 (mit Beiträgen von Stephen Baxter, Bruce Sterling, Alan Dean Foster, David Brin, Ian Watson u. a. Joe Haldeman)
  • Martin A. Hainz: Technik visualisiert – The Matrix. In: Quarber Merkur, Nr 105/106, 2007, S.147-150.
  • Valentin Platzgummer: Die Errettung der Menschheit. Studien zu den Science Fiction-Filmen Gattaca und Matrix; Marburg: Tectum, 2003; ISBN 3-8288-8570-5
  • Georg Seeßlen: Die Matrix entschlüsselt. Das definitive Buch über alle drei Matrix-Filme; Berlin: Bertz, 2003; ISBN 3-86505-151-0
  • Christoph Spehr: Revolution und Transformation in „Matrix“; in: Berliner Debatte Initial, 16 (2005), 1, S. 4-19; ISBN 3-936382-38-7
  • Veit M. Etzold: Matrix. Die Ambivalenz des Realen (Sekundärliterarische Reihe 60), Passau 2006. ISBN 978-3-932621-90-1
  • Thomas Weber: Medialität als Grenzerfahrung. Futurische Medien im Kino der 80er und 90er Jahre; Bielefeld: transcript, 2008; ISBN 978-3-89942-823-0

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. The Animatrix and Anime's Burgeoing Influence
  2. FAZ, Jetzt dürfen die Deutschen: "Matrix Reloaded"
  3. film-dienst, 12/1999

[Bearbeiten] Weblinks

Wikiquote Wikiquote: Matrix – Zitate
Commons Commons: Matrix – Sammlung von Bildern und/oder Videos und Audiodateien

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