Matthaeus Pipelare

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Matthaeus Pipelare (* um 1450; † um 1515) war ein franko-flämischer Komponist der Renaissance.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Über Matthaeus Pipelare ist nur sehr wenig bekannt. Man weiß, dass er aus Antwerpen nach ’s-Hertogenbosch gekommen ist. In den Rechnungsbüchern der Illustre Lieve Vrouwe Broederschap in ’s-Hertogenbosch, ist er als Matthaeus und als Mattheussen (also als Sohn des Matthäus) vom 14. März 1498 bis um den 1. Mai 1500 im Amt des zangmeesters nachgewiesen. Wahrscheinlich hatte er von Ende November 1499 bis Mitte Januar 1500 Urlaub.

Womöglich hat Pipelare in den 1460er oder 1470er Jahren auch ein Amt in Gent bekleidet, worauf seine Missa de Sancto Livinus deuten könnte. Auffällig ist, dass Pipelare wie der aus Gent stammende Jacob Obrecht einige Messen geschrieben hat, die mehrere cantus firmi verwenden.

Werke[Bearbeiten]

Messen

1. Missa de feria; 2. Missa Dicit Dominus: Nihil tuleritis in via; 3. Missa de Sancto Livino; 4. Missa Fors seulement; 5. Missa Joannes Christi care / Ecce pier meus (fragmentarisch überliefert); 6. Missa L’homme armé; 7. Missa Mi-mi; 8. Missa Omnium carminum (nur Altus und Bassus erhalten); 9. Missa sine nomine (I); Missa sine nomine (II); 11. Missa (achtstimmig, im 2. Weltkrieg vernichtet); 12. Credo de Sancto Joanne evangelista

Motetten

13. Ave castissima (nur Textinzipit); 14. Ave Maria... virgo serena (Contratenor II verschollen, aber rekonstruiert); 15. Hic est vere martyr (nur als Tabulatur erhalten); 16. Magnificat im 3. Ton; 17. Memorare mater Christi (siebenstimmig, cantus firmus aus Nunca fué pena major von Johannes Urreda); 18. Salve regina; 19. Virga et baculus tuus (wahrscheinlich Fragment einer verschollenen Missa).

Weltliches

20. Een vrolic wesen; 21. Fors seulement (I); 22. Fors seulement (II); 23. Ic weedt een molenarinne; 24. Morkin ic hebbe (nur Textinzipit); 25. Vray dieu d’amours (in 2 Versionen erhalten).

Würdigung[Bearbeiten]

Pipelare war ein außergewöhnlich fähiger Komponist, dessen Werke nach den Worten Andreas Ornithoparchus (16. Jh.) aus dem Springquell der Künste geflossen sind. Er beherrschte alle Genres mit gleicher Meisterschaft. Seine Musik zeigt oft eine tiefe Melancholie. Zwei besondere Charakteristika seiner Kompositionen sind der häufige Gebrauch von Synkopierungen und von Sequenzen.

Weblinks[Bearbeiten]