Matthew Herbert

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Matthew Herbert.

Matthew Herbert (* 1972 in England) ist ein Produzent Elektronischer Musik. Er ist auch unter den Pseudonymen Doctor Rockit, Wishmountain und Radio Boy bekannt. Außerdem fertigte er Remixe für Björk, R.E.M., John Cale, Yoko Ono und Serge Gainsbourg an und produzierte das Solo-Debüt von Róisín Murphy.

Leben[Bearbeiten]

Herbert besaß bereits zum Anfang seiner akademischen Laufbahn an der Universität Exeter ein kleines Tonstudio, in dem er musikalisch experimentierte.

Ab dem Jahr 1994 veröffentlichte er unter den Pseudonymen Wishmountain und Radioboy, sowie als Doctor Rockit von Jazz beeinflusste Electronica und als Herbert House.

1999 produzierte er zusammen mit Rob Mellow den Soundtrack zum Film Human Traffic, in dem unter anderem auch der Techno-DJ Carl Cox zu sehen ist.

Herbert ist Gründer und Besitzer des kleinen Musiklabels Accidental Records, bei dem er neben eigener auch die Musik anderer Musiker aus unterschiedlichen Genres veröffentlicht, darunter Platten von Róisín Murphy, Jazz-Musiker Finn Peters, der experimentellen Popmusikerin Micachu und der Rockband The Invisible. Hierbei fungiert er gelegentlich als Produzent.[1]

Neben seiner Tätigkeit als Musiker und Produzent machte Herbert 2005 in der Szene für elektronische Musik mit seinem Personal Contract for the Composition of Music (Incorporating the Manifest of Mistakes) auf sich aufmerksam. In diesem Manifest nennt er elf Regeln für seine Musikproduktionen, unter anderem den Verzicht auf Drumcomputer, Sound-Presets und Samples bereits existierender Musikstücke. [2]

Matthew Herbert bei seinem "One Pig"-Konzert am 8. Februar 2012 in Hamburg

2010 begann Matthew Herbert mit der Veröffentlichung von One One eine Albumtrilogie, die durch One Club und One Pig vervollständigt wurde. One One steht insofern im Kontrast zu Herberts vorherigen Werken, als dass er alles, was darauf zu hören ist, selbst gespielt und gesungen hat. Die Idee des Album war, dass es von lediglich einer Person handeln soll.[3]

Der zweite Teil der Trilogie, One Club, besteht ausschließlich aus Samples, die er an einem Abend im Offenbacher Club Robert Johnson aufgenommen hat.[4]

Auf One Pig schließlich sampelte Matthew Herbert die Geräusche eines Schweins auf einem Bauernhof. Er besuchte das Tier mehrfach von dessen Geburt im August 2009 an bis zum Abtransport zur Schlachtung im Januar 2010 und fertigte dabei Aufnahmen des Schweins und der Umgebungsgeräusche an. Anschließend nahm er die Fleischverarbeitung sowie den späteren Verzehr auf. Laut Presseinformation hat er zudem eine Trommel mit der Haut des Tieres bespannen und vom englischen Jazzschlagzeuger Tom Skinner für die Aufnahmen spielen lassen. Aufgrund von One Pig geriet Herbert noch vor Veröffentlichung in die Kritik der Tierschutzorganisation PETA.[5]

Diskographie (Auszug)[Bearbeiten]

Als Herbert[Bearbeiten]

  • 100 lbs (1996)
  • Parts One Two and Three (1996)
  • Parts Remixed (1996)
  • Around the House (1998)
  • Bodily Functions (2001)
  • Secondhand Sounds: Herbert Remixes (2002)
  • Goodbye Swingtime [with The Matthew Herbert Big Band] (2003)
  • Plat du jour (2006)
  • Scale (2006)
  • Score (2007)
  • There's Me and There's You [with The Matthew Herbert Big Band] (2008)
  • One One (2010)
  • Recomposed by Matthew Herbert - Mahler Symphony X (2010)
  • One Club (2010)
  • One Pig (2011)

Als Matthew Herbert[Bearbeiten]

  • Letsallmakemistakes (Globus Mix Vol. 5) (2000)
  • Plat du Jour (2005)
  • Mahler Symphony X, recomposed by Matthew Herbert, 2010; Deutsche Grammophon 3077625 (Universal)[6]

Als Doctor Rockit[Bearbeiten]

  • The Music of Sound (1996)
  • Indoor Fireworks (2000)
  • Veselka's Diner (2003)
  • The Unnecessary History of Doctor Rockit (2004)

Als Radio Boy[Bearbeiten]

  • Wishmountain Is Dead, Long Live Radio Boy (1997)
  • The Mechanics of Destruction (2001)

Als Wishmountain[Bearbeiten]

  • Radio (1996)
  • Wishmountain is Dead (1998)
  • Tesco (2012)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Matthew Herbert – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Veröffentlichung auf der Accidental Records Webseite. Abgerufen am 11. Januar 2010.
  2. Matthew Herberts Manifesto 2005. Abgerufen am 11. Januar 2010.
  3. http://www.residentadvisor.net/review-view.aspx?id=7355
  4. http://www.intro.de/news/newsticker/23060936/matthew-herbert-album-details-one-club
  5. http://www.dein-plan-b.de/content/231-herbert-s-one-pig-lebenszyklus-eines-schweins.html
  6. FAZ vom 17. Juli 2010, Seite 37: Es war seine Entscheidung