Matthias Black

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Matthias Black (* in Lübeck; † 1696 ebenda) war ein in Lübeck tätiger Maler der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.

Leben[Bearbeiten]

Über frühe Lebensdaten und Ausbildung Blacks ist wenig bekannt. Er war der Sohn des Werkmeisters der Marienkirche Gerd Black († 1647).[1] Zur Ausbildung reiste er in die Niederlande und nach England. Nach eigenen Angaben verbrachte er 36 Wochen nicht ohne Gefahr in London und erlebte hier die Hinrichtung von König Karl I. (30. Januar 1649) mit.[2] Am 16. November 1649 wurde er vom Rat der Hansestadt als Freimeister zugelassen. Für die Lübecker Marienkirche schuf er bereits 1646 ein Vollporträt des Marienpastors Michael Siricus (1589-1648)[3] in Öl auf Holz, das sich 1906[4] in der Sakristei befand. Für die in der Marienkirche befindlichen Epitaphien der Lübecker Bürgermeister Anton Köhler und Hermann von Dorne sowie des Hauptpastors an Marien Jacob Stolterfoht schuf er die in diesen enthaltenen Porträts. Sie wurden infolge des Luftangriffs auf Lübeck 1942 zerstört.

1979 konnte das Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Hansestadt Lübeck als Ersatz mit Hilfe von privaten Spendenmitteln auf dem New Yorker Kunstmarkt die Porträts des Pastors an der Lübecker Aegidienkirche Johannes Ricke (1587-1648)[5] und seiner Ehefrau Barbara Ricke, geb. Stampelin (1577-1647)[6] erwerben. Beide Bildnisse sind in Öl auf Eichenholz (59 x 44,5 cm) gemalt und das Pastorenporträt ist von Black signiert und 1648 datiert. Das Porträt der vorverstorbenen Ehefrau entstand möglicherweise schon im Jahr ihres Todes. Pastor Reiche wurde von seinen Söhnen1649 auch ein Epitaph mit 3/4 Porträt in der Aegidienkirche gesetzt.[7]

Von den Porträts der Bürgermeistergalerie im Lübecker Rathaus wurden Black einige zugeschrieben, darunter das von Gottschalk von Wickede.[8]

In den 1680er Jahren betätigte er sich auch als Kunsthändler, wie aus seiner Korrespondenz mit Benedict von Kunnigham, dem Hofmarschall des Herzogs Johann Adolf (Schleswig-Holstein-Sonderburg-Plön), hervorgeht, die sich im Landesarchiv Schleswig-Holstein erhalten hat.[9] Ebenfalls in dieser Korrespondenz gibt er an, die auswärtigen Legaten, die den Frieden tractiren woltn, die Herzöge von Sachsen-Lauenburg, insbesondere Herzog Julius Franz (Sachsen-Lauenburg) (siebenmal) und Herzog Christian Ludwig I. (Mecklenburg) porträtiert zu haben.[10]

Seine Tochter wurde Konventualin im St.-Johannis-Kloster (Lübeck).

Galerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • H. Finke: Die „Contrefaiters“ Heinrich Conrad Bauditz aus Rendsburg und Mathias Black aus Lübeck, in Jahrbuch der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte (1882), S. 196-198
  • Gustav Schaumann, Friedrich Bruns (Bearbeiter): Die Bau- und Kunstdenkmäler der Freien und Hansestadt Lübeck. Hrsg. von der Baudeputation. Band 2, Teil 2: Die Marienkirche. Nöhring, Lübeck 1906 (Digitalisat)
  • Thieme-Becker: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler, Band 4, Leipzig 1910, S. 80
  • Johannes Baltzer, Friedrich Bruns: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Freien und Hansestadt Lübeck. Herausgegeben von der Baubehörde. Band III: Kirche zu Alt-Lübeck. Dom. Jakobikirche. Ägidienkirche. Verlag von Bernhard Nöhring: Lübeck 1920, S. 418; 519. Unveränderter Nachdruck 2001: ISBN 3-89557-167-9
  • Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Hansestadt Lübeck: Neuerwerbungen 1974-1979, (Auswahlkatalog) Lübeck 1980, S. 6ff., S. 58 (mit Abb. S. 60-61)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Matthias Black – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eduard Hach: Aus Paul Frenckings ältesten Testamentsbuche. In: Zeitschrift des Vereins für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde 6 (1892) S. 488
  2. Finke (Lit.)
  3. Vater des Hochschullehrers Michael Siricius und des Bürgermeisters Johann Siricius
  4. BuK II
  5. Inventarnummer 1979/11; Vater des Pastors an Aegidien Johannes Reiche (Pastor)
  6. Inventarnummer 1979/12; Tochter des Superintendenten Georg Stampelius
  7. BuK III, S. 521
  8. P. Hasse: Zur Lübecker Malergeschichte, in: Mittheilungen des Vereins für Lübeckische Geschichte und Alterthumskunde 8 (1897), Heft 3/4, S. 64; die anderen von Hasse Black zugewiesenen Porträts Heinrich Köhler und Jürgen Pavels werden heute Michael Conrad Hirt bzw. Zacharias Kniller zugeschrieben
  9. Siehe Finke (Lit.)
  10. Finke (Lit.), S. 197f