Matthias Koeberlin

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Matthias Koeberlin beim Deutschen Fernsehpreis 2012

Matthias Koeberlin (* 28. März 1974 in Mainz) ist ein deutscher Schauspieler und Rezitator. Einem breiteren Fernsehpublikum bekannt wurde Koeberlin durch die actionreiche Hauptrolle des Archäologie-Studenten Steffen Vogt im TV-Sci-Fi-Abenteuerfilm Das Jesus Video.

Leben[Bearbeiten]

Seine Jugend verbrachte Matthias Koeberlin in Kriegsfeld (Pfalz). Vor seiner Schauspielausbildung leistete er Zivildienst. Koeberlin ist verheiratet, Vater eines Kindes (* 2006) und wohnt in Köln.

Werk[Bearbeiten]

Film[Bearbeiten]

Sein Schauspielstudium absolvierte Koeberlin ab 1994 an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Babelsberg. Dort spielte er am Hans-Otto-Theater und später auch am Deutschen Theater Berlin (Baracke) und am Maxim-Gorki-Theater.

Sein Fernsehdebüt gab er 1998 neben Götz George und Suzanne von Borsody in der Schimanski-Folge Rattennest. Die erste Hauptrolle in einem Fernsehfilm kam dann mit Ben und Maria – Liebe auf den zweiten Blick (2000), für die er mit dem Günter-Strack-Fernsehpreis ausgezeichnet wurde. In der Serie In aller Freundschaft gehörte er ab 1999 für 35 Folgen zum Team in der Rolle des Sebastian Maier. Nach seinem Ausstieg aus der ARD-Ärzteserie sah man ihn 1999 in der TV-Krimiserie Polizeiruf 110 neben Peter Sattmann in der Folge Mordsfreunde als Robert Boldt und neben Edgar Selge, Dennenesch Zoudé und Gaby Dohm in der Rolle des Bastian in Verzeih mir (2000).

Der Regisseur Constantin Costa-Gavras besetzte ihn 2002 im vielfach ausgezeichneten Kinofilm Der Stellvertreter in der Gastrolle eines jungen Offiziers neben Ulrich Tukur, Ulrich Mühe, Justus von Dohnányi und Sebastian Koch. Einem breiteren Fernsehpublikum bekannt wurde Matthias Koeberlin durch die actionreiche Hauptrolle des Archäologie-Studenten Steffen Vogt im TV-Sci-Fi-Abenteuerfilm Das Jesus Video [1] nach dem Romanbestseller von Andreas Eschbach.

2004 sah man ihn in der Hauptrolle des Alex neben Natalia Wörner im prämierten TV-Drama Experiment Bootcamp. Um möglichst bald wieder auf freiem Fuße zu sein und seine Mutter und seine kleine Schwester Lena vor dem tyrannischen Vater zu schützen, nimmt Alex ein ungewöhnliches Angebot an: 120 Tage im Boot-Camp statt vier Jahre Haft. Strenge Regeln, Erniedrigungen und brutaler körperlicher Drill machen das Leben im Camp zur Hölle.

Unter der Regie von Hartmut Schoen verkörperte Matthias Koeberlin 2005 in Der Grenzer und das Mädchen neben Axel Prahl die Co-Hauptrolle des jungen, aber harten und karriereorientierten Grenzoffiziers Walter Rathke. Der Film erhielt 2006 eine Nominierung für den Adolf-Grimme-Preis.

2006 verkörperte Matthias Koeberlin im TV-Actiondrama Tornado – Der Zorn des Himmels den ebenso querköpfigen wie mutigen Jung-Meteorologen Jan Berger. Jan versucht mit allen Mitteln, Berlin vor einem herannahenden Tornado zu warnen. Als man ihm endlich glaubt, ist es bereits zu spät. Das Kinomagazin kino.de nannte seine Darstellung „als Actionheld ebenso sympathisch wie überzeugend.“ [2] 2007 erhielt Matthias Koeberlin für diese Rolle den Deutschen Fernsehpreis als bester deutscher Schauspieler.

Ebenfalls 2007 gehörte er in der Rolle des Guliano della Rovere unter der Regie von Christoph Schrewe zum Personal der internationalen Co-Produktion Das Konklave.[3]

Für seine Darstellung des Robert Ziegler in der Fernsehserie Kinder, Kinder erhielt er 2007 den Deutschen Comedypreis.

Erneut um ein archäologisches Thema drehte sich 2007 der Film Der geheimnisvolle Schatz von Troja. An der Seite von Heino Ferch und Melanie Doutey verkörperte Matthias Koeberlin den Tunnelbauexperten Lars Bernsson, der von der Regierung als Spitzel in die archäologische Grabung eingeschleust, zwischen Loyalität zum Ausgrabungsleiter und Regierungsauftrag zu entscheiden hat.

2008 spielte er neben Hans-Werner Meyer die Hauptrolle des loyalen Freundes Micha Schell im SAT.1-TV-Zweiteiler Wir sind das Volk. Micha verlor seinen Bruder Matthis bei einem Fluchtversuch an der Mauer. 1989 nimmt er die Protestkundgebungen in der DDR auf Video auf und schmuggelt das Material in den Westen zu dem Fernseh-Reporter Andreas, dem die Flucht gelang. Die Videodokumentation der Proteste in Leipzig kann ihn Freiheit und Leben kosten.

In Dani Levys Kinofilm Das Leben ist zu lang 2010 sah man ihn in der Rolle eines nassforsch-dynamischen RTL-Fernsehserien-Produzenten. In der deutsch-britischen TV-Koproduktion des Weltkriegs-Dramas um die Torpedierung der Britischen Laconia 2011 durch ein deutsches U-Boot spielte er neben Ken Duken, Thomas Kretschmann und Franka Potente den patent-nervenstarken Bordingenieur Rostau. In dem TV-Film Die Schuld der Erben, einem Familiendrama um den Niedergang einer Hamburger Werften-Dynastie, spielt Koeberlin neben Otto Sander und Jürgen Prochnow den Investigativjournalisten Bruno Fuhrmann. Fuhrmann vermutet Sabotage im Zusammenhang mit einer Tankerhavarie der Werft.[4]

Hörbücher[Bearbeiten]

Matthias Koeberlin liest regelmäßig Hörbücher ein, so zum Beispiel von Marc Levy: Kinder der Hoffnung und Wo bist du? und von Richard Montanari Lunatic, Mefisto und Crucifix oder von Clive Barker Agonie der Städte und Die Bücher des Blutes Teil 1–3.

2008 verkörperte er für den WDR in einer zwölfteiligen Karl May-Hörspielproduktion von Walter Adler neben Sylvester Groth als Kara Ben Nemsi den Part des getreuen Hadschi Halef Omar. Im gleichen Jahr sprach er, neben Volker Lechtenbrink und Udo Schenk, in dem beim Hörverlag erschienenen Hörspiel Das zweite Königreich die Rolle des Caedmon of Helmsby.

Im Computerspiel Company of Heroes lieh er der deutschen Pioniereinheit seine Stimme.

Filmografie[Bearbeiten]

Hörspiele und Hörbücher (Auszug)[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bildergalerie Szenenfotos des Filmes Das Jesus Video auf cinema.de
  2. Kritik Tornado auf kino.de
  3. Vorstellung des Films Das Konklave auf prisma.de
  4. Die Schuld der Erben. In: ZDF.de. Abgerufen am 18. September 2014.