Matthias Reim

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Konzert im Familiengarten Eberswalde am 24. August 2007
Konzert im Familiengarten Eberswalde am 27. Mai 2006

Matthias Reim (* 26. November 1957 in Korbach) ist ein deutscher Pop- und Schlagersänger.

Seinen ersten – und größten – Hit landete Reim 1990 mit Verdammt, ich lieb’ Dich. Die Single wurde weltweit 2,5 Millionen Mal verkauft und stand insgesamt 16 Wochen lang – vom 18. Mai bis zum 6. September – auf Platz 1 der deutschen Musikcharts. Seit 1971 stand keine Single ohne Unterbrechung länger auf Platz 1. Diesen Rekord teilt sich Matthias Reim mit Boney M.. Das erste Album Reim erschien bald darauf. Bis 1999 wurden neun weitere Alben bei Polydor veröffentlicht. Sein Album Zauberland erschien zusätzlich als englischsprachige Version in Kanada unter dem Namen Wonderland. Im Jahre 2000 erschien mit Wolkenreiter das erste von bislang sechs Alben bei Reims neuer Plattenfirma EMI. Es folgten die Alben Morgenrot, Reim, Unverwundbar und Männer sind Krieger. Am 29. Oktober 2010 erschien Sieben Leben, sein erstes Album seit drei Jahren.

Am 25. Januar 2013 brachte Reim sein neuestes Werk auf den Markt, das Album Unendlich, ein Mix aus gecoverten Ost-Songs und neuen Liedern aus eigener Feder. Dieses gelang nach seinem Debüt aus dem Jahr 1990 erstmals wieder auf Platz 1 der deutschen Albumcharts.

Familie[Bearbeiten]

Matthias Reims Bruder Christoph ist Börsenmakler, sein Bruder Alexander Chemieingenieur.

Matthias Reim hat fünf Kinder von vier verschiedenen Frauen. Er ist zum dritten Mal verheiratet. Die Schlagersängerin Michelle war bis 2001 ebenfalls Reims Lebensgefährtin. Seit April 2012[1] lebt er auf der Halbinsel Mettnau, die zu Radolfzell gehört.[2]

Im August 2013 trennten Reim und seine Frau Sarah sich nach neun Jahren Ehe. [3]

Karriere[Bearbeiten]

Geboren wurde Matthias Reim im nordhessischen Korbach, aufgewachsen ist er in der Kreisstadt Homberg (Efze). Sein Vater war Direktor des Gymnasiums in Homberg.

Nach dem Abitur begann er an der Universität Göttingen ein Studium der Germanistik und Anglistik, welches er jedoch zugunsten der Musik vernachlässigte. Er komponierte für Interpreten wie Bernhard Brink, Roberto Blanco, Jürgen Drews und Tina York. Erste eigene LPs mit den Bands Fallen Dice und Fair Fax brachten keinen kommerziellen Erfolg.

Der Sänger komponiert, textet, mischt und spielt seine Lieder selbst. Die Musik zu einigen Songs, wie zum Beispiel Wenn Du gehen willst, musst Du gehen und Tina geht tanzen stammt von dem Komponisten und Musikproduzenten Christoph Brüx[4] (Hamburg).

In den 1990ern hielt der damalige Bürokaufmann Alfred Reimann 50 % an dem Unternehmen R&R-Audio (Reim/Reimann) mit Unternehmenssitz in der Stadt Lohne. Es handelt sich dabei um ein Musikstudio in der Nähe von Göttingen, in dem die Erfolgssingle Verdammt ich lieb' Dich produziert wurde. Die anderen 50 % an dem Unternehmen hielt Matthias Reim selbst. Zusammen mit Reimann hielt der Schlagerstar zudem Anteile an der Alpha 2000 Computerhandelskette.

1990 kam dann der musikalische Erfolg. Matthias Reim schickte eine Kassette mit dem Titel Verdammt, ich lieb' Dich an den ZDF-Moderator Wim Thoelke, der Reim anschließend in seine Sendung einlud.

Später hatte Reim nach eigenen Angaben Verbindlichkeiten in Höhe von 13 Millionen Euro.[5] Reim beschuldigt seinen ehemaligen Manager Alfred Reimann, ihn durch Misswirtschaft in eine finanzielle Krise getrieben zu haben.[5] Reimann, dem Reim 1990 eine Generalvollmacht über seine Geschäfte übertragen hatte, habe sich beim Kauf von Immobilien und Firmen verspekuliert.

Im Sommer 2007 parodierte er seine Single Verdammt ich lieb’ Dich in einem Sixt-Werbespot. Darin singt er, in Anspielung auf seine Schulden, „Verdammt, ich hab nichts, ich miet bei Sixt“.[6]

Nach einem „verkürzten Insolvenzverfahren“ ist der Künstler nun seit April 2010 wieder schuldenfrei.[7]

Diskografie[Bearbeiten]

Hauptartikel: Matthias Reim/Diskografie

Studioalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen [8] Anmerkung
DE AT CH
1990 Reim 1
(53 Wo.)
2
(29 Wo.)
1
(32 Wo.)
Erstveröffentlichung: 15. Juni 1990
Verkäufe: + 1.670.000
1991 Reim 2 5
(31 Wo.)
6
(10 Wo.)
8
(12 Wo.)
Erstveröffentlichung: 23. September 1991
Verkäufe: + 560.000
1993 Sabotage 11
(16 Wo.)
15
(6 Wo.)
Erstveröffentlichung: 10. Mai 1993
1994 Zauberland 26
(10 Wo.)
47
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 19. September 1994
1995 Alles klar Erstveröffentlichung: 2. Oktober 1995
1997 Reim 3 40
(6 Wo.)
Erstveröffentlichung: 17. März 1997
1998 Sensationell 51
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 20. April 1998
2000 Wolkenreiter 33
(11 Wo.)
Erstveröffentlichung: 26. Mai 2000
2002 Morgenrot 16
(11 Wo.)
52
(4 Wo.)
74
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 22. Februar 2002
2003 Reim 4
(10 Wo.)
19
(5 Wo.)
44
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 15. August 2003
Verkäufe: + 100.000
2005 Unverwundbar 7
(11 Wo.)
32
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 16. September 2005
Verkäufe: + 100.000
2007 Männer sind Krieger 10
(9 Wo.)
38
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 10. Mai 2007
2010 Sieben Leben 5
(34 Wo.)
17
(7 Wo.)
56
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 29. Oktober 2010
Verkäufe: + 100.000
2011 Die große Weihnachtsparty 49
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 25. November 2011
2013 Unendlich 1
(30 Wo.)
9
(8 Wo.)
28
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: 25. Januar 2013
Verkäufe: + 200.000

Auszeichnungen[Bearbeiten]

2011: in der Kategorie „Lebenswerk“
1990: „Gold“ in der Kategorie „Sänger“
1991: „Gold“ in der Kategorie „Sänger“
1990, 1991, 1992, 2004
1990: „Gold“ (Verdammt, ich lieb dich)
1991: in der Kategorie „Künstler National“

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vivienne Paetz: Matthias Reim: Ein Schlagerstar ganz ohne Allüren. In: Südkurier vom 25. Mai 2012.
  2. Vgl. Karen Markwardt in der SWR-Sendereihe Expedition in die Heimat, Staffel 3, Folge 13, Konstanz und der Bodensee (90 Min.). Deutsche Erstausstrahlung: Freitag 19. Juli 2013, SWR Fernsehen.
  3. tz.de: Matthias Reim: "Meine Ehe ist am Ende", abgerufen am 25. März 2014
  4. Informationen zu Interpret, Musik und Text auf Hitparade.ch
  5. a b 'Ich hatte 13 Millionen Euro Schulden'Interview mit Matthias Reim in Jetzt vom 27. Januar 2011
  6. Matthias Reim: Verdammt, ich mach mich lächerlich! in Spiegel Online vom 23. August 2007
  7. insolvenz-news.de
  8. Chartquellen: DE AT CH NL