Mattierzoll

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Mattierzoll, rekonstruierte Grenzanlage und DDR-Grenzturm an der B 79
Ehemaliges Bahnhofsgebäude Mattierzoll

Mattierzoll ist ein Ortsteil der im Landkreis Wolfenbüttel (Niedersachsen) gelegenen Gemeinde Winnigstedt. Mattierzoll liegt an der B 79 auf halbem Weg zwischen Halberstadt und Wolfenbüttel unmittelbar an der Landesgrenze Niedersachsen/Sachsen-Anhalt.

[Bearbeiten] Grenzgebiet

Der Ortsname leitet sich ab vom Mattier, einer Zahlungseinheit zum Überqueren des Hessendamms nach Hessen am Fallstein.

Mattierzoll lag seit Jahrhunderten im Grenzbereich verschiedener Territorien. 1941 erfolgte eine bedeutende „Grenzbereinigung“ zum Zwecke der Neuordnung zusammenhängender und geschlossener Verwaltungsbezirke. Die Grenze war zu allen Zeiten durchlässig und wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg immer undurchlässiger. Hier grenzte zunächst die Sowjetische Besatzungszone an, bald kam die stark ausgebaute Innerdeutsche Grenze. Die B 79 sowie die frühere Fernverkehrsstraße 79 (auf dem Gebiet der DDR) war zwischen Mattierzoll und dem Ort Hessen am Fallstein (heute in Sachsen-Anhalt) unterbrochen. Von westlicher Seite existierte eine schmale, kopfsteingepflasterte Straße bis an die Grenzanlagen. Neben dieser Straße wurde ein Informationspunkt über die Grenzanlagen und den Todesstreifen unterhalten. Am 12. November 1989 um 7.58 Uhr öffnete sich durch den Mauerfall die Grenze und die B 79 wurde wieder durchgängig befahrbar. Heute erinnern nur noch der erhalten gebliebene Grenzwachturm und der Informationspunkt an die ehemalige Grenze.

[Bearbeiten] Eisenbahngeschichte

Seit 1902 war der Ort ein kleiner Eisenbahnknotenpunkt. Es gab Strecken nach Braunschweig (Braunschweig-Schöninger Eisenbahn) und Heudeber-Danstedt (Kleinbahn-AG Heudeber–Mattierzoll). Außerdem war Mattierzoll Durchgangsstation auf der Bahnstrecke Jerxheim–Börßum. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1945 der Eisenbahnverkehr in die Sowjetische Besatzungszone in Richtung Halberstadt eingestellt. In den 1950er Jahren hatte sich der Grenzort auf westlicher Seite als Eisenbahn-Knotenpunkt etabliert: in Mattierzoll traf die Staatsbahn (Helmstedt-Holzminden) auf die Braunschweig-Schöninger Eisenbahn und die Privatbahn Mattierzoll-Heudeber. Der weitere Eisenbahnverkehr lief nahe der damaligen Innerdeutschen Grenze bis 1975 weiter. Mittlerweile sind alle Strecken abgebaut. Das Bahnhofsgebäude steht unter Denkmalschutz.

[Bearbeiten] Weblinks


52.052510.758611111111Koordinaten: 52° 3′ N, 10° 46′ O

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