Mattinata

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Mattinata
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Mattinata (Italien)
Mattinata
Staat: Italien
Region: Apulien
Provinz: Foggia (FG)
Koordinaten: 41° 43′ N, 16° 3′ O41.71666666666716.0575Koordinaten: 41° 43′ 0″ N, 16° 3′ 0″ O
Höhe: 75 m s.l.m.
Fläche: 72,81 km²
Einwohner: 6.419 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 88 Einw./km²
Postleitzahl: 71030
Vorwahl: 0884
ISTAT-Nummer: 071031
Volksbezeichnung: Mattinatesi
Schutzpatron: Maria della Luce
Website: Mattinata
Mattinata

Mattinata (im lokalen Dialekt: Matenéte) ist eine italienische Gemeinde (comune) mit 6419 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012) in der Provinz Foggia in Apulien. Die Gemeinde liegt etwa 50 Kilometer nordöstlich von Foggia am Golf von Manfredonia (Adria). Mattinata liegt im Nationalpark Gargano und ist Teil der Comunità Montana del Gargano.

Geschichte[Bearbeiten]

Bei archäologischen Ausgrabungen wurden direkt am kleinen Hafen (ital. "il porto") Überreste der antiken Siedlung "Matinum" aus römischer Zeit freigelegt, die wohl durch eine Flutwelle (infolge eines Seebebens o.ä.) zerstört wurde. Der Ort Mattinata wurde daher von den Überlebenden ca. 1-2 km von der Küste entfernt auf einer ersten Anhöhe im Landesinnern wieder aufgebaut. Bereits in der "Naturalis Historia" des Plinius wird ein "Matinates ex Gargani" erwähnt. Aus dem Mittelalter stammen die Ruinen der Benediktinerabtei "SS Trinità di Monte Sacro" die einst auf dem wenige Kilometer entfernten 874 Meter hohen Berg "Monte Sacro" thronte. Vom germanischen Nationalmuseum in Nürnberg, dessen Mitarbeiter auf den Spuren der Stauferkönige in Apulien unterwegs waren, erhielt die Gemeinde Mattinata jüngst ein 3D-Planmodell der Abtei, das von den deutschen Wissenschaftlern erstellt wurde, die an den Ausgrabungen vor Ort beteiligt waren. Auch auf dem benachbarten Höhenzug "Monte Saraceno", der Mattinata von seiner Kreisstadt "Manfredonia" und der daran anschließenden apulischen Tiefebene "Tavoliere" trennt, wurden antike Grabstätten (Necropoli) der illyrischen Daunier entdeckt, die ab 1000 v. Chr. im Gebiet siedelten.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Die Küstengemeinde Mattinata gehörte seit der industriellen Neuzeit aufgrund ihrer abgelegenen Lage und umringt vom unwegsamen Gargano-Gebirge lange Zeit zu den ärmsten Gemeinden Italiens und besitzt auch heute eigentlich keine Industrie. Die Menschen sind aktuell im öffentlichen Dienst, Handel und Kleingewerbe beschäftigt. Daneben spielen die Landwirtschaft (Oliven) und saisonal auch der Tourismus eine gewisse Rolle. In den 1960er und 1970er Jahren ist ein grosser Teil der männlichen Landbevölkerung den Ruf gefolgt, sein Geld als Gastarbeiter in den industriellen Zentren Europas zu verdienen. Man sagt, daß der zunehmende Wohlstand und die vielen neuen Häuser, die in der jüngeren Vergangenheit in der Gemeinde entstanden sind, vor allem den Überweisungen und den zahlreichen Rückkehrern aus Deutschland zu verdanken sind.

Bis zum Zweiten Weltkrieg war der Ort nur durch Eselspfade mit seinen Nachbarorten "Monte San Angelo" und "Manfredonia" im Westen verbunden, deren Besuch nur mittels einer beschwerlichen Tagesreise möglich war. Der Seeweg war gar die einzig vernünftige Option zur östlichen Nachbargemeinde "Vieste" zu gelangen. Erst durch Mussolini wurde der Gargano durch Strassen erschlossen und es dauerte bis in die 1980er Jahre, ehe sich für die Einwohner Mattinata's durch den Ausbau der Strada Statale (Bundesstraße) Foggia - Vieste und der Untertunnelung des "Monte Saraceno" die Fahrzeit mit dem Auto in die industriell geprägte Kreisstadt Manfredonia von 1 Std. auf 20 min verringerte.

Kulturelle Veranstaltungen[Bearbeiten]

Das große Dorffest wird alljährlich vom 14.-16. September zu Ehren der persönlichen Schutzheiligen der Gemeinde "Santa Maria della Luce" gefeiert. Der Ort wird geschmückt, die Kinder haben schulfrei, die Erwachsenen meist Urlaub. Es gibt Umzüge mit Jahrmarktbetrieb. Die italienische Tradition die jeweilige Schutzheilige der Gemeinde zu feieren, ist am ehesten mit der Tradition der Kirchweih und/oder Wiesenfestes in Deutschland vergleichbar.

Der "Corso Matino", die Hauptstraße von Mattinata, wird (in den Sommermonaten) jeden Abend für den Autoverkehr gesperrt und zur Fußgängerzone umfunktioniert. Da der Mattinatese in der Regel ein sehr geselliger und kommunikativer Mensch ist, gehört das allabendliche Flanieren auf der "Piazza" (dem "Corso Matino") zu den Lieblingsbeschäftigungen von jung und alt. Man trifft sich und plaudert miteinander. Ab und zu hält man an kauft etwas, geht in eine Bar/Eisdiele/Kaffeestube, etc. und fängt wieder von vorne an.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mattinata – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2012.