Mattstedt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Mattstedt führt kein Wappen
Mattstedt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Mattstedt hervorgehoben
51.05472222222211.504722222222160Koordinaten: 51° 3′ N, 11° 30′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Weimarer Land
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Ilmtal-Weinstraße
Höhe: 160 m ü. NN
Fläche: 4,92 km²
Einwohner:

505 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 103 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99510
Vorwahl: 03644
Kfz-Kennzeichen: AP, APDVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Kfz enthält Leerzeichen
Gemeindeschlüssel: 16 0 71 054
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Teichplatz 94a
99510 Mattstedt
Webpräsenz: www.vg-ilmtal-weinstrasse.de
Bürgermeister: Andreas Schuchert
Lage der Gemeinde Mattstedt im Landkreis Weimarer Land
Mönchenholzhausen Nohra Nauendorf Vollersroda Hetschburg Frankendorf Nirmsdorf Ködderitzsch Ettersburg Daasdorf a. Berge Kleinobringen Rannstedt Niederreißen Obertrebra Ballstedt Rohrbach Heichelheim Hammerstedt Isseroda Oettern Eberstedt Ramsla Kleinschwabhausen Wiegendorf Kiliansroda Wohlsborn Bad Sulza Mechelroda Mattstedt Sachsenhausen Ottstedt a. Berge Oberreißen Niederroßla Bad Sulza Leutenthal Kapellendorf Bechstedtstraß Großheringen Lehnstedt Schwerstedt Willerstedt Umpferstedt Buchfart Bad Sulza Großobringen Döbritschen Rittersdorf Hohenfelden Neumark Bad Sulza Hopfgarten Liebstedt Bad Sulza Niedertrebra Troistedt Krautheim Vippachedelhausen Tonndorf Bad Sulza Schmiedehausen Kromsdorf Pfiffelbach Großschwabhausen Niederzimmern Mellingen Klettbach Oßmannstedt Nohra Mönchenholzhausen Berlstedt Buttelstedt Magdala Kranichfeld Saaleplatte Apolda Bad Berka BlankenhainKarte
Über dieses Bild

Mattstedt ist eine Gemeinde im Nordosten des Landkreises Weimarer Land und Teil der Verwaltungsgemeinschaft Ilmtal-Weinstraße.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte [Bearbeiten]

Mattstedt im Winter 2008/2009
Pfarrhaus 2007
Grundstein des Pfarrhauses von 1666

Der erste Teil des Namens stammt vom althochdeuten mät, das soviel bedeutete wie „mähen, Gemähtes“. Statt, stedt heißt Stätte oder zentraler Platz. Alte Kirchenbücher verweisen auf ein Adelsgeschlecht, welches den Namen Matstete oder Matstat führte.

Aus dem 3. bis 5. Jahrhundert ist durch archäologische Funde nördlich von Mattstedt eine erste römische Siedlung nachweisbar. Um Diese Ansiedlung wird von Einheimischen noch heute als Stete bezeichnet, ist aber nur noch eine Wüstung. 1000 wird mit dem Bau der Mattstedter Marienkirche begonnen. 1218 wird der Ort zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Während der sogenannten Thüringer Sintflut steigt am 29. Mai 1613 der Wasserstand der Ilm 6 m über normal. Das gesamte Unterdorf wird überschwemmt und großenteils zerstört. Ebenso verschwinden die Karpfenteiche, von denen der Name Karwiese erhalten geblieben ist. Insofern handelt es sich bei der heutigen Dorfstruktur um eine Neuansiedelung im Mittel- und Oberdorf auf der Mattstedter Platte.

1634 durchziehen schwedische Truppen im Dreißigjährigen Krieg das Dorf und plündern die umliegenden Höfe und die Pfarrei, die sie als Quartier nutzen. Die damals geschleifte Kirche wird 1707 mit dem noch heute erhaltenen Langschiff neu errichtet. Dies ist durch die gesammelten Eigenmittel der Einwohner mit Genehmigung des Herzogs von Sachsen-Weimar möglich.

Kurzzeitig erfolgt 1799 ein Kohleabbau durch den Pfarrer Wilhelm Christoph Günther im Auftrag des Großherzogs Carl August. Auch Goethe besichtigte zu diesem Zweck den Ort. Wegen schlechter Qualität der Kohle wurde die Förderung jedoch eingestellt. Erhalten blieb lediglich der Ortsteil Poche als Neuwerk. Hier ist heute noch der Straßengasthof und frühere Pferdewechselhof „Zur Poche“ erhalten.

Auch 1806 ziehen Soldaten durch Mattstedt. Es sind fliehende Preußen und die nachrückenden napoleonischen Truppen des Marschall Louis-Nicolas Davout nach der Schlacht bei Jena und Auerstedt.

Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

Marienkirche 2007
Altarraum der Marienkirche
  • Marienkirche (Glockenturm 2006 restauriert – erstmal seit 1636 drei Glocken, darunter die neu gegossene Marienglocke) mit historischem Altar, Orgel (um 1800) und Fresken sowie Pfarrhaus
  • Rittergut

Kultur, Tourismus, Vereine [Bearbeiten]

Mattstedt hat ein eigenes Kulturzentrum. Hier finden regelmäßig Konzerte (Biba und die Butzemänner) und Festivals statt, wie z. B. das Ilmrockfestival. Ferner werden dort die Zuchtschauen für den weltbekannten Dobermann und die Berner Sennhunde abgehalten.

Neben dem Feuerwehrverein und dem Heimatverein engagierte sich in Mattstedt bis 2008 der in ganz Thüringen agierende Verein „Kinder von Tschernobyl“. Seit der Katastrophe 1986 waren hier jährlich ein bis zwei Gruppen von Kindern über mehrere Wochen in der alten Schule und in Gastfamilien zur Erholung untergebracht. Der Verein finanzierte sich hauptsächlich durch Spenden.

Durch Mattstedt führt der von Ilmenau über Weimar kommende und bis zur Saalemündung (Großheringen) führende Ilmradwanderweg.

Wirtschaft/Landwirtschaft [Bearbeiten]

  • mehrere mittelständische Betriebe
  • private Kleinbauern mit Ansätzen zu biologischer Landwirtschaft
  • landwirtschaftliche Hauptnutzung durch Agrargenossenschaft Rannstedt
  • große Industrieruine: ehemalige Färberei, danach Lacufa (Lacke und Farben), nach der Wende reprivatisiert, später Insolvenz

Persönlichkeiten [Bearbeiten]

Ehrenbürger [Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]

Gedenktafel für Pfarrer Wilhelm Christoph Günther

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Mattstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung nach Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften (Hilfe dazu)