Mauerlattich

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Mauerlattich
Mauerlattich (Mycelis muralis)

Mauerlattich (Mycelis muralis)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Cichorioideae
Gattung: Mauerlattich (Mycelis)
Art: Mauerlattich
Wissenschaftlicher Name
Mycelis muralis
(L.) Dumort.
Blatt des Mauerlattichs
Blütenstand des Mauerlattichs

Der Mauerlattich (Mycelis muralis) ist die einzige Pflanzenart der monotypischen Gattung Mycelis innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Der Mauerlattich ist eine krautige Pflanze. Die Laubblätter sind leierförmig-fiederteilig. Die Blattfiedern sind dabei relativ eckig. Die Endfieder ist deutlich größer als die Seitenfiedern.

Die körbchenförmigen Teilblütenstände sind in sehr lockeren rispigen Blütenständen angeordnet. Am besten kann man den Mauerlattich anhand seiner Körbchen erkennen. Diese sind ziemlich klein – Durchmesser von etwa 1 cm – und bestehen fast immer aus lediglich fünf gelben Zungenblüten, die vorne gestutzt und mit fünf Zähnchen versehen sind.

Die schwarzbraune Achäne ist kurz geschnäbelt. Der Pappus besteht aus einer Reihe langer Haare, die von einer Reihe kurzer Borsten umgeben ist.

Ökologie[Bearbeiten]

Der Mauerlattich ist ein ausdauernder Hemikryptophyt und eine Schaftpflanze. Bei seiner Verletzung tritt Milchsaft aus.[1]

Die Blüten sind vormännliche „Körbchenblumen vom Cichorium-Typ“. Bestäuber sind Bienenverwandte, Fliegen usw.[1]

Die Früchte sind Achänen, die sich durch den Pappus als Schirmchenflieger und Wasserhafter ausbreiten; daneben findet eine Ausbreitung durch Ameisen und eine Ausbreitung durch den Menschen als Kulturfolger statt.[1]

Die Blütezeit erstreckt sich von Juli bis August, die Fruchtreife von August bis Oktober.[1]

Vorkommen[Bearbeiten]

Der Mauerlattich wächst vor allem in Wäldern und Gebüschen im Halbschatten bis in den Schatten. Er bevorzugt mäßig nährstoffreichen Boden. Er ist nicht selten, wobei allerdings seine Häufigkeit von Gebiet zu Gebiet sehr unterschiedlich ist.

Ursprünglich war sein Verbreitungsgebiet Europa – im Osten bis zum Kaukasus, im Norden bis nach Norwegen, im Süden bis Nordafrika.[2][3] Inzwischen kommt er auch in Nordamerika und Neuseeland vor.

Systematik[Bearbeiten]

Nach Gensequenz-Analysen gehört der Mauerlattich in die nähere Verwandtschaft der Gattungen Lattich (Lactuca), Milchlattiche (Cicerbita) und Steptorhamphus.[4] Er wird deshalb in neuerer Literatur,[2][3] wie schon früher, zu den Lattichen gezählt und trägt dann den wissenschaftlichen Namen Lactuca muralis (L.) Gaertn. Das Basionym des Mauerlattichs, unter dem er 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum erstveröffentlicht wurde,[5] ist Prenanthes muralis L.

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Eugen Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3364-4.
  •  Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer, Manfred A. Fischer (Hrsg.): Exkursionsflora von Österreich. Eugen Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6.
  •  Christian Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz. Mit Berücksichtigung der Grenzgebiete. Bestimmungsbuch für die wildwachsenden Gefässpflanzen. Begründet von August Binz. 18. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Schwabe & Co., Basel 1986, ISBN 3-7965-0832-4.
  •  Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora. Unter Mitarbeit von Theo Müller. 6., überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1990, ISBN 3-8001-3454-3.
  •  Konrad von Weihe (Hrsg.): Illustrierte Flora. Deutschland und angrenzende Gebiete. Gefäßkryptogamen und Blütenpflanzen. Begründet von August Garcke. 23. Auflage. Paul Parey, Berlin/Hamburg 1972, ISBN 3-489-68034-0.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d  Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt. 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.
  2. a b  Werner Greuter, Eckhard von Raab-Straube (Hrsg.): Med-Checklist. A critical inventory of vascular plants of the circum-mediterranean countries. Vol. 2 (Dicotyledones: Compositae). Organization for the Phyto-Taxonomic Investigation of the Mediterranean Area (OPTIMA), Genève 2008, ISBN 978-2-8279-0011-4.
  3. a b Werner Greuter: Compositae (pro parte majore): Lactuca muralis. In: Werner Greuter, Eckhart von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae. Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2006-2009.
  4. Wim J. M. Koopman, Eli Guetta, Clemens C. M. van de Wiel, Ben Vosman, Ronald G. van den Berg: Phylogenetic relationships among Lactuca (Asteraceae) species and related genera based on ITS-1 DNA sequences. In: American Journal of Botany. Band 85, Nr. 11, 1998, S. 1517–1530, online. (engl.)
  5. Carl von Linné: Species Plantarum. Band 2, Impensis Laurentii Salvii, Holmiae 1753, S. 797, Digitalisat.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mauerlattich (Mycelis muralis) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien