Maureen O’Hara

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Maureen O'Hara auf dem TCM Film Festival (April 2014)

Maureen O’Hara (* 17. August 1920 als Maureen FitzSimons in Ranelagh, Dublin) ist eine irisch-amerikanische Filmschauspielerin und Sängerin. Nicht zuletzt wegen ihres berühmten feuerroten Haares wurde sie vor allem in Western und Abenteuerfilmen in der Rolle der temperamentvollen und leidenschaftlichen Heldin mit stets integrer Gesinnung besetzt. O’Hara arbeitete häufig mit dem Regisseur John Ford und ihrem langjährigen Freund John Wayne zusammen. Weil sie regelmäßig in den damals noch seltenen Technicolor-Filmen besetzt wurde, erhielt sie den Spitznamen „Königin des Technicolor“.[1]

Biografie[Bearbeiten]

Frühes Leben[Bearbeiten]

Maureen O’Hara wurde in einem Vorort von Dublin als Maureen FitzSimmons in eine katholische Familie geboren. Der katholischen Kirche blieb sie bis heute verbunden. Ihr Charles Stewart Parnell FitzSimons betrieb ein Kleidungsgeschäft, in welchem auch O’Haras Mutter Marguerita Lilburn FitzSimons - eine frühere Altistin - mitarbeitete. Sie war das zweitälteste von sechs Kindern. Ihr Vater besaß Anteile am Fußballverein Shamrock Rovers, welche auch O’Hara seit ihrer Kindheit unterstützt. In der Schule war sie insbesondere als Sportlerin erfolgreich. Sie und der überwiegende Teil ihrer Geschwister besuchten das Abbey Theatre sowie die Ena Mary Burke School of Drama and Elocution in Dublin. Auch viele ihrer Geschwister hatten später Karriereren als Filmproduzenten und Schauspieler, allerdings weit nicht so erfolgreich wie O’Hara. Nachdem sie bereits zuvor in Amateurgruppen gespielt hatte, gab sie im Alter von 14 Jahren ihr professionelles Debüt als Schauspielerin am Abbey Theatre. Weil ihr Vater das Schauspielgeschäft als zu unsicher ansah, musste O’Hara neben ihrer Schauspielkarriere eine Ausbildung als Buchhalterin und Stenotypistin absolvieren.

Schauspielkarriere[Bearbeiten]

Nachdem sie am Abbey Theatre erste Erfolge verzeichnen konnte, erhielt sie mit 17 Jahren eine Einladung für Probeaufnahmen in London. Ihr widerstrebte der Vorschlag zunächst und sie musste erst zu dieser Reise überredet werden. Die Probeaufnahmen verliefen wenig zufriedenstellend und auch O’Hara, deren Aussehen man für die Probeaufnahmen stark veränderte, sagte: „Wenn so das Filmgeschäft läuft, will ich nichts mit ihm zu tun haben.“ Als der berühmte Schauspieler Charles Laughton die Probeaufnahmen sah, fand er dennoch Gefallen an O’Hara, insbesondere an ihren ausdrucksstarken, grünen Augen. Während O’Hara nach Irland zurückkehrte, überredete Laughton seinen Geschäftspartner Erich Pommer, ihr einen Filmvertrag über sieben Jahre zu geben. 1938 spielte O’Hara in den heute vergessen Filmen Kicking The Moon Around und My Irish Molly ihre ersten beiden, relativ kleinen Rollen. Ihr erster großer Film wurde Riff-Piraten (1939), in welchem sie unter der Regie von Alfred Hitchcock einer Bande von Strandräubern - der Anführer der Strandpiraten wurde von Laughton gespielt - auf die Schliche kommt.

Laughton war äußerst zufrieden mit O’Haras Darstellung und nahm sie mit nach Hollywood. Er besetzte sie neben sich im Filmklassiker Der Glöckner von Notre Dame in der weiblichen Hauptrolle als Esmeralda. Dieser Film verschaffte ihr den Durchbruch. Als der Zweite Weltkrieg begann, realisierte Charles Laughton, dass er nicht weiter in England drehen konnte und verkaufte O'Hara und ihren Siebenjahresvertrag an RKO Pictures. Zunächst spielte sie nur in zweitklassigen Filmen, bis Regisseur John Ford sie für sein Filmdrama Schlagende Wetter (1941) verpflichtete. O’Hara spielte die weibliche Hauptrolle Angharad, die Tochter eines walisischen Bergarbeiters, welche den reichen, aber arroganten und langweiligen Minenbesitzer heiraten muss. Als sie von ihm flüchtet, wird sie von der Dorfgemeinschaft verstoßen. Der Film erhielt fünf Oscars und wurde der Beginn einer langen, fünf Filme währenden Zusammenarbeit zwischen O’Hara und Ford. Die Beziehung zwischen beiden war turbulent und schwankte zwischen Liebe und Hass.[2]

Meistens wurde O’Hara in der Rolle der temperamentvollen, leidenschaftlichen Heldin mit integrer Gesinnung besetzt, weshalb sie vor allem in Western und Abenteuerfilmen wie Der Seeräuber und Sindbad der Seefahrer ihre Heimat fand. Sie spielte oftmals in den damals noch seltenen Technicolor-Farbfilmen, vor allem weil dies im Gegensatz zum Schwarz-Weiß-Film ihr feuerrotes Haar zur Geltung bringen konnte. Wegen ihrer vielen Rollen in Technicolor-Filmen erhielt sie den Spitznamen „Königin des Technicolors“ ("Queen of Technicolor"). 1947 spielte sie als Mutter von Natalie Wood die Hauptrolle im Weihnachtsklassiker Das Wunder von Manhattan. Ihre Rolle, eine zynische Geschäftsfrau, trifft im Laufe des Filmes den Weihnachtsmann (Edmund Gwenn) und verwandelt sich in ihrem Charakter. 1950 erfolgte die zweite Zusammenarbeit mit John Ford mit dem Western Rio-Grande, dem dritten und letzten Teil von Fords berühmter Kavallerie-Trilogie. O’Hara und John Wayne spielen in den Hauptrollen ein seit 15 Jahren getrenntes Ehepaar, welches sich wiedertrifft, als ihr gemeinsamer Sohn in die Truppe von Waynes Colonel eintritt.

Für die im Privatleben befreundeten John Wayne und Maureen O’Hara war Rio Grande die erste von fünf Zusammenarbeiten. Wayne äußerte sich über O’Hara, dass sie die einzige Frau in seinem Leben gewesen sei, welche er als echte Freundin bezeichnen könnte[3] und nannte sie seine beste Leading Lady. 1952 hatten die beiden ihren wohl bekanntesten gemeinsamen Auftritt in John Fords Komödie Der Sieger, welche in einem irischen Dorf mit O'Hara als Waynes Verlobte spielt. In den 1950er-Jahren setzte sich ihre Karriere mit weiteren Abenteuerfilmen und Western fort, von denen die meisten allerdings in Vergessenheit gerieten. Sie kam ebenfalls zu einigen Auftritten im US-Fernsehen und verkörperte 1960 die Titelrolle im Fernsehfilm Mrs. Miniver, einem Remake des gleichnamigen Filmerfolgs aus dem Jahre 1942. Ab den 1960er-Jahren spielte sie zunehmend auch in Komödien, etwa in Die Vermählung ihrer Eltern geben bekannt (1961), einer eamerikanisierten Adaption des Erich-Kästner-Romans Das doppelte Lottchen, sowie als Ehefrau von James Stewart in Mr. Hobbs macht Ferien (1962).

Ruhestand, kurzes Comeback und Privatleben[Bearbeiten]

Nach ihrem Rückzug aus dem Schauspielgeschäft 1971 kehrte sie in den 1990er-Jahren für einige Auftritte noch einmal vor die Kamera zurück.

Sie lebte lange an der Südwestküste Irlands in Glengariff, wo es im ortsansässigen Pub ihren festen Stammtisch gibt. Aus gesundheitlichen Gründen zog sie 2012 mit ihrem Enkel im US-Bundesstaat Idaho.[4]

O’Hara war von 1939 bis 1941 mit dem Regisseur George Hanley Brown; von 1941 bis 1952 mit dem Regisseur Will Price und von 1968 bis zu seinem Tod 1978 mit dem Schriftsteller Charles F. Blair verheiratet. Aus ihrer zweiten Ehe ging eine Tochter hervor. 1946 wurde O’Hara US-amerikanische Staatsbürgerin.[5]

Im August 2014 wurde bekannt, dass die Schauspielerin im Herbst 2014 einen Ehrenoscar für ihr Lebenswerk erhalten soll.[6]

Filmografie[Bearbeiten]

  • 1938: Kicking the Moon Around
  • 1938: My Irish Molly
  • 1939: Riff-Piraten (Jamaica Inn)
  • 1939: Der Glöckner von Notre Dame (The Hunchback of Notre Dame)
  • 1940: A Bill of Divorcement
  • 1940: Dance, Girl, Dance
  • 1941: They Met in Argentina
  • 1941: Schlagende Wetter (How Green Was My Valley)
  • 1942: To the Shores of Tripoli
  • 1942: Ten Gentlemen from West Point
  • 1942: Der Seeräuber (The Black Swan)
  • 1943: Immortal Sergeant
  • 1943: Dieses ist mein Land (This Land Is Mine)
  • 1943: The Fallen Sparrow
  • 1944: Buffalo Bill – Der weiße Indianer (Buffalo Bill)
  • 1945: Die Seeteufel von Cartagena (The Spanish Main)
  • 1946: Sentimental Journey
  • 1946: Sinfonie in Swing (Do You Love Me)
  • 1947: Endspurt (The Homestretch)
  • 1947: Das Wunder von Manhattan (Miracle on 34th Street)
  • 1947: Eine Welt zu Füßen (The Foxes of Harrow)
  • 1947: Sindbad der Seefahrer (Sinbad the Sailor)
  • 1948: Belvedere räumt auf (Sitting Pretty)
  • 1949: A Woman's Secret
  • 1949: Britannia Mews
  • 1949: Father Was a Fullback
  • 1949: Die schwarzen Teufel von Bagdad (Bagdad)
  • 1950: Im Lande der Comanchen (Comanche Territory)
  • 1950: Rio Grande
  • 1950: Tripolis (Tripoli)
  • 1951: Die Flamme von Arabien (Flame of Araby)
  • 1952: Die Söhne der Musketiere (At Sword’s Point)
  • 1952: Gesetz der Peitsche (Kangaroo)
  • 1952: Der Sieger (The Quiet Man)
  • 1952: Gegen alle Flaggen (Against All Flags)
  • 1953: Feuerkopf von Wyoming (The Redhead from Wyoming)
  • 1953: Verschwörung auf Fort Clark (War Arrow)
  • 1954: Feuer über Afrika (Malaga)
  • 1955: Mit Leib und Seele (The Long Gray Line)
  • 1955: Die Nacht gehört uns (The Magnificent Matador)
  • 1955: Die nackte Geisel (Lady Godiva of Coventry)
  • 1956: Geheimzentrale Lissabon (Lisbon)
  • 1956: Everything But the Truth
  • 1957: Dem Adler gleich (The Wings Of Eagles)
  • 1959: Unser Mann in Havanna (Our Man in Havana)
  • 1960: Mrs. Miniver (Fernsehfilm)
  • 1960: The DuPont Show of the Month (Fernsehserie, eine Folge)
  • 1961: Die Vermählung ihrer Eltern geben bekannt (The Parent Trap)
  • 1961: Gefährten des Todes (The Deadly Companions)
  • 1962: Theatre '62 (Fernsehserie, eine Folge)
  • 1962: Mr. Hobbs macht Ferien (Mr. Hobbs Takes a Vacation)
  • 1963: Sommer der Erwartung (Spencer’s Mountain)
  • 1963: MacLintock (McLintock!)
  • 1963: A Cry of Angels (Fernsehfilm)
  • 1965: Kampf in der Villa Fiorita (The Battle of the Villa Fiorita)
  • 1966: Rancho River (The Rare Breed)
  • 1966: The Garry Moore Show (Fernsehserie, eine Folge)
  • 1967: Off to See the Wizard (Fernsehserie, eine Folge)
  • 1970: Wie ich dich liebe? (How Do I Love Thee)
  • 1971: Big Jake (Big Jake)
  • 1973: Das letzte Wort hat Tilby (Fernsehfilm, The Red Pony)
  • 1991: Mama, ich und wir zwei (Only the Lonely)
  • 1995: Der Ruf des Engels (Fernsehfilm, The Christmas Box)
  • 1998: Cap to Canada (Fernsehfilm)
  • 2000: The Last Dance (Fernsehfilm)

Diskografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1960: Christine (Musical), Original Broadway Cast Album

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Maureen O'Hara – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Artikel zum 90. Geburtstag bei der FAZ
  2. https://suite.io/larry-putt/4w512bb
  3. https://suite.io/larry-putt/4tzb2bb
  4. Artikel bei Irish Examiner
  5. Eintrag bei filmreference.com
  6. http://www.dw.de/ehrenoscar-f%C3%BCr-harry-belafonte/a-17888251