Mauve

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Mauve (Begriffsklärung) aufgeführt.
Mauve
(Farbcode: #E0B0FF)
Wilde Malve

Mauve [mov] (französisch ‚Malve‘) ist die Farbe der Wilden Malve, nach dem französischen Namen der Pflanze, die als blasses Violett eingeordnet werden kann.

Der erste künstliche Anilinfarbstoff, das Mauvein, ist nach dieser Farbe benannt. Dieser wurde im Jahre 1856 durch Zufall vom britischen Chemiker William Henry Perkin entdeckt. Als künstlich hergestellter Farbstoff konnte er auch Baumwolle färben. Kurz darauf wurde eine Vielzahl künstlicher Farbstoffe entwickelt, dies revolutionierte die Färbeindustrie. 1858 wurden die ersten Stoffe in Mauve hergestellt.

„Mauve, or violet colored silk“ wurde von Godey’s Lady’s Book and Magazine von 1858 bis 1869 als angesagte Modefarbe der besseren Leute namentlich erwähnt.[1] Als Queen Victoria 1862 zur Hochzeit ihrer Tochter Alice ein seidenes, mit Mauvein gefärbtes Kleid trug, wurde groß darüber berichtet und die Farbe beschrieben. Ebenso begeisterte Eugénie, die Ehefrau Napoléon III., den Hof, als sie es trug. Beide Frauen beeinflussten die Modewelt.[2]

Wortverwendung[Bearbeiten]

Im Jahre 1926 beschrieb Thomas Beer die 1890er unter dem Titel The mauve decade – American life at the end of the nineteenth century, ohne extra darauf einzugehen, warum er diese Zeit mauve decade nennt. Es dürfte also für den Leser bekannt gewesen sein.[3] Diese Bezeichnung für das Jahrzehnt ist vor allem in den Vereinigten Staaten gebräuchlich, seltener in Großbritannien.

In den Vereinigten Staaten war es auch als Symbolfarbe für Schwule und Lesben bekannt. In einem Reiseführer aus dem Jahre 1940 mit dem Titel How to Sin in Hollywood wurde ein Lokal wie folgt beschrieben: „When Your Urge's Mauve, [go to] the Café International on Sunset Boulevard. The location offered supper, drinks, and the ability to watch boy-girls who necked and sulked and little girl customers who … look like boys.“ (deutsch: „Wenn es dich zu „Mauve“ drängt, [geh zum] Café International am Sunset Boulevard. Das Lokal bietet Abendessen, Drinks und die Möglichkeit knutschende und schmollende Boy-Girls [heute als Drag-Queens bezeichnet, Anm.] anzusehen und kleine Kundinnen, welche … wie Burschen ausschauen.“) Auf der gegenüberliegenden Seite zeigt ein Cartoon zwei der „kleinen Kundinnen“: Sie tragen Smoking und erkennbaren Lippenstift, und eine raucht eine Zigarre.[4][5] Auch in der vor allem in London beheimateten Kunstsprache Polari wurde es für Homosexuelle verwendet: „[S]he is mauve.“ (deutsch: „Sie/Er ist homosexuell.“)[6]

Im deutschen Sprachraum erlangte die Farbe Mauve in den 1980er Jahren eine gewisse Bekanntheit: In einem Sketch von Loriot wurden die Farbvarianten für den Kompaktschutzraum K2000 („gegen Aufpreis lieferbar in Russisch-Grün, Schilf, Eierschal und Mauve“) aufgezählt, was die prompte Nachfrage „Mauve?“ nach sich zog.[7]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Ann Buermann Wass: Rivalling nature in the beauty and brilliancy of their coloring: Synthetic dyes and fashionable colors in Godey’s Lady’s Book and Magazine 1856-1891, The Chronicle of the Early American Industries Association, Dezember 2000
  2. Jonathan Brown: The Colour Purple, The Independent, 17. April 2006
  3. Thomas Beer: The mauve decade – American life at the end of the nineteenth century beim Gaslight-Projekt des kanadischen Mount Royal College, Armed Services Editions, Council on Books in Wartime, New York 1945. Wiederauflage: Carroll & Graf Publishing, 1997, ISBN 0-7867-0501-9
  4. Jack Lord und Lloyd Hoff: How to Sin In Hollywood, Hollywood, CA, 1940
  5. Brett L. Abrams: Latitude in Mass-Produced Culture’s Capital: New Women and Other Players in Hollywood, 1920-1941, Frontiers, 2004
  6. Tom Dalzell, Terry Victor: The New Partridge Dictionary of Slang and Unconventional English. Band 2: J-Z. 2. Auflage. Routledge, London 2006, ISBN 0-415-25938-X.
  7. Loriot: Loriots dramatische Werke, Diogenes, Zürich 1983, ISBN 3-257-01004-4.
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