Maverick (Fernsehserie)

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Seriendaten
Deutscher Titel Maverick
Originaltitel Maverick
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Jahr(e) 1957–1962
Länge 50 Minuten
Episoden 124 in 5 Staffeln
Genre Action, Western
Titelmusik David Buttolph (Titelmusik)
Produktion William T. Orr
Idee Roy Huggins
Musik Max Steiner
Erstausstrahlung 22. September 1957 (USA) auf ABC
Deutschsprachige
Erstausstrahlung
24. August 1961 auf ARD 2
Besetzung

Hauptdarsteller:

James Garner
Bret Maverick (65 Folgen)
Jack Kelly
Bart Maverick (83 Folgen)
Roger Moore
Beauregarde „Beau“ Maverick (15 Folgen)

Nebendarsteller:

Efrem Zimbalist junior
Dandy Jim Buckley
Richard Long
Gentleman Jack Darby
Diane Brewster
Samantha Crawford
Synchronisation

Maverick ist eine US-amerikanische Westernserie. Zwischen 1957 und 1962 wurden insgesamt 124 Schwarzweiß-Episoden produziert, welche auf dem US-amerikanischen Fernsehnetwork ABC ausgestrahlt wurden. In den Hauptrollen waren als Maverick Brüder Bret und Bart James Garner und Jack Kelly, sowie als deren Cousin Beauregarde „Beau“ Maverick Roger Moore zu sehen.

Inhalt[Bearbeiten]

James Garner verkörperte als Bret Maverick einen Spieler, der von Stadt zu Stadt und von Saloon zu Saloon zieht, um Geld zu machen. Dabei macht er sich aber nicht nur Freunde, so dass häufiger die Colts sprechen müssen oder Maverick gezwungen ist, sein Heil in der Flucht zu suchen. Einige Episoden ranken sich um Brets Bruder Bart (Jack Kelly), der mit ähnlichen Widrigkeiten zu kämpfen hat. In 15 Folgen ist auch Roger Moore in der Rolle als Cousin Beauregard Maverick zu sehen.

James Garner als Bret Maverick[Bearbeiten]

Hauptdarsteller James Garner 1987

„Maverick, he didn’t want to fight. He’d rather smile and laugh. He was the reluctant hero… Yeah, I’m a maverick. Always have been.“

„Maverick, er wollte nicht kämpfen. Er wollte lieber lächeln und lachen. Er war der Held wider Willen… Ja, Ich bin ein Maverick. Immer gewesen.“

James Garner über seine Rolle als Bret Maverick[1]

Bret Maverick verschmäht anstrengende Arbeit und verdient sein Geld lieber beim Pokerspielen in allen möglichen Saloons. Er gewinnt häufig und selten geben sich seine Gegner damit zufrieden, was ihn zwingt seine Fertigkeiten mit dem Colt unter Beweis zu stellen oder sein Heil in der Flucht zu suchen. Nicht selten läuft ihm dabei eine hübsche Frau in die Arme, die er beschützen muss. Er hält sich mit Sprüchen eher zurück und ist nicht erpicht darauf sein Leben zu riskieren. Dennoch ist er in jeglichen Arten des Faustkampfes unschlagbar.

Für James Garner bedeutete die sich zum Welthit entwickelnde Serie den endgültigen Durchbruch. Zwar hatte er zuvor in Kinofilmen, wie Sayonara an der Seite von Marlon Brando gespielt, jedoch nur Nebenrollen. Durch seinen großen Bekanntheitsgrad als Publikumsliebling aus Maverick versuchte Garner seine Kinokarriere voranzubringen und stieg 1960 aus der Serie aus.

Jedoch kehrte er in seine Rolle als Bret Maverick später dreimal wieder zurück: 1978 im Fernsehfilm Die Rückkehr der Mavericks, 1979 hatte er einen Gastauftritt als Bret in Mavericks großes Spiel und übernahm 1981 die Hauptrolle in der Serie Bret Maverick.

Jack Kelly als Bart Maverick[Bearbeiten]

Bart Maverick ist der ältere Bruder von Bret und wird als vernünftiger dargestellt.[2] Jedoch ist auch er ein leidenschaftlicher Spieler und gerät dadurch in ähnliche Probleme wie sein Bruder Bret.

Eigentlich war James Garner als alleiniger Hauptdarsteller der Serie vorgesehen, jedoch erkannten die Produzenten, dass ihr Pensum an Folgen nicht zu schaffen sei, da sie für jede Episode eine Woche benötigten. Daher wurde Jack Kelly als älterer Bruder eingeführt, obwohl Kelly eigentlich nur sieben Monate älter als Garner war.

Die Folgen von Garner und Kelly wurden von unterschiedlichen Produktionsteams gleichzeitig gedreht. Manchmal treten auch beide Mavericks in einer Folge auf. Nachdem Garner nach der dritten Staffel ausgestiegen war, trat er verstärkt auf und übernahm in der fünften und letzten Staffel die alleinige Hauptrolle. Insgesamt trat er in 83 der 124 Folgen auf.

Roger Moore als Beauregarde „Beau“ Maverick[Bearbeiten]

Hauptdarsteller Roger Moore 1973

Beau Maverick ist der Cousin von Bret und Bart und ist gerade von seinem Studium aus England zurückgekehrt. Beau plant, den Wilden Westen kennenzulernen und ist zwar ein guter Pokerspieler, hat aber mehr Glück in der Liebe.

Eigentlich wurde die Rolle zuerst Sean Connery angeboten, der sie jedoch ablehnte.[3] Er wurde durch Roger Moore, der zuvor schon in der Westernfernsehserie Gold in Alaska (1959/60) zu sehen war, ersetzt. Auch in Maverick war er schon in einer Folge neben James Garner und Jack Kelly aufgetreten, als John Vandergelt in der Folge The Rivals.

Das Studio sagte ihm, dass er nicht als Ersatz für James Garner gedacht sei, dennoch berichtet er in seiner Autobiografie, dass in seinen Kostümen noch deutlich lesbar der Name Jim Garner stand.[4]

Roger Moore äußerte sich über Maverick später positiv, nachdem er anfangs enttäuscht war, dass er von Warner Brothers nicht verstärkt in mehr Kinofilmen eingesetzt wurde. [5]

„Alles in allem war Maverick durchaus gelungen, und einige Drehbücher waren sogar richtiggehend lustig.“

Roger Moore über die Fernsehserie Maverick[6]

Ergänzende Figuren[Bearbeiten]

  • Efrem Zimbalist junior als Dandy Jim Buckley, ein durchtriebener Betrüger, der von Zeit zu Zeit mit Bret befreundet oder verfeindet war. Er unterhielt zu Bruder Bart Maverick eine wesentlich wärmere Freundschaft.
  • Diane Brewster als Samantha Crawford, eine Betrügerin, die Bret und Bart um größere Summen bringt und gleichzeitig eine Affäre mit ihnen hat.
  • Richard Long als Gentleman Jack Darby, ist ein Bart freundlich gesinnter Rivale, der eingeführt wurde, nachdem Efrem Zimbalist junior nicht mehr zu Verfügung stand.
  • Arlene Howell als Cindy Lou Brown, eine schöne Betrügerin, die von Bart und Gentleman Jack begehrt wird.
  • Leo Gordon als Big Mike McComb, ist ein irischer Freund von Bret und Bart und unterstützt sie in einigen Abenteuern. Leo Gordon war auch als Drehbuchautor tätig und schrieb später selbst einige Maverick Folgen.
  • Gerald Mohr und Peter Breck als Doc Holliday, Mohr verkörperte Doc Holliday in den ersten Folgen mehr als rücksichtslosen Killer, während in Peter Breck in Staffel vier und fünf als liebenswerten Schelm spielt, der mit seinen Betrügereien Bart in Schwierigkeiten bringt.
  • Robert Colbert als Brent Maverick, den dritten Bruder. Robert Colbert ist ähnlich wie seine Brüder angelegt und spielte in einer Folge neben Jack Kelly und einer alleine.

Hintergrund[Bearbeiten]

  • Die Episoden mit Kelly wurden parallel zu denen Garners von einem anderen Produktionsteam gedreht. Manchmal traten beide Mavericks auch gemeinsam in einer Folge auf.
  • Den Text zum Maverick Thema von David Buttolph wurde von Paul Francis Webster geschrieben.[7]
  • Roger Moore spielt zwar in 16 Folgen mit, jedoch nur in 15 als Beau Maverick. Zuvor hatte er bereits neben Garner und Kelly 1959 John Vandergelt gespielt.
  • 1958 produzierte Jeep ein Maverick Special des Jeep Wagons in Anlehnung an die populäre Fernsehserie.[8]
  • In Anlehnung an den Namen der Serie kam die NBA-Mannschaft Dallas Mavericks zu ihrem Namen.[9]

Gastauftritte[Bearbeiten]

Unter anderem trat der damals noch unbekannte Clint Eastwood in einer Folge mit James Garner und Jack Kelly auf (Staffel 2, Episode 19). Robert Redford spielte in einer Folge mit Jack Kelly seine erste Rolle überhaupt (Staffel 3, Episode 23). In einer Folge mit Roger Moore war Lee Van Cleef zu sehen (Staffel 4, Episode 25). Ebenso waren zu sehen:

Handlungsüberschneidungen[Bearbeiten]

Auch zu dieser Zeit gab es bereits Handlungsüberschneidungen mit anderen Fernsehserien. So trat Clint Walker als Cheyenne Bodie auf, der Hauptfigur aus der ebenfalls von Warner Brothers produzierten Fernsehserie Cheyenne. Auch die von Will Hutchins verkörperte Hauptfigur Tom „Sugarfoot“ Brewster aus der Fernsehserie Sugarfoot war in Maverick zu sehen. Im Gegenzug trat auch James Garner als Bret Maverick in Cheyenne und Sugarfoot auf. Eine weitere Überschneidung gab es mit der Westernserie Lawman, dessen Hauptcharakter Johnny McKay, gespielt von Peter Brown auch in Maverick auftrat.

Maverick Statue[Bearbeiten]

Am 21. April 2006 wurde eine ungefähr 3 Meter hohe Statue von James Garner als Bret Maverick, in dessen Heimatstadt Norman (Oklahoma) präsentiert. Auch James Garner war anwesend. [10]

Episoden[Bearbeiten]

DVD Veröffentlichung[Bearbeiten]

Während es im deutschsprachigen Raum keine Maverick DVD Veröffentlichung gibt, wurde in den USA und Kanada am 27. September 2005 eine Best-Of DVD mit drei Folgen von Garner und Kelly veröffentlicht.[11] Am 29. Mai 2012 wurde in den USA und Kanada erstmals die komplette erste Staffel auf DVD veröffentlicht[12], die zweite Staffel wird am 23. April 2013 ebenfalls erstmals komplett auf DVD erscheinen. Die Folge Duell at Sundown mit Clint Eastwood wurde im Rahmen der DVD Veröffentlichung seines Films Erbarmungslos dort als Extra mit deutschen Untertiteln veröffentlicht.

Nachfolgeserien und Filme[Bearbeiten]

Im Jahr 1978 wurde in den USA der Fernsehfilm Die Rückkehr der Mavericks, in dem James Garner und Jack Kelly ihre Rollen wieder aufnahmen, veröffentlicht. Charles Frank spielte in diesem Film Ben Maverick, den Sohn des Cousins Beau, Jack Kelly hatte nur einen kurzen Auftritt gegen Ende des Films. Der Fernsehfilm diente außerdem als Pilot für die im Folgejahr 1979 in den USA gestartete Serie Young Mavericks, die bis 1980 lief und es insgesamt auf acht Episoden schaffte. In Deutschland war sie 1994 unter dem Titel Mavericks großes Spiel zu sehen. Charles Frank spielte hier die Hauptrolle, James Garner hatte einen kurzen Gastauftritt in der ersten Episode.

Erfolgreicher war die 1981 gestartete Serie Bret Maverick. James Garner übernahm wieder die Hauptrolle als Bret Maverick, der sich nach dem Gewinn eines Saloons beim Pokern in einer Kleinstadt in Arizona niedergelassen hat. Die Serie bekam gute Kritiken und wurde für den Golden Globe und den Emmy nominiert. Dennoch wurde sie nach nur einer Staffel 1982 abgesetzt. In der letzten Folge hatte auch Jack Kelly einen Gastauftritt als Bart Maverick, bei dem er zufällig seinen Bruder Bret antrifft. In dieser Szene umarmen sich beide, während im Hintergrund die Musik der Originalserie zu hören ist.

Sehr erfolgreich war auch der Maverick Kinofilm aus dem Jahre 1994 mit noch stärkerer Betonung der humoristischen Note. James Garner spielt einen pensionierten Marshall, der sich Maverick (diesmal Mel Gibson) an die Fersen heftet und sich später als Mavericks Vater herausstellt. Jodie Foster spielt die Gaunerin Annabelle Bransford, die ebenso wie der Marshall versucht, Maverick seine Pokergewinne wieder abzujagen.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Emmy 1958
Nominierungen
  • Best Dramatic Series with Continuing Characters
  • Best Editing of a Film for Television (Robert Sparr) Für die Episode: The Quick and the Dead
  • Best New Program Series of the Year
Emmy 1959
Gewonnen
  • Best Western Series
Nominierungen
  • Best Actor in a Leading Role (Continuing Character) in a Dramatic Series (James Garner)
  • Best Cinematography for Television (Ralph Woolsey) Für die Episode: Diamond in the Rough
  • Best Cinematography for Television (Harold E. Stine) Für die Episode: Shady Deal at Sunny Acres
  • Best Editing of a Film for Television (Robert Watts) Für die Episode: Saga of Waco Williams
  • Best Editing of a Film for Television (Robert Sparr) Für die Episode: Rope of Cards
TV Land Awards 2003
Nominierung
  • Best in the West

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Maverick (TV series) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. James Garner über Bret Maverick, im Interview bei emmytvlegends.org
  2. Co Stars von James Garner: Jack Kelly, James Garner Fanpage.
  3. Sean Connery lehnt Rolle als Maverick ab, 1957timecapsule.wordpress.com.
  4. Roger Moore: Die Autobiographie: Mein Name ist Bond…James Bond I.P. Verlag, 2009, ISBN 978-3-931624-62-0, S. 133
  5. Roger Moore: Die Autobiographie: Mein Name ist Bond...James Bond I.P. Verlag, 2009, ISBN 978-3-931624-62-0, S. 134
  6. Roger Moore: Die Autobiographie: Mein Name ist Bond...James Bond I.P. Verlag, 2009, ISBN 978-3-931624-62-0, S. 134
  7. Maverick Thema, steffi-line.de.
  8. Jeep-Ikonen (2): Willys Wagon, Süddeutsche Zeitung.
  9. Dallas Mavericks Franchise History, hoopedia.nba.com.
  10. Bret Maverick Statue in Norman, roadsideamerica.com.
  11. Maverick (Television Favorites)(1957), Amazon.com.
  12. Maverick: The Complete First Season, Warner Brothers Shop.