Sony Mavica

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Prototyp der analogen Mavica aus dem Jahr 1981
Sony Digital Mavica MVC-FD5, das erste digitale Modell, 1997

Mavica (Magnetic Video Camera) war Sonys Bezeichnung für eine Fotokameraserie, die Bilder erstmals auf einem austauschbaren Datenträger anstelle eines Kleinbildfilms festhielt. Entgegen der weitverbreiteten Meinung, die Mavica sei die erste Digitalkamera, arbeitete die Fotokamera nicht mit digitaler Fototechnik. Vielmehr generierte der CCD-Sensor ein analoges Videostandbild, das auf einer Diskette aufgezeichnet wurde. Es handelte sich demnach um die erste Kamera mit elektronischer Aufzeichnung. Tatsächlich handelte es sich bei der ursprünglichen MAVICA ebenso wie bei der ProMavica MVC-5000 und MVC-7000 sogar um Spiegelreflexkameras mit Wechselobjektiven. Für die ProMavica-Serie gab es Adapter zum Anschluss von Nikon- und Canon-Objektiven.[1][2] Zumindest die ProMavica MVC-7000 unterstützte auch Bajonettadapter für Nikon- und Canon-Objektive.[3][4]

Das erste Modell wurde 1981 angekündigt und kostete bei Einführung in den USA im Jahre 1982 stolze 650 $, [5] was umgerechnet in die Kaufkraft von 2012 einem Preis von 1475 $ entsprechen würde [6].

Die 2,0" großen sog. Video Floppies („VF“) mit dem Namen „Mavipak“ hatten eine Kapazität von 50 Videostandbildern pro Diskette. Die Bilder konnten zur Ansicht auf einem TV-Gerät wiedergegeben werden, was jedoch einen Adapter erforderte, der zusätzlich 230 $ kostete. Um die Bilder an einem PC bearbeiten zu können, mussten diese erst einer Digitalisierung unterzogen werden. Die gleichen Disketten wurden auch von einigen anderen Kameraherstellern wie Minolta oder Canon verwendet. Das „VF“-Format entwickelte sich rasch zum rückwärtskompatiblen „Hi-VF“-Format weiter, das von der ProMavica MVC-7000 und den Hi-Band-Mavica-Modellen unterstützt wurde.

Spätere Kameramodelle der Digital-Still-Camera-Serie zeichneten die Bilder in einem für Computer lesbaren DOS-FAT12-Format digital auf 3,5"-1,44-MiB-2HD-Disketten auf und hießen zunächst „Digital Mavica“, später „FD Mavica“. Dieses Feature machte die Mavica besonders im nordamerikanischen Markt sehr beliebt. Mit immer höher realisierbaren Auflösungen in der Digitalkameratechnik (Megapixel) und verfügbar werdenden Speicherkarten für den Konsumermarkt wurden auch von Sony Alternativen für die zu speichernden Bilder gefunden. Mittels eines Adapters für einen Memory Stick anstelle der Diskette und später durch einen eingebauten Memory Stick Slot wurde die Mavica in die Lage versetzt, Bilder auch auf Memory Stick speichern zu können. Spätere Kameramodelle in der CD-Mavica-Serie nutzten dann 8-cm-CD-R/CD-RW-Rohlinge als Speichermedium.

Die erste Kamera der Mavica-Serie mit eingebauten CD-Brennern (Mavica MVC-CD1000) mit 10-fach optischem Zoomobjektiv konnte lediglich CD-R-Rohlinge beschreiben. Es war jedoch möglich, die Bilder mittels der vorhandenen USB-Schnittstelle auch von einem noch nicht abgeschlossenen (Lead-Out) CD-R-Rohling auslesen zu können. Die Nachfolgemodelle, „CD Mavica“ genannt, waren kompakter, wodurch jedoch der Zoomfaktor reduziert wurde. Dafür waren sie in der Lage, auch CD-RW-Rohlinge beschreiben zu können.

Sony führte die Mavica-Serie nicht fort, sondern löste sie durch die Cyber-shot-Serie ab, die von Anfang an den Memory Stick als Speichermedium nutzte. Inzwischen führt Sony im Rahmen des Alpha-Systems auch digitale Spiegelreflexkameras mit Wechselobjektiven.

Modelle der Mavica-Serie von Sony[7][Bearbeiten]

Still Video Cameras mit 2,0"-Video-Floppy[Bearbeiten]

Mavica MVC 2000, ein analoges Modell aus der Mitte der 1980er-Jahre[8]
  • Sony MAVICA (1981) (Mavipak 2,0" VF, SLR-Design, drei Wechselobjektive)
  • Sony Mavica MVC-A7AF (1986) (Mavipak 2,0" VF)
  • Sony ProMavica MVC-2000 / MVC-2000 PF (1986) (Mavipak 2,0" VF)
  • Sony ProMavica MVC-5000 (1989) (Mavipak 2,0" VF, SLR-Design, mehrere Wechselobjektive)
  • Sony ProMavica MVC-7000 (1992) (Mavipak 2,0" Hi-VF, SLR-Design, mehrere Wechselobjektive)
  • Sony Hi-Band Mavica MVC-C1 (1988) (Mavipak 2,0" Hi-VF)
  • Sony Hi-Band Mavica MVC-A10 (1988) (Mavipak 2,0" Hi-VF)

Digital Still Cameras mit 3,5"-Floppy-Disketten[Bearbeiten]

  • Sony Digital Mavica MVC-FD5 (Ende 1997, Anfang 1998, feste Brennweite)
  • Sony Digital Mavica MVC-FD7 (Ende 1997, Anfang 1998, 10× optischer Zoom)
  • Sony Digital Mavica MVC-FD51 (Mitte 1998, feste Brennweite)
  • Sony Digital Mavica MVC-FD71 (Mitte 1998, 10× optischer Zoom)
  • Sony Digital Mavica MVC-FD73 / MVC-FD73CUSA / MVC-FD73K / MVC-FD73WR
  • Sony FD Mavica MVC-FD75 / MVC-FD75CUSA / MVC-FD75WAL (2001) (10× optischer Zoom)
  • Sony Digital Mavica MVC-FD81
  • Sony Digital Mavica MVC-FD83 / MVC-FD83CUSA / MVC-FD83K (1999)
  • Sony Digital Mavica MVC-FD85 / MVC-FD85WR
  • Sony FD Mavica MVC-FD87 / MVC-FD87CUSA (2001)
  • Sony Digital Mavica MVC-FD88 / MVC-FD88CUSA / MVC-FD88K (1999) (8x optischer Zoom)
  • Sony Digital Mavica MVC-FD90
  • Sony Digital Mavica MVC-FD91 / MVC-FD91CUSA (1999) (14× optischer Zoom)
  • Sony FD Mavica MVC-FD92 (2001)
  • Sony Digital Mavica MVC-FD95 (2000)
  • Sony FD Mavica MVC-FD97 (2001) (10× optischer Zoom, vierfache Zugriffsgeschwindigkeit auf Diskette, Memory Stick, ähnlich MVC-CD1000)
  • Sony FD Mavica MVC-FD100 (2002) (Floppy und Memory Stick)
  • Sony FD Mavica MVC-FD200 (2002) (wie oben, aber mit 2 MP)

Digital Still Cameras mit 8-cm-Compact-Disc[Bearbeiten]

  • Sony CD Mavica MVC-CD200 / MVC-CD200CUSA (2001)
  • Sony CD Mavica MVC-CD250 (2002)
  • Sony CD Mavica MVC-CD300 / MVC-CD300CUSA (2001)
  • Sony CD Mavica MVC-CD350 (2003)
  • Sony CD Mavica MVC-CD400 (2002) (Die erste Kamera, die bei schwachen Lichtverhältnissen einen Laser für die Fokussierung benutzt.)
  • Sony CD Mavica MVC-CD500 (2003)
  • Sony Mavica MVC-CD1000 / MVC-CD1000CUS (2000) (identisch zur MVC-FD97, jedoch CD-R-Laufwerk anstelle von Diskette und Memory Stick)

MaviCap Digital Still Image Capture Adaptors[Bearbeiten]

  • Sony MaviCap MVC-FDR1 / MVC-FDR1E (Speicherung auf 3,5"-Floppy)
  • Sony MaviCap MVC-FDR3 / MVC-FDR3E (Speicherung auf 3,5"-Floppy)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „The Mavica was a single lens reflex with interchangeable lenses. The original Mavica was provided with three bayonet-mounted lenses: a 25mm f/2, a 50mm f/1.4, and 16-65mm f/1.4 zoom.“ Sonys Vorstellung der MAVICA am 21. August 1981 - Article in digicamhistory inklusive einer Schnittzeichnung, die die Kamerainterna zeigt
  2. Brooke Clarkes PSC-6 Webseite, die die ProMavica MVC-5000 und eine Reihe kompatibler Objektive zeigt: 400mm, 60–300mm Zoom, Nachtsichtobjektiv, „Wide Lens 5mm 1:1.8 Sony“ (MCL-05H), „Zoom Lens 9.5 - 123.5mm 1:1.8 Made by Canon“ (MCL-913T)
  3. Sony Werbeflyer für die ProMavica MVC-7000 zeigt Kamerafunktionen und erwähnt Zubehörteile inklusive Sony-Bajonett-Objektiven: „wide lens“ (MCL-06T), „zoom lens“ (MCL-903T), „zoom lens“ (MCL-806H), „wide lens“ (MCL-05H) und „zoom lens“ (MCL-710H) sowie zwei Objektivadapter für Nikon (MCL-200N) und Canon (MCL-300C)
  4. Forenbeitrag zeigt ein Foto der ProMavica MVL-7000 SLR mit MCL-200N-Objektivadapter
  5. Sony's hits and misses (Page not found)
  6. The cost of living: 1982
  7. http://www.mi-fo.de/forum/index.php?showforum=134 Foren-Hinweisbox zu Anleitungen zu den meisten Mavica-Modellen
  8. http://www.digicamhistory.com/1986.html