Mawsoniidae

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Mawsoniidae
Axelrodichthys araripensis

Axelrodichthys araripensis

Zeitliches Auftreten
Ladinium (Mitteltrias) bis Cenomanium (Oberkreide)
242 bis 93,9 Mio. Jahre
Fundorte
  • Nord- & Südamerika
  • Afrika
  • Europa ?
  • Indien ?
Systematik
Überklasse: Kiefermäuler (Gnathostomata)
Reihe: Knochenfische (Osteichthyes)
Klasse: Fleischflosser (Sarcopterygii)
Unterklasse: Actinistia
Ordnung: Quastenflosser (Coelacanthiformes)
Familie: Mawsoniidae
Wissenschaftlicher Name
Mawsoniidae
Schultze, 1993

Die Mawsoniidae sind eine Familie der Quastenflosser die von der Mitteltrias bis zum Oberkreide vorkam[1]. Fossilien der Mawsoniidae wurden in Nord- und Südamerika (Brasilien, Chile) und in Nord- (Marokko, Algerien, Ägypten) und Westafrika (Niger, Kongo) gefunden. Aufgrund der Fundstellen wird vor allem eine Verbreitung im westlichen Gondwana angenommen. Bei der Entstehung des Südatlantiks wurden die Populationen in Afrika und dem Südamerika voneinander getrennt. Im Unterschied zu den meisten anderen Quastenflossern einschließlich den rezenten Latimeria-Arten lebten die Mawsoniidae in Süßgewässern und Ästuarien.[2]

Merkmale[Bearbeiten]

Die Mawsoniidae besaßen sehr unterschiedliche Größen. Während Diplurus mit Längen von 10 cm eher klein war, Axelrodichthys mit einer Länge von etwa 40 cm einen mittelgroßen Fisch repräsentierte[3], war Mawsonia gigas zusammen mit Megalocoelacanthus (Familie Coelacanthidae) der größte aller Quastenflosser und konnte eine Länge von 3,5 bis 4,5 Meter erreichen. Ein einzelnes Os quadratum lässt vermuten das es noch größere Exemplare gab. [4]

Diagnostische Merkmale der Familie sind die langen, verknöcherten Rippen und die runzeligen Ornamente auf den Knochenoberflächen. Das Suboperculare, ein Teil des Kiemendeckels, fehlt normalerweise, ebenso der absteigende Auswuchs der Supratemporale (Schädelknochen), der aber auch nur reduziert sein kann.[5]

Schädel einer Mawsonia-Art auf einer Fossilien-Ausstellung in München

Gattungen[Bearbeiten]

Fünf Gattungen werden mit Sicherheit der Familie zugeordnet, außerdem gibt es sechs weitere mögliche Mitglieder (hier mit einem Fragezeichen versehen):[1][4]

Systematik[Bearbeiten]

Die Mawsoniidae sind die Schwestergruppe der Latimeriidae, zu denen auch die beiden rezenten Quastenflosserarten gehören, und bilden mit ihnen die Unterordnung Latimeroidei. Im Unterschied zu den Mawsoniidae lebten und leben die Latimeriidae im Meer. [6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Valéria Gallo, Marise Sardenberg Salgado de Carvalho, Hugo Ricardo Secioso Santos: New occurrence of †Mawsoniidae (Sarcopterygii, Actinistia) in the Morro do Chaves Formation, Lower Cretaceous of the Sergipe-Alagoas Basin, Northeastern Brazil. Bol. Mus. Para. Emílio Goeldi. Cienc. Nat., Belém, v. 5, n. 2, p. 195-205, maio-ago. 2010 PDF
  2. Marise S. S. de Carvalho & John G. Maisey: New occurrence of Mawsonia (Sarcopterygii: Actinistia) from the Early Cretaceous of the Sanfranciscana Basin, Minas Gerais, southeastern Brazil.PDF
  3. Karl Albert Frickhinger: Fossilien Atlas Fische, Mergus-Verlag, Melle, 1999, ISBN 3-88244-018-X
  4. a b Matías Soto, Marise S. S. De Carvalho, John G. Maisey, Daniel Perea & Jorge Da Silva: Coelacanth Remains from the Late Jurassic-?Earliest Cretaceous of Uruguay: The Southernmost Occurrence of the Mawsoniidae. Journal of Vertebrate Paleontology, 32(3):530-537. 2012. doi:10.1080/02724634.2012.660899
  5. Peter L. Forey: History of the Coelacanth Fishes. Springer Verlag GmbH, ISBN 0-412-78480-7
  6. Teruya Uyeno, Yoshitaka Yabumoto: Origin of Extant Coelacanths. PDF

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mawsoniidae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien