Max-Eyth-See

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Max-Eyth-See
Max-Eyth-See
Max-Eyth-See
Geographische Lage Baden-Württemberg, Deutschland
Zuflüsse keine
Abfluss Neckar
Städte am Ufer Hofen
Größere Städte in der Nähe Stuttgart
Daten
Koordinaten 48° 50′ 7″ N, 9° 13′ 8″ O48.83539.219214Koordinaten: 48° 50′ 7″ N, 9° 13′ 8″ O
Max-Eyth-See (Baden-Württemberg)
Max-Eyth-See
Höhe über Meeresspiegel 214 m ü. NN
Fläche ca. 17,3 hadep1f5
Maximale Tiefe 2,3 mf10
Besonderheiten

1935 als Kiesgrube entstanden, gesetzliches Badeverbot

Max-Eyth-Steg
Max-Eyth-See
Blick von der Halbinsel

Der Max-Eyth-See in Stuttgart ist ein künstlich angelegter See direkt am Neckar, am Fuße von Weinbergen zwischen Mühlhausen und Hofen gelegen.

Geschichte[Bearbeiten]

In den 1920er Jahren wurde in Hofen Kies in einer zunehmend wachsenden Grube abgebaut, welche den Ursprung des heutigen Max-Eyth-Sees bildet. 1935 entstand dann Stuttgarts größter See im Zuge der Kanalisierung des Neckars. Von 1935 bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs war am Süd-Ost-Ufer ein Strandbad eingerichtet. Der See war damals kein eigentlicher See, sondern eine Erweiterung des Neckars mit liebevollen Details wie z.B. einem Leuchtturm und Ausflugsschiffen. Mehrfach wurden auf dem See Segelregatten durchgeführt, in den Jahren 1953 und 1954 auch Motorbootrennen. 1961 wurden das Gelände und der See unter Landschaftsschutz gestellt. Der See ist 575 Meter lang und 345 Meter breit und wird durch eine Halbinsel in zwei Schenkel geteilt. Namensgeber des Sees ist der schwäbische Ingenieur und Schriftsteller Max Eyth (1836–1906). Während des Zweiten Weltkriegs diente der See den Piloten als Orientierungspunkt, sodass ein Damm gebaut und der See leergepumpt wurde. Ein Dammbruch im Jahre 1949 füllte den See erneut mit Wasser. Zwei Jahrzehnte später erfuhr das Gelände eine grundlegende Neugestaltung, Uferzonen wurden neu definiert und befestigt.

Allerdings fehlte die Zufuhr von sauberem Grundwasser und im Sommer kam es oft zu einer Algenblüte. Ein 2010 eingerichteter Grundwasserzulauf und das Abschotten des Damms zum Neckar soll zu besserer Wasserqualität führen.

Freizeit[Bearbeiten]

Das weitläufige Gebiet um den See ist eines von vielen Naherholungsgebieten der Stuttgarter Bevölkerung. Man kann auf den um den See angelegten Wegen wandern, spazieren gehen, Rad oder Inline-Skates fahren. Es gibt große Rasenflächen mit alten Bäumen und einige Grillplätze sowie einen kleinen, künstlich angelegten Sandstrand auf der in den See ragenden Halbinsel. Es gibt einen Verleih von Tret-, Ruder- oder Elektrobooten. Das Baden im Sommer und das Schlittschuhlaufen im Winter ist jedoch untersagt.[1] Am fischreichen See wird geangelt.[2] Neben einem kleinen Biergarten auf einer Halbinsel existieren noch zwei Restaurants mit jeweils großem Biergarten, das Haus am See und die Vereinsgaststätte der DLRG Treffpunkt am See.

Natur[Bearbeiten]

Der große Artenreichtum und die naturbelassene Uferlandschaft des unter Landschaftsschutz gestellten Sees ist Lebensraum für viele seltene Tiere und Pflanzen inmitten der Stadt geworden. Im nordwestlichen Teil des Sees wurde vom NABU eine kleine geschützte Vogelschutzinsel angelegt, welche Haubentaucher, Graugänse, Schwäne, Teich- und Bleßhühner, Kormorane und Graureiher beheimatet. Dabei verzichtet der Württembergische Anglerverein seit Jahrzehnten freiwillig darauf, den nordwestlichen Teil des Sees zu befischen.

Der Max-Eyth-See ist ein übermäßig nährstoffreiches, sehr produktives Stillgewässer, das vor allem unter der starken Produktion von Kleinalgen und Zooplankton leidet. Außerdem wird der See fast ausschließlich mit Neckarwasser gespeist. Vor allem in heißen Sommern ist der See regelmäßig vom Umkippen bedroht, wobei eine bei Bedarf eingeschaltete Wasserfontäne Sauerstoff in den See einbringt. An Wochenenden drängen sich bis zu 15.000 Menschen in dem Bereich.

Am Max-Eyth-See sollten ursprünglich von 2008 bis 2010 insgesamt mehr als 700.000 Euro investiert werden, um den See zu retten. Unter der Schirmherrschaft von Günther H. Oettinger wollte die Initiative „Der Max-Eyth-See Stuttgart soll sauber werden“ der Stiftung des Kabarettisten Christoph Sonntag und der Landesstiftung Baden-Württemberg sowie zahlreicher Partner und Sponsoren erreichen, dass der Max-Eyth-See sauberer wird. Gleichzeitig sollte der Naturschutz am See trotz des massiven Besucherandrangs gestärkt werden.

Bis zum Jahr 2012 wurden tatsächlich rund 1,3 Millionen Euro aus Geld- und Sachleistungen investiert.[3]

Ins Wasser können vor allem wegen des Sportbootbetriebs keine Strukturen eingebracht werden, die den Lebensraum der Fische verbessern. Zum Schaffen von mehr Laichmöglichkeiten brachte der Württembergische Anglerverein 2011 künstliche Laichhilfen ein, die nach der Fortpflanzungsperiode wieder entfernt wurden.

Initiative „Der Max-Eyth-See Stuttgart soll sauber werden“[Bearbeiten]

Im Januar 2008 wurde die Initiative vom Kabarettisten Christoph Sonntag ins Leben gerufen, um den Max-Eyth-See zu retten. Von April bis Anfang Juni 2008 wurde als erster Schritt zwischen dem EnBW-Pumpwerk Hofen und dem Max-Eyth-See die erste Wasserleitung gebaut, welche dem See seitdem über die Sommermonate 7 l/s sauberes Grundwasser zuführt.

Ende Juli 2008 unterstützte die Stiphtung Christoph Sonntag ein Projekt des Jugendrats Mühlhausen, und finanzierte den Bau eines Sandstrands direkt am Max-Eyth-See.

Im März 2009 erfolgte der Spatenstich für das Klassenzimmer am See. Mit dem Bauwerk wurde direkt am Max-Eyth-See ein frei zugänglicher Platz geschaffen, der vor allem für Schulklassen ein ideales „open-air“ Klassenzimmer rund um die Themen „Natur, Wasser und ökologische Kreisläufe“ darstellt. Im Juli 2009 wurde das Bauwerk im Rahmen des SWR3 SEEFESTS 2009 feierlich eingeweiht.

Ende März 2010 wurden die Bauarbeiten für die zweite Frischwasserleitung begonnen und vor dem Sommer 2012 fertiggestellt. Seit April 2012 wird in den Sommermonaten so zusätzlich 33 l/s Frischwasser in den See am Südufer eingeleitet. Insgesamt werden damit bis zu 40 Liter Frischwasser pro Sekunde in den See gepumpt. Das Badeverbot bleibt weiterhin bestehen. Regelmäßige Wasseruntersuchungen sollen Ende 2013 Grundlage für Entscheidungen über das weitere Vorgehen sein.[4][5]

Clubs und Vereine[Bearbeiten]

  • Der Württembergische Anglerverein ist hier beheimatet.
  • Der Landesverband der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft DLRG sowie die DLRG-Jugend haben am Max-Eyth-See ihre Geschäftsgebäude. Ein Stück weiter Richtung Neckar liegt das Rettungszentrum des DLRG-Bezirk Stuttgart.
  • Bekannte Clubs und Bootsvereine haben am Ufer ihre Anlegestellen, wie z. B. die Akademische Seglervereinigung Stuttgart, der Stuttgarter Kajak Club (StKC), der Marineverein Stuttgart 1899 und der Stuttgarter Segel-Club.
  • Die Stuttgarter Jugendhaus gGmbH betreibt seit 1971 das reetgedeckte Bootshaus für die Kinder- und Jugendarbeit.

Anfahrt[Bearbeiten]

  • Die Haltestelle Max-Eyth-See wird von der Stadtbahnlinie U14 und der Buslinie 54 bedient.
  • Einige Parkplätze gibt es am Haus am See, außerdem befinden sich Parkplätze in der Nähe der Stadtbahnhaltestelle.

Bilder[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. stuttgart.de
  2. http://www.wav-stuttgart.de/Max-Eyth-See-4_63.html
  3. Christoph Sonntag Stiphtung
  4. Viele Partner helfen bei der Rettung des Max-Eyth-Sees. In: Stuttgarter Zeitung. 28. Januar 2008.
  5. Christoph Sonntag Stiphtung

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Max-Eyth-See – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien