Max-Planck-Institut für Astronomie

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Max-Planck-Institut für Astronomie
Max-Planck-Institut für Astronomie
MPI für Astronomie
Kategorie: Forschungseinrichtung
Träger: Max-Planck-Gesellschaft
Rechtsform des Trägers: Eingetragener Verein
Sitz des Trägers: München
Standort der Einrichtung: Heidelberg,
auf dem Königstuhl
Außenstelle: Almería, Spanien
Art der Forschung: Grundlagenforschung
Fächer: Naturwissenschaften
Fachgebiete: Astronomie
Grundfinanzierung: Bund (50 %), Länder (50 %)
Leitung: Hans-Walter Rix (Geschäftsführender Direktor)
Mitarbeiter: ca. 270
Homepage: www.mpia.de
Logo des Max-Planck-Instituts für Astronomie

Das Max-Planck-Institut für Astronomie (häufig als MPIA abgekürzt) ist eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung unter der Trägerschaft der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) und hat seinen Sitz in Heidelberg auf dem Königstuhl in unmittelbarer Nachbarschaft zur Landessternwarte. Das Institut betreibt in erster Linie Grundlagenforschung im Fach der Naturwissenschaften auf dem Gebiet der Astronomie.

Neben eigenen astronomischen Beobachtungen und astronomischer Forschung ist das Institut auch aktiv an der Entwicklung von Beobachtungsinstrumenten beteiligt. In eigenen Werkstätten werden die Geräte oder Teile davon hergestellt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gründung des Instituts im Jahre 1967 ging aus der Einsicht hervor, dass ein überregionales, mit leistungsfähigen Teleskopen ausgestattetes Institut erforderlich sei, um international konkurrenzfähige astronomische Forschung betreiben zu können. Gründungsdirektor wurde 1968 der Astronom Hans Elsässer. Das 1975 fertiggestellte Institut widmet sich der Vorbereitung und Auswertung astronomischer Beobachtungen und der Entwicklung neuer Messverfahren.

Gemeinsam mit spanischen Stellen betrieb es in den Jahren 1973 bis 1984 den Aufbau des Calar-Alto-Observatorium auf dem Calar Alto bei Almería. Dieses größte Observatorium auf dem europäischen Festland wird heute von den Astronomen beider Länder paritätisch genutzt.

Seit 2005 betreibt das MPIA zusammen mit Partnern aus Deutschland, Italien und den USA das Large Binocular Telescope (LBT) und dessen Ausstattung mit Messinstrumenten. Das LBT steht auf dem 3190 m hohen Mount Graham bei Tucson, Arizona. Es trägt auf seiner Montierung zwei Hauptspiegel mit je 8.4 Metern Durchmesser und ist damit das größte Einzelteleskop der Welt. Während der Aufbau des Teleskops noch nicht abgeschlossen ist, werden seit Mitte 2007 wissenschaftliche Beobachtungen mit der ersten Generation von Instrumenten durchgeführt.

Forschung[Bearbeiten]

Zwei wissenschaftliche Fragestellungen werden am MPIA vorrangig behandelt. Einmal geht es um die Entstehung und Entwicklung von Sternen und Planeten in unserer kosmischen Nachbarschaft. Dabei schwingt die Frage mit: Ist die Sonne mit ihrem belebten Planeten Erde einmalig, oder herrschen auch in der Umgebung anderer Sterne, zumindest der zahlreichen sonnenähnlichen unter ihnen, lebensfreundliche Bedingungen? Zum anderen geht es im Bereich Galaxien und Kosmologie um das Verständnis der Entwicklung des heutigen, reich strukturierten Universums, mit seinen Galaxien und Sternen, und um seine Entstehung aus dem einfachen Anfangszustand nach dem Urknall.

Die Forschungsthemen im Überblick:

Zusammen mit dem Zentrum für Astronomie der Universität Heidelberg und der Abteilung Astro- und Teilchenphysik des MPI für Kernphysik bildet das MPIA in Heidelberg einen weltweit beachteten Schwerpunkt der astronomischen Forschung.

Instrumentierungen[Bearbeiten]

Vom MPIA wurden und werden Instrumente oder Teile davon für etliche bodengebundene Observatorien und Forschungssatelliten gebaut.

Des Weiteren beteiligt sich das MPIA an der Vorbereitung der Gaia-Mission. Gaia ist eine geplante Weltraum-Mission der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), bei der genaue Positionen, Entfernungen und Geschwindigkeiten von rund einer Milliarde Sterne der Milchstraße bestimmt werden sollen.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Der geschäftsführende Direktor ist Prof. Dr. Hans-Walter Rix.

Ende 2006 waren insgesamt 205 Mitarbeiter am Institut tätig, darunter 40 Wissenschaftler und 48 Nachwuchswissenschaftler; dazu kommen im Berichtsjahr 27 Drittmittelbeschäftigte und 5 Gastwissenschaftler.

International Max Planck Research School (IMPRS)[Bearbeiten]

Das MPI ist an der International Max Planck Research School for Astronomy and Cosmic Physics (IMPRS-HD) beteiligt. Die IMPRS ist ein englischsprachiges Doktorandenprogramm, das 2005 die Arbeit aufnahm. Weitere Partner der IMPRS sind das MPI für Kernphysik, das Zentrum für Astronomie der Universität Heidelberg und das Heidelberger Institut für Theoretische Studien. Seit dem Jahr 2007 ist die IMPRS ein Teil der "Heidelberg Graduate School of Fundamental Physics", HGSFP. Sprecher der IMPRS sind Hans-Walter Rix vom MPI für Astronomie und Stefan Wagner von der Landessternwarte Heidelberg.

Öffentlichkeitsarbeit[Bearbeiten]

Hauptartikel: Haus der Astronomie

Das Institut ist Redaktionssitz der allgemeinverständlichen Zeitschrift Sterne und Weltraum, die 1962 unter anderem vom späteren Gründungsdirektor des MPI, Hans Elsässer, ins Leben gerufen wurde. Zudem ist es Schirmherr der Initiative Wissenschaft in die Schulen!, in deren Rahmen didaktische Materialien für den Schulunterricht erarbeitet werden. Im Dezember 2008 gaben das Institut und die Klaus Tschira Stiftung bekannt, die Aktivitäten der Heidelberger Astronomen in der Öffentlichkeitsarbeit und in der Arbeit mit Schülern und Lehrern in einem neu gegründeten Haus der Astronomie bündeln zu wollen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Dietrich Lemke: Im Himmel über Heidelberg : 40 Jahre Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg (1969 - 2009), Berlin : Archiv der Max-Planck-Gesellschaft 2011, ISBN 978-3-927579-25-5.

Weblinks[Bearbeiten]

49.3963888888898.7230555555556Koordinaten: 49° 23′ 47″ N, 8° 43′ 23″ O