Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Max-Planck-Institut für Bildungsforschung
Max-Planck-Institut für Bildungsforschung
Max-Planck-Institut für Bildungsforschung
Kategorie: Forschungseinrichtung
Träger: Max-Planck-Gesellschaft
Rechtsform des Trägers: Eingetragener Verein
Sitz des Trägers: München
Standort der Einrichtung: Berlin
Art der Forschung: Grundlagenforschung
Fächer: Erziehungswissenschaft, Psychologie, Soziologie, Medizin, Geschichtswissenschaft , Ökonomie, Informatik und Mathematik
Grundfinanzierung: Bund (50 %), Länder (50 %)
Leitung: Gerd Gigerenzer, Ulman Lindenberger, Ute Frevert, Ralph Hertwig
Homepage: www.mpib-berlin.mpg.de

Das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung (MPIB) ist eine international renommierte sozialwissenschaftliche Forschungseinrichtung auf dem Gebiet der Bildungsforschung mit Sitz in Berlin. Es wurde 1961 gegründet als Institut für Forschung auf dem Gebiet des Bildungswesens in der Max-Planck-Gesellschaft und nahm 1963 als Institut für Bildungsforschung in der Max-Planck-Gesellschaft die Arbeit auf. Im Jahre 1971 erhielt es den heutigen Namen. Mitbegründer und erster Direktor war Hellmut Becker. Es gehört zur Geistes-, Sozial- und Humanwissenschaftlichen Sektion der Max-Planck-Gesellschaft (MPG).

Forschungsgegenstand des Instituts ist die Entwicklung und Bildung des Menschen, hier wird in erster Linie Grundlagenforschung betrieben. Der Begriff Bildung wird dabei weit gefasst und schließt formale Bildungsverläufe ebenso ein, wie Entwicklungsprozesse vom Kleinkind bis ins hohe Alter. Die etwa 350 Mitarbeiter sind interdisziplinär in vier Forschungsbereichen und drei Forschungsgruppen tätig:

  1. Forschungsbereich Adaptive Rationalität (Direktor: Ralph Hertwig)
  2. Forschungsbereich Adaptives Verhalten und Kognition (Geschäftsführender Direktor: Gerd Gigerenzer)
  3. Forschungsbereich Entwicklungspsychologie (Direktor: Ulman Lindenberger)
  4. Forschungsbereich Geschichte der Gefühle (Direktorin: Ute Frevert)
  5. Max-Planck-Forschungsgruppe Affekt im Lebensverlauf (Leiterin: Michaela Riediger)
  6. Max-Planck-Forschungsgruppe Gefühlte Gemeinschaften? Emotionen im Musikleben Europas (Leiter: Sven Oliver Müller)
  7. Max-Planck-Forschungsgruppe REaD (Reading Education and Development): Schriftspracherwerb und Leseentwicklung (Leiter: Sascha Schroeder)

Im April 2009 wurde zudem das Harding Zentrum für Risikokompetenz (Harding Center for Risk Literacy) am Berliner MPIB eröffnet. Im Fokus der Forschung steht die Vision des mündigen Bürgers, der mit den Risiken einer modernen technologischen Welt informiert umzugehen versteht. Direktor des Harding Zentrums ist Gerd Gigerenzer.

Der Forschungsbereich Erziehungswissenschaft und Bildungssysteme (Direktor: Jürgen Baumert) beendete im Juni 2010 seine Tätigkeit. Als die bekanntesten Forschungsprojekte gelten die TIMS-Studie sowie die PISA-Studien, ihre Ergebnisse erreichten eine starke massenmediale und politischen Beachtung.

Das Institut liegt im Südwesten Berlins im Ortsteil Wilmersdorf, unmittelbar an der nördlichen Grenze zum Ortsteil Dahlem und wird daher auch zum Wissenschaftsstandort Dahlem gerechnet. Dort befinden sich eine Vielzahl weiterer wissenschaftlicher Einrichtungen wie die Freie Universität Berlin, mit der das MPIB zusammenarbeitet.

Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung war Hellmut Becker, hinzu kamen als Direktoren der ersten Generation Dietrich Goldschmidt (1963) und Saul B. Robinsohn (1964). Es folgten als Direktoren Wolfgang Edelstein (1973), Peter M. Roeder (1973) und Friedrich Edding (Direktor 1973-1977), Paul B. Baltes (1980), Karl Ulrich Mayer (1983), Jürgen Baumert (1996), Gerd Gigerenzer (1997), Ulman Lindenberger (2003), Ute Frevert (2008) und Ralph Hertwig (2012).

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

52.46825313.303843Koordinaten: 52° 28′ 6″ N, 13° 18′ 14″ O