Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme

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Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme
Kategorie: Forschungseinrichtung
Träger: Max-Planck-Gesellschaft
Rechtsform des Trägers: Eingetragener Verein
Sitz des Trägers: München
Standort der Einrichtung: Stuttgart Tübingen
Art der Forschung: Grundlagenforschung
Fächer: Naturwissenschaften
Fachgebiete: Materialwissenschaft, Maschinelles Lernen, Maschinelles Sehen, Robotik
Grundfinanzierung: Bund (50 %), Länder (50 %)
Homepage: www.is.mpg.de; www.is.tuebingen.mpg.de

Das Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme trägt seinen Namen seit dem 18. März 2011 und ist ein Forschungsinstitut in der Trägerschaft der Max-Planck-Gesellschaft. Sein Stuttgarter Standort (das ehemalige MPI für Metallforschung) richtet sich neu aus; in Tübingen entsteht ein neuer Institutsteil.

Forschung[Bearbeiten]

Ziel ist es, die Prinzipien von Wahrnehmen, Lernen und Handeln in autonomen Systemen zu verstehen. Als „intelligent“ werden Systeme bezeichnet, die erfolgreich weiterarbeiten und funktionieren, während sie zugleich ihre Struktur und Eigenschaften immer wieder an eine vielgestaltige und sich verändernde Umgebung anpassen. Das Verständnis wollen die Forscher nutzen, um zukünftige Systeme zu entwickeln. Die Wissenschaftler des Instituts studieren diese Prinzipien in biologischen, hybriden und Computer-Systemen sowie in Materialien. Das Spektrum reicht dabei vom Nano- bis zum Makrobereich. Mit ihrer stark interdisziplinären Herangehensweise kombinieren die Forscher mathematische Modelle, Computer- und Materialwissenschaft sowie Biologie miteinander.

Abteilungen[Bearbeiten]

  • Perzeptive Systeme (Michael J. Black)
  • Theorie inhomogener kondensierter Materie (Siegfried Dietrich)
  • Phasenumwandlungen, Thermodynamik und Kinetik (Eric Jan Mittemeijer)
  • Autonome Motorik (Stefan Schaal)
  • Empirische Inferenz (Bernhard Schölkopf)
  • Moderne Magnetische Systeme (Gisela Schütz)
  • Physical Intelligence (Metin Sitti)
  • Neue Materialien und Biosysteme (Joachim Spatz)

Kooperation mit der ETH Zürich[Bearbeiten]

Das Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme und die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETHZ) werden künftig eng auf dem Forschungsgebiet der „Lernenden Systeme“ miteinander kooperieren. Dazu haben sie ein Forschungsnetzwerk gegründet, in dem Wissenschaftler der beiden Max-Planck-Standorte Stuttgart und Tübingen optimale Bedingungen für die Zusammenarbeit mit ihren Schweizer Kollegen finden werden. Im Rahmen dieses Netzwerk führen die Wissenschaftler unter anderem gemeinsame Forschungsprojekte durch, wollen Seminare und Konferenzen abhalten und sich den gegenseitigen Zugang zu ihren Forschungseinrichtungen erleichtern. Die Kooperation, die offiziell im August 2013 begann, ist zunächst für drei Jahre geplant.

Geschichte des MPI-MF[Bearbeiten]

Das ehemalige Max-Planck-Institut für Metallforschung blickte auf eine lange Geschichte in Stuttgart zurück. Es war traditionell eng mit der Universität Stuttgart und deren Vorläuferinstitution verbunden. Gegründet 1921 in Berlin von Emil Heyn als „Kaiser-Wilhelm-Institut für Metallforschung“, zog es 1934 nach Stuttgart um. Ursprünglich erforschten die Wissenschaftler ausschließlich Metalle und deren Legierungen. Zunehmend untersuchten sie nichtmetallische, insbesondere keramische Materialien. Gerade im Hinblick auf die „Höchstleistungskeramiken“ haben die Forscher am MPI für Metallforschung in den 1970er- und 1980er-Jahren materialwissenschaftliche Pionierarbeit geleistet. Letztere werden unter anderem in der Luft- und Raumfahrt, im Automobilbau, in der Medizintechnik oder etwa als Isolatoren in Computern angewendet. Vor rund 15 Jahren kam die Bio-inspirierte Materialforschung als Schwerpunkt hinzu. Im Laufe der Jahre hatte sich das Spektrum der Materialforschung so stark erweitert, dass der Name »Metallforschung« zum Schluss vor allem von historischem Wert war. Im März 2011 beschloss der Senat der Max-Planck-Gesellschaft die Umbenennung in "Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme". Im Juli 2011 feierte das ehemalige MPI für Metallforschung sein 90-jähriges Jubiläum unter dem Motto "90 Jahre Exzellenz in der Materialforschung".

Literatur[Bearbeiten]

  • Denkorte; Max-Planck-Gesellschaft und Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft; Brüche und Kontinuitäten 1911-2011. Herausgeber (Editors): Peter Gruss, Reinhard Rürup, Sandstein Verlag ISBN 978-3-942422-01-7 (2010)
  • Helmut Maier: Forschung als Waffe: Rüstungsforschung in der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft und das Kaiser-Wilhelm-Institut für Metallforschung 1900–1945/48. 2 Bände. Wallstein, Göttingen 2007, ISBN 978-3835301092.
  • Helmut Maier (Hrsg.): Gemeinschaftsforschung, Bevollmächtigte und der Wissenstransfer: Die Rolle der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im System kriegsrelevanter Forschung des Nationalsozialismus. Wallstein, Göttingen 2007, ISBN 978-3-8353-0182-5. (Reihe Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus. Band 17. Hrsg. Reinhard Rürup und Wolfgang Schieder im Auftrag der Präsidentenkommission der Max-Planck-Gesellschaft.)

Weblinks[Bearbeiten]

48.7466666666679.0813888888889Koordinaten: 48° 44′ 48″ N, 9° 4′ 53″ O