Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie

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Max-Planck-Institut für
evolutionäre Anthropologie
Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie
Ansicht des MPI von Norden
Kategorie: Forschungseinrichtung
Träger: Max-Planck-Gesellschaft
Rechtsform des Trägers: Eingetragener Verein
Sitz des Trägers: München
Standort der Einrichtung: Leipzig
Art der Forschung: Grundlagenforschung
Fächer: Geisteswissenschaften
Fachgebiete: Sozialwissenschaften, Anthropologie
Grundfinanzierung: Bund (50 %), Länder (50 %)
Leitung: Jean-Jacques Hublin (Geschäftsführender Direktor)
Mitarbeiter: 530 (Stand Ende 2011)
Homepage: www.eva.mpg.de

Das Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie (kurz: MPI EVA) ist eine 1997 gegründete außeruniversitäre Forschungseinrichtung unter der Trägerschaft der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) und hat seinen Sitz in Leipzig. Das Institut betreibt Grundlagenforschung zur Evolutionsgeschichte der Menschheit.

Das Institut befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Deutschen Bücherei, zur Bio City Leipzig und zum Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie.

Forschung[Bearbeiten]

Das Institut hat sich zum Ziel gesetzt, die biologische und kulturelle Evolution der Menschheit mithilfe vergleichender Analysen der Verschiedenheit von Genen, Kulturen, kognitiven Fähigkeiten, Sprachen und sozialen Systemen vergangener und gegenwärtiger menschlicher Populationen sowie Gruppen dem Menschen nahe verwandter Primaten zu untersuchen. Die Zusammenführung dieser Forschungsrichtungen an einem Institut soll zu neuen Einsichten in die Geschichte, die Vielfalt, die Anpassungen und die Fähigkeiten der Art des Menschen (Homo sapiens) führen.

Das Institut gliedert sich in fünf Abteilungen:

Evolutionäre Genetik[Bearbeiten]

Die Abteilung Evolutionäre Genetik wird geleitet von Svante Pääbo und beschäftigt sich mit der Frage, wie sich die DNA von Menschen, Neandertalern und Menschenaffen entwickelt und diversifiziert hat. Dazu wird sowohl die DNA von lebenden Menschen und Affen untersucht, als auch Methoden entwickelt, wie DNA aus archäologischen Funden gewonnen und analysiert werden kann. Hierzu zählt unter anderem die DNA-Sequenzierung des Neandertaler-Genoms.

Humanevolution[Bearbeiten]

In der Abteilung Humanevolution unter Leitung von Jean-Jacques Hublin werden fossile Funde untersucht, um Erkenntnisse über das Leben prähistorischer Menschen zu gewinnen. Zu diesem Zweck werden unter anderem 3D-Animationen eingesetzt. Von besonderem Interesse sind die Entwicklung der Gehirngröße und Ernährungsgewohnheiten.

Linguistik[Bearbeiten]

Die Abteilung Linguistik wird von Bernard Comrie geleitet. Hier sucht man nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden in den menschlichen Sprachen, etwa durch den Weltatlas der Sprachstrukturen. Unter anderem wird ein Stammbaum der Sprachen entwickelt, und mit Abstammungsbäumen verglichen, die zum Beispiel auf genetischen Untersuchungen beruhen.

Primatologie[Bearbeiten]

Die von Christophe Boesch geleitete Abteilung Primatologie beschäftigt sich mit der Beobachtung von frei lebenden Menschenaffen. Es werden vor allem die Entwicklung und Erhaltung sozialer Systeme, die Lernfähigkeit und die Fortpflanzungsstrategien von Menschenaffen im Vergleich zu Menschen untersucht. Eine Forschungsgruppe hat sogar schon Ansätze von „Kultur“ bei Schimpansen festgestellt, das heißt Verhaltensmuster, die nicht genetisch bedingt und nicht von der Umwelt beeinflusst, sondern durch Nachahmen weitergegeben werden.

Vergleichende und Entwicklungspsychologie[Bearbeiten]

Die Abteilung Vergleichende und Entwicklungspsychologie unter Leitung von Michael Tomasello beobachtet Menschenaffen im Wolfgang-Köhler-Primaten-Forschungszentrum und untersucht die kognitiven und sozialen Fähigkeiten von Menschenaffen. Ein zweiter Schwerpunkt besteht darin zu untersuchen, wie Kinder Sprache erlernen.

International Max Planck Research Schools[Bearbeiten]

Das MPI EVA ist an zwei International Max Planck Research Schools (IMPRS) beteiligt: Neuroscience of Communication: Function, Structure, and Plasticity (NeuroCom) (zusammen mit dem Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften, der Universität Leipzig und dem Institute of Cognitive Neuroscience am University College London) und Leipzig School of Human Origins (zusammen mit der Universität Leipzig). Sprecher der IMPRS Human Origins ist der Primatologe Christophe Boesch.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Der geschäftsführende Direktor ist Jean-Jacques Hublin. Ende 2011 waren insgesamt 530 Mitarbeiter am Institut tätig, darunter 59 Wissenschaftler und 203 Nachwuchswissenschaftler; dazu kommen im Berichtsjahr 42 Drittmittelbeschäftigte und 55 Gastwissenschaftler.

Weblinks[Bearbeiten]

51.3210612.39487Koordinaten: 51° 19′ 16″ N, 12° 23′ 42″ O