Max Gablonsky

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Max „Gaberl“ Gablonsky (* 1. Januar 1890; † 16. Juli 1969) war ein deutscher Fußballspieler und Leichtathlet.

Laufbahn[Bearbeiten]

Max Gablonsky (3. von links) mit der Mannschaft des FC Bayern München der Saison 1909/10.

Gablonsky spielte zumeist auf Rechtsaußen beim FC Bayern München und war durch seine Schnelligkeit ein herausragender Stürmer. Mit seinem Verein holte er in der Runde 1909/10 hinter dem Meister Karlsruher FV die Vizemeisterschaft in Süddeutschland und wurde vom DFB für das Länderspiel am 16. Mai 1910 in Duisburg gegen Belgien nominiert. Die organisatorischen Mängel im Vorfeld des Länderspiels – am Tag zuvor hatte in Köln das Finale um die Deutsche Fußballmeisterschaft zwischen dem Karlsruher FV und Holstein Kiel stattgefunden – wie fehlende Zeit zur Vorbereitung, fehlender DFB-Offizieller, fehlende Akteure der Endspielmannschaften und das Eintreffen in Duisburg von nur sieben Spielern eine Stunde vor Spielbeginn[1] – brachten es mit sich, dass die belgischen Spieler die Begegnung gegen die "aus dem Zuschauerumfeld aufgefüllte Nationalmannschaft" (Alfred Berghausen, Andreas Breynk, Lothar Budzinski-Kreth und Christian Schilling) mit 3:0 Toren gewannen. Für die ersten drei Genannten blieb es das einzige Länderspiel, das sie absolvierten.

Mit diesem ersten von vier Länderspielen (bis 1911) war er der erste Nationalspieler und neben Mittelstürmer Fritz Fürst und Torhüter Ludwig Hofmeister einer von drei Nationalspielern des FC Bayern München vor dem Ersten Weltkrieg.

In der Saison 1910/11 reichte es mit dem FC Bayern München wieder zur Vizemeisterschaft in Süddeutschland und am 26. März 1911 kam „Gaberl“ Gablonsky in Stuttgart beim 6:2-Erfolg gegen die Auswahl der Schweiz zu seinem zweiten Länderspieleinsatz. Er stürmte auf Rechtsaußen an der Seite von Fritz Förderer, Gottfried Fuchs und Eugen Kipp und erzielte sein einziges Länderspiel-Tor,[2] das in den DFB-Statistiken bis 2011 irrtümlich Gottfried Fuchs zugeschrieben wurde. Erst auf Initiative seines Sohnes und des FC Bayern München änderte der DFB im September 2011 nach 100 Jahren die Statistik.[3] Er ist damit nicht nur der erste Spieler des FC Bayern München der zu Länderspielehren kam, sondern zugleich auch der Erste, dem ein Länderspieltor gelang.[4]

Am 13. November 1910 hatte er auch im Wettbewerb des Kronprinzenpokals im Halbfinalspiel von Süddeutschland gegen Berlin beim 3:1-Erfolg mitgestürmt. Aber auch hier hatte er in Gestalt des Karlsruhers Karl Wegele mit großer Konkurrenz zu kämpfen. Im Oktober 1911 kam der Münchner nochmals zu zwei weiteren Länderspielen: Am 9. in Dresden bei der 1:2-Niederlage gegen die Auswahl Österreichs und am 29. in Hamburg bei der 1:3-Niederlage gegen die Auswahl Schwedens.

Als hervorragender Leichtathlet gehörte er zwei Jahre später der deutschen 4-mal-100-Meter-Staffel für die Olympischen Spiele in Stockholm an. Sein Studium an der Technischen Hochschule zwang ihn aber dann zum Verzicht auf die Teilnahme.

Nach seiner aktiven Zeit beim FC Bayern München, für den er bis 1922 über 500-mal als Rechtsaußen spielte, ließ er sich als Oberbaurat in Duisburg nieder. Er beendete seine Karriere beim Duisburger SpV.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Raphael Keppel, Deutschlands Fußball-Länderspiele, S. 16.
  2. Einziges Länderspieltor Gablonskys (Korrektur durch den DFB)
  3. welt.de: 100 Jahre bis zur Gerechtigkeit (14. Okt. 2011)
  4. Artikel "FCB Erlebniswelt" auf der Homepage des FC Bayern München