Max Hardcore

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Max Hardcore (2008)

Max Hardcore (eigentlich Paul F. Little; * 10. August 1956 in Racine, Wisconsin) ist ein Pornodarsteller und Filmproduzent.

Werdegang[Bearbeiten]

Hardcore wuchs als eines von sechs Kindern einer katholischen Arbeiterfamilie auf. Nach der High School arbeitete er als Konstrukteur und Fotograf. Beim Betrachten eines Pornofilmes von John Stagliano kam Hardcore schließlich der Gedanke, dass dies „etwas sei, was er auch könne“.

Im Jahr 1990 folgte er seinem älteren Bruder Peter nach Kalifornien mit der Absicht ein Pornostar zu werden. In einem Treffen mit Bobby Hollander wurde Max angefragt, Teile seiner Mr. Peepers-Amateurvideoserie für ihn zu produzieren. Während dieser Sessions entwickelte Max seinen einzigartigen Filmstil. Er drehte die Videos nicht als lange Filme, sondern als kurze vignettenartige Segmente. Aus der Amateurwelt lernte er auch, dass die sexuellen Handlungen besser wirkten, wenn sie vom Originalton begleitet waren, als wenn ihnen schön anschwellende Musik unterlegt wurde. Diese zwei Bestandteile wurden typisch für Max’ Arbeiten.

Wirklich bekannt wurde Max Hardcore in der Pornowelt, als ihn 1992 die Firma Zane Entertainment unter Vertrag nahm, um eine eigene Videoserie zu produzieren. Das Resultat war die Serie The Anal Adventures of Max Hardcore, welche ihm den Weg in eine sehr umstrittene Karriere ebnete. Max’ Signatur war deutlich sichtbar für alle zu sehen – und nicht jeder mochte, was er sah. Insbesondere seitens verschiedener Strafverfolgungsbehörden muss sich Max Hardcore immer wieder mit der Legalität seines Tuns auseinandersetzen.

Max Hardcore wurde bekannt für seine gewalttätigen Filmdrehs mit jungen und oft offensichtlich nicht nur vorgeblich naiven Neulingen in der Sexindustrie. Diese brutalen Sexszenen schließen oft Partnerinnen ein, die nicht nur wie junge unschuldige Mädchen gekleidet sind sondern sich auch vor der Kamera als solche (z.B. Zwölfjährige) ausgeben müssen.

Eine weitere Serie, die Max Hardcore für Zane Entertainment produzierte, war Cherry Poppers. Im Anschluss daran gründete er 1994 seine eigene Produktionsfirma, die FilmWest Productions. Hier erschienen seine Serien Max World, Anal Auditions und Hardcore Schoolgirls. Er reklamierte für sich, dass er abseits der ausgetretenen Pornopfade arbeite.

2004 belegte der Britische Dokumentarfilmer Stephen Walker in seiner Channel4-Produktion „HARDCORE“, bei der er Augenzeuge von den Praktiken des Max Hardcore an dessen eigenem Film-Set wurde, dass es sich bei Max Hardcores vorgeblicher „Schauspielerei“ seines sadistischen Sexualgebarens keineswegs um eine Darstellung, sondern um realen und gewalttätigen sexuellen Missbrauch handelt.

Max Hardcore wurde für seine Lebensleistung als Pornodarsteller, Regisseur und Produzent im Jahr 2004 in die Hall of Fame des AVN Award aufgenommen.

Strafverfahren und Verurteilung[Bearbeiten]

Max Hardcore und Layla Rivera in Barcelona (2004)

In einer Reihe der von Max Hardcore produzierten Filme kommen Frauen vor, die sich wie junge Mädchen geben und kleiden. Obwohl er diese Schauspielerinnen zumindest als jung und manchmal auch als minderjährig darstellt, sind sie de facto mindestens 18 Jahre alt. In einem seiner Filme behauptete eine über 18 Jahre alte Schauspielerin, sie sei 12 Jahre alt. Das veranlasste die US-Bundesregierung, Max Hardcore wegen Kinderpornografie anzuzeigen, was auch zu einer Anklage führte. Bevor der Fall jedoch vor Gericht verhandelt wurde, erging im Fall Ashcroft vs. Free Speech Coalition ein Urteil des Supreme Court, des obersten amerikanischen Gerichts, welches das der Anklage zugrundeliegende Gesetz für verfassungswidrig erklärte (das Gesetz, der Child Pornography Prevention Act of 1996, hatte jede Darstellung sexueller Akte zur strafbaren Kinderpornographie erklärt, die auch nur den Anschein erweckte, es seien Kinder oder Jugendliche beteiligt). Auf der Grundlage dieses Urteils wurden die Kinderpornografie-Vorwürfe gegen Max Hardcore fallengelassen.

Die Stadt Los Angeles zeigte ihn weiterhin wegen der Verbreitung obszöner Schriften an. Auch diese Anklage wurde fallengelassen, nachdem die Jury zu keinem Urteil kam. Eine weitere Obszönitäts-Anklage endete ebenso mit einer uneinigen Jury. Hardcore bezeichnete diese Anstrengungen als „leichtfertige Verschwendung öffentlicher Mittel“.

Am 5. Oktober 2005 wurden seine Geschäftsräume erneut vom FBI durchsucht. Dabei wurden fünf Titel beschlagnahmt. Hardcore reagierte mit einer Presseerklärung, in der er der Regierung erneut Verschwendung von Steuergeldern vorwarf.[1] 2007 wurde Max Hardcore in Tampa, Florida wegen der Verbreitung obszöner Schriften in zehn Fällen angeklagt und in allen Fällen schuldig gesprochen. Das Gericht verurteilte ihn daraufhin am 3. Oktober 2008 zu 46 Monaten Gefängnis sowie ihn und sein Unternehmen zu einer Geldstrafe von insgesamt 82.500 US-Dollar.[2] Seine Haftstrafe verbüßte Hardcore von Januar 2009 bis Januar 2011 in Gefängnissen in La Tuna (Texas), Los Angeles und Long Beach. Danach folgten fünf Monate Hausarrest bis Juli 2011.[3][4]

Hardcore ist in einer Beziehung mit der Pornodarstellerin Layla Rivera.[5]

Weitere Namen/Künstlernamen[Bearbeiten]

  • Paul Little (Geburtsname)
  • Max Steiner
  • Rex Reamer
  • Video Paul
  • Sam Smythe

Auszeichnungen und Nominierungen[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Bericht der Free Speech Coalition über die Durchsuchungsaktion
  2. [1]
  3. Paul Little: Max Hardcore: Letter From a Former Inmate. AVN.com. S. 1. 16. Januar 2011. Abgerufen am 24. Januar 2011.
  4. Federal Bureau of Prisons. Abgerufen am 6. Oktober 2011.
  5. Max Hardcore Says ‘I’ll Be Seein’ Ya’. Abgerufen am 9. Juni 2013.
  6. IMDb; Max Hardcore - Awards. Abgerufen am 9. Juni 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Max Hardcore – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien