Max Immelmann

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum gleichnamigen deutschen Radiologen siehe Max Immelmann (Radiologe)
Max Immelmann
Alexius WW1 Max Immelmann.jpg
Alexius WW1 Max Immelmann Flugzeug.jpg
Max Immelmann auf der Fokker E-I
Max Immelmann als Oberleutnant

Max Immelmann (* 21. September 1890 in Dresden; † 18. Juni 1916 abgestürzt über Annay-sous-Lens, Pas-de-Calais, Frankreich) war ein deutscher Jagdpilot im Ersten Weltkrieg. Seine Erfolge im Luftkampf trugen ihm den Beinamen Adler von Lille ein.

Leben[Bearbeiten]

Max Immelmanns Vater war ein wohlhabender Industrieller aus Dresden. Der junge Immelmann zeigte bereits in frühen Jahren Interesse an technischen Dingen. Im Jahr 1905 trat er als Kadett in die sächsische Armee ein. Die Ausbildung bei den Eisenbahntruppen langweilte ihn, weshalb er sich entschied, nicht in den aktiven Dienst einzutreten. Er verließ 1912 als Offizieranwärter der Reserve die Armee, um an der Technischen Hochschule Dresden Maschinenbau zu studieren. Dort wurde er Mitglied im ATV Dresden.

Am 18. August 1914 wurde er zu seinem alten Eisenbahn-Regiment 1 einberufen. Er hatte sich aber schon Anfang August 1914 für die Fliegertruppen beworben. Seinem Gesuch wurde im November 1914 stattgegeben. Nachdem er am 9. Februar 1915 seine Pilotenprüfung und am 11. Februar die Feldpilotenprüfung bestanden hatte, versetzte man ihn in die Feldfliegerabteilung 10 bei Vrizy (Ardennes), wo er als Pilot diente. Wenig später wechselte er in die Feldfliegerabteilung 62, die bald darauf mit neuen Jagdflugzeugen vom Typ Fokker E.I ausgerüstet wurde. Es war der erste Flugzeugtyp mit Unterbrechergetriebe, das ein Schießen durch den Propellerkreis ermöglichte.

Für den Abschuss einer britischen Be2 Quirks am 1. August 1915 bei Vitry-en-Artois und die anschließende Gefangennahme der beiden Piloten erhielt er das Eiserne Kreuz I. Klasse. Im April 1916 erfolgte seine Beförderung zum Oberleutnant.

Abschuss[Bearbeiten]

Abschussstelle am Tag danach

Am 18. Juni 1916 patrouillierte Immelmann mit drei weiteren Piloten in einer Fokker E.III über der Front bei Annay. Von diesem Flug kehrte er nicht zurück. Zuerst vermutete man, dass das Unterbrechergetriebe versagt hätte und Immelmann seinen eigenen Propeller zerstörte, doch dies wurde später widerlegt. Immelmann starb durch Beschuss eigener Flugabwehr bei einem Luftgefecht zwischen Sallaumines bei Douai und Avion.[1] Sein Absturz geschah vor den Augen von Soldaten des Infanterie-Regiments „Lübeck“ (3. Hanseatisches) Nr. 162.[2]

Sein Tod löste Bestürzung und Trauer in Deutschland aus. Max Immelmann wurden insgesamt 15 Luftsiege zuerkannt. Er wurde nach einer großen Trauerfeier am 20. Juni 1916 auf dem Urnenhain Tolkewitz in seiner Heimatstadt beerdigt. 1928 erfolgte die Aufstellung einer von Peter Pöppelmann geschaffenen und heute noch vorhandenen Plastik an seinem Grab.[3]

Max Immelmanns Grab auf dem Urnenhain in Dresden-Tolkewitz.

Bedeutung[Bearbeiten]

Max Immelmann war ein ausgezeichneter Taktiker und ein exzellenter Flieger. Er war der Erste, der Angriffe aus der Sonne heraus flog, damit die Gegner ihn erst sehr spät erkennen konnten. Als erster Jagdflieger nutzte er die Möglichkeiten, im dreidimensionalen Raum zu manövrieren, um Höhe und Geschwindigkeit gegeneinander auszutauschen. Damit hatte er ein grundlegendes Prinzip der Luftkampftaktik entdeckt.

Das heute als Immelmann bezeichnete Kunstflugmanöver ermöglichte erstmals eine schnelle Umkehr der Flugrichtung im Luftkampf. Nach diesem Manöver ist auch die Fahrfigur Immelmann Loop bei Achterbahnen benannt, welche die gleiche Figur abfährt.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Nachwirken[Bearbeiten]

Zur Zeit des Nationalsozialismus zählte Immelmann mit zu den Personen, die von der nationalsozialistischen Propaganda als „Kriegshelden“ glorifiziert wurden. Dies schlug sich zum Beispiel in Denkmälern und Straßenbenennungen nieder, sowie der Verleihung des Traditionsnamens „Immelmann“ an das Sturzkampfgeschwader 2.

Heute ehrt das Taktische Luftwaffengeschwader 51 „Immelmann“ in Kropp / Jagel sein Andenken. Darüber hinaus wurden nach ihm zwei Kasernen der Bundeswehr benannt:

Schriften[Bearbeiten]

  • Max Immelmann: Meine Kampfflüge, August Scherl Verlag
  • Franz Immelmann (ed.): Max Immelmann The Eagle of Lille, Aviation Book Club / Hamilton (1932)
  • Max Immelmann: Immelmann, „Der Adler von Lille“. Hrsg. von Franz Immelmann. K. F. Koehler G. m. b. H., Jan. 1934

Literatur[Bearbeiten]

  • Zentralblatt der Bauverwaltung, 36. Jahrgang 1916, Nr. 51 (vom 25. Juni 1916), S. 352. (Nachruf)
  • William Heuer: Der Adler von Lille Max Immelmann, Martin Boos Verlag, um 1916
  • Heinz Kraft: Immelmann, Max. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 10, Duncker & Humblot, Berlin 1974, ISBN 3-428-00191-5, S. 158 (Digitalisat).
  • Arch Whitehouse: Flieger-Asse 1914–1918. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1970, S. 402–406.
  • Altherrenbund des ATB (Hrsg.): 100 Jahre Akademischer Turnbund 1883–1983. Melsungen 1983, S. 190–191.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Max Immelmann – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsche Verlustlisten (Preußische Verlustliste Nr. 613) vom 22. August 1916, S. 14258: Feldfliegertruppe. Oblt. Max Immelmann – Dresden – tödlich abgestürzt.
  2. Otto Dziobek: Geschichte des Infanterie-Regiments Lübeck (3. hanseatisches) Nr. 162; erste Auflage 1922, Kapitel 7. Frühling 1916
  3. Siegfried Reinhardt: Als Fliegen noch ein Wagnis war. Zum 100. Jahrestag der Eröffnung des Flugplatzes Dresden-Kaditz. Engelsdorfer, Dresden, Leipzig 2012, S. 329
  4. Der Königlich Sächsische Militär-St. Heinrichs-Orden 1736–1918, Ein Ehrenblatt der Sächsischen Armee, Wilhelm und Bertha von Baensch-Stiftung, Dresden 1937, S. 91
  5. Der Königlich Sächsische Militär-St. Heinrichs-Orden 1736–1918, Ein Ehrenblatt der Sächsischen Armee, Wilhelm und Bertha von Baensch-Stiftung, Dresden 1937, S. 344