Max Perlbach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Max Perlbach (* 4. November 1848 in Danzig; † 18. Februar 1921) war ein deutscher Bibliothekar und Historiker.

Leben[Bearbeiten]

Max Perlbach wurde am 4. November 1848 in Danzig als Sohn eines Kaufmanns geboren. Als sein Vater starb, zog seine Mutter mit ihm nach Breslau. In Breslau wuchs er auf und besuchte dort von 1860 bis 1868 das Königliche Friedrichs-Gymnasium. Perlbach studierte Geschichte zunächst an der Universität Breslau und dann an der Universität Göttingen, wo er 1871 mit einer Dissertation über Die ältere Chronik von Oliva zum Dr. phil. promovierte.

Perlbach schlug die Laufbahn eines Bibliothekars an wissenschaftlichen Bibliotheken ein. Er arbeitete ab 1872 zunächst in Königsberg, dann ab 1876 in Greifswald und ab 1883 in Halle. Im Jahre 1903 wurde er Abteilungsdirektor der Katalogabteilung an der Königlichen Bibliothek Berlin. Zu Ende 1913 trat Perlbach in den Ruhestand. Er starb am 18. Februar 1921.

Leistungen[Bearbeiten]

Perlbachs eigentliche Leistungen liegen in der Erforschung der Geschichte Preußens. Er schrieb Beiträge zur Geschichte seiner von ihm so genannten „zweiten Heimat“ Schlesien. Vor allem aber forschte er über seine „erste Heimat“, das eigentliche Preußen (Westpreußen, Ostpreußen).

Im Jahre 1873 bestritt er mit seinem Aufsatz Die ältesten preußischen Urkunden kritisch untersucht die Echtheit des für die Entwicklung des Deutschen Ordens wichtigen Vertrages von Kruschwitz. Diese These, die seit 1980 als widerlegt gilt,[1] hatte bei polnischen Historikern großen Anklang gefunden.

Das von Perlbach erstellte und veröffentlichte Pommerellische Urkundenbuch ist noch heute die wesentliche Sammlung der Urkunden zur Geschichte Pommerellens.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Die Aeltere Chronik von Oliva (Dissertation). Göttingen 1871 (Volltext)
  • Die ältesten preußischen Urkunden kritisch untersucht. In: Altpreußische Monatsschrift. Band 10 (1873), S. 609–649.
  • Versuch einer Geschichte der Universitäts-Bibliothek zu Greifswald. 1. Heft. L. Bamberg, Greifswald 1882. (Digitalisat in der Digitalen Bibliothek Mecklenburg-Vorpommern)
  • Pommerellisches Urkundenbuch. Bertling, Danzig 1881–1916. (Neudruck: Scientia, Aalen 1969)
  • Das Totenbuch des Prämonstratenserinnen-Klosters Zuckau bei Danzig. Quellen und Darstellungen zur Geschichte Westpreußens, Nr. 5. Danzig 1908. (Neudruck: Nicolaus-Copernicus-Verlag, Münster 2008, ISBN 3-924238-39-1)

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Arno Mentzel-Reuters: Max Perlbach als Geschichtsforscher. In: Preußenland. Band 45 (2007), ISSN 0032-7972, S. 39–53. (dort auch vollständiges Schriftenverzeichnis Perlbachs mit 106 Titeln)

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Max Perlbach – Quellen und Volltexte

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Arno Mentzel-Reuters: Max Perlbach als Geschichtsforscher. In: Preußenland. Band 45 (2007), ISSN 0032-7972, S. 47, unter Verweis auf Gerard Labuda: Die Urkunden über die Anfänge des Deutschen Ordens im Kulmerland. In: Josef Fleckenstein (Hrsg.): Die geistlichen Ritterorden Europas. Sigmaringen 1980, S. 299–316.