Max Weber (General)

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Max Weber, manchmal auch Max von Weber[1] (* 27. August 1824 in Achern; † 15. Juni 1901 in Brooklyn) war ein badisch-amerikanischer Offizier und Beamter sowie General der Nordstaaten im Sezessionskrieg

Badischer Offizier und Revolutionär[Bearbeiten]

Weber wurde am 27. August 1824 in Achern im Großherzogtum Baden geboren. Er besuchte die Militärakademie Karlsruhe, schloss diese 1843 ab und wurde anschließend Leutnant in der Großherzoglich-Badischen Armee. Im Zuge der Badischen Revolution 1849 schloss er sich den Aufständischen an und diente in der von Franz Sigel angeführten Badischen Revolutionsarmee. Nachdem die Revolution durch Truppen des Deutschen Bundes niedergeschlagen worden war, emigrierte Weber in die Vereinigten Staaten.

Der Sezessionskrieg[Bearbeiten]

Weber ließ sich in New York nieder, wo er das Hotel Konstanz betrieb. Bei Ausbruch des Sezessionskrieges 1861 stellte er ein Freiwilligenregiment auf, das zunächst als Turner Rifles bezeichnet wurde, im Mai 1861 dann jedoch als 20. Infanterieregiment in den Dienst des Staates New York aufgenommen wurde.[1] Weber wurde als Oberst der erste Kommandeur des Regimentes. Im August 1861 nahm sein Regiment an einer amphibischen Expedition teil, die zur Einnahme von Fort Hatteras in North Carolina führte.[2] Am 28. April 1862 wurde er zum Brigadegeneral befördert und befehligte in der Folge eine Brigade im Wehrbereich Virginia und im VII. Korps, das in Südvirginia stationiert war. Im September 1862 erhielt Weber eine Brigade im II. Korps (Potomac-Armee) und führte diese in die Schlacht von Antietam.[3][4] Weber konnte sich dabei in den Augen seines Vorgesetzten William H. French auszeichnen, der ihn in seinem offiziellen Bericht über die Schlacht hervorhob und lobte.[5]Weber wurde dabei jedoch schwer verwundet, sein Arm blieb in der Folge gelähmt. Er konnte erst ab Ende 1863 wieder beschränkt Dienst tun und blieb zunächst in Washington D.C..[1]

Im April 1864 erhielt er den Befehl über die Reservedivision des Wehrbereichs West-Virginia, die in Harpers Ferry stationiert war.[3] Kommandeur des Wehrbereiches West-Virginia war Generalmajor Franz Sigel, der wie Weber aufgrund der badischen Revolution emigriert war. Sigel wurde am 15. Mai 1864 in der Schlacht bei New Market geschlagen und in der Folge als Kommandeur des Wehrbereiches durch David Hunter ersetzt. Sigel übernahm den Befehl über die Reservedivision, Weber war zuständig für alle Truppen der Division, die zwischen dem Monocacy und dem Sleepy Creek disloziert waren.[6] Im Zuge der Offensive des konföderierten Generals Jubal Early im Juli 1864 erhielt Weber den Befehl über die Verteidigungstruppen in Harpers Ferry.[7] Weber sah sich gezwungen, die Stadt zu räumen, konnte aber unterstützt durch Sigel eine neue Linie auf den Maryland Heights östlich der Stadt errichten und blockierte dadurch den direkten Weg nach Washington.[8]

Weber blieb bis Oktober 1864 im Befehl über Truppen in Maryland. Am 13. März 1865 schied er aus dem Armeedienst aus und wurde am selben Tag zum Brevet-Generalmajor ernannt. Diese Ernennung wurde aber offenbar nicht vom Senat bestätigt.[3]

Nach dem Krieg[Bearbeiten]

Weber blieb auch nach dem Ende seiner Armeelaufbahn in Diensten der Vereinigten Staaten: Er wurde zunächst amerikanischer Konsul in Nantes[1]. Anschließend arbeitete er von 1870–72 als Steuereinschätzer in New York, Präsident Ulysses S. Grant ernannte ihn daraufhin zum Steuereinnehmer für New York. Diese Stellung bekleidete Weber, bis er 1883 in den Ruhestand ging.[2] Er starb am 15. Juni 1901 in Brooklyn und wurde auf dem The Evergreens Cemetery beigesetzt.[1][9]

Literatur[Bearbeiten]

  • Weber, Max in Appleton's Cyclopaedia of American Biography, online verfügbar auf wikisource
  • Eicher, John H. und Eicher, David J., Civil War High Commands, Stanford University Press, 2001, ISBN 0-8047-3641-3.
  • United States. War Dept.: The War of the Rebellion: a Compilation of the Official Records of the Union and Confederate Armies, Govt. Print. Off., Washington 1880–1901, 128 Bde. (hier online)
  • Warner, Ezra J., Generals in Blue: Lives of the Union Commanders, Baton Rouge: Louisiana State University Press, 1964, ISBN 0-8071-0822-7.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. a b c d e Warner, Generals in Blue, S. 546f.
  2. a b Eintrag zu Weber in Appleton's Cyclopaedia of American Biography
  3. a b c Eicher und Eicher: Civil War High Commands, S. 558
  4. Webers Brigade bestand aus drei Infanterieregimentern, dem 1. Delaware, 5. Maryland und 4. New York, siehe Schlachtordnung der Potomac-Armee bei Antietam
  5. Official Records, Band 19, Teil 1, S. 324
  6. Official Records, Band 37, Teil 1, S. 572 [1]
  7. Official Records, Band 37, Teil 2, S. 547 [2]
  8. Benjamin Franklin Coolidge: Jubal Early's Raid on Washington, Paperback-Ausgabe, University of Alabama Press, Tuscaloosa 2007, S. 26 und 37
  9. Grabstätte von Max Weber