Max Zimmering

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Max Zimmering (Mitte) im Jahr 1967 mit Alfred Kurella (links)

Max Zimmering (* 16. November 1909 in Pirna; † 15. September 1973 in Dresden) war ein deutscher Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten]

Max Zimmering wurde als einer von drei Söhnen eines Uhrmachers in Pirna in Sachsen geboren. Ab 1914 lebte er bei einem Onkel in Dresden, da der Vater zum Militär eingezogen wurde und die Mutter krankheitshalber nach Wien übersiedeln musste. Von 1916 bis 1921 besuchte er in Dresden die Volksschule, 1921 bis 1924 das Wettiner Gymnasium (bis zur Quarta) und von 1925 bis 1930 die Oberrealschule in Dresden-Johannstadt. Dort legte er auch das Abitur ab. Vom 10. bis zum 18. Lebensjahr war er Mitglied der jüdischen Jugendbewegung (Wanderbund Blau-Weiß und Pfadfinderbund Kadimah). 1928 wurde er Mitglied der Gewerkschaft und trat dem Kommunistischen Jugendverband Deutschlands bei. Seit dieser Zeit war er auch schriftstellerisch tätig. Zuerst schrieb er für die Arbeiterpresse („Arbeiterstimme“, Dresden; „AIZ“, Berlin; „Die Rote Fahne“, Berlin usw.) Gedichte, kurze Prosaarbeiten und Glossen.

Er war Agitpropleiter im KJVD in Dresden-Altstadt und später in Dresden-Johannstadt. Im gleichen Jahr trat er der Jüdischen Arbeiter- und Angestelltenjugend (JAAJ), der Revolutionären Gewerkschafts-Opposition (RGO) und der Internationalen Roten Hilfe bei.

Aus Anlass des 10. Jahrestages der Gründung der Kommunistischen Jugendinternationale wurde er im November 1929 Mitglied der KPD. Im gleichen Jahr trat er dem Bund proletarisch-revolutionärer Schriftsteller bei, dessen Mitglied er bis 1933 war.

1930 erhielt Max Zimmering einen Lyrikpreis beim Wettbewerb der „Linkskurve“, der Zeitschrift des Bundes proletarisch-revolutionärer Schriftsteller, für sein Gedicht „Das Fließband“. Wegen dieses Gedichtes und seiner Mitarbeit als Arbeiterkorrespondent bei linken Zeitungen drohte ihm als Oberprimaner kurz vor den Abschlussprüfungen die Relegation, der Zimmering, anders als sein jüngerer, gleichzeitig gemaßregelter jüdischer Jugend-Genosse und Freund Helmut Weiß am König-Georg-Gymnasium, entging, weil nicht genügend Beweise vorlagen, dass er wirklich der Autor einiger unter „M.Z.“ oder „Mix“ veröffentlichter revolutionärer Gedichte war.

Nach dem Abitur begann er eine Lehre als Schaufensterdekorateur bei der Firma Tietz (vermutlich Hermann Tietz = Hertie). Nach zwei Jahren wurde er wegen gewerkschaftlicher Arbeit entlassen. 1932 fand er Arbeit bei der Firma Wohlwert (Woolworth) in Dresden, wurde aber bereits nach einem halben Jahr wieder entlassen, da er den Zentralverband der Angestellten zugunsten der Verkäuferinnen mobilisiert hatte. Nunmehr arbeitslos, beschäftigte er sich intensiver mit dem Schreiben. Ab 1933, nach der Machtergreifung der Nazis arbeitete er illegal weiter für die KPD. Mitte 1933 musste er nach Paris emigrieren. 1934 fuhr er weiter nach Palästina. Dort arbeitete er in der illegalen KP Palästinas. 1935 ging er nach Prag und wurde dort Mitarbeiter der „Deutschen Volkszeitung“, der „Volksillustrierten“, der „Internationalen Literatur/Deutsche Blätter“, Moskau, der „Roten Fahne“, Prag und einiger weiterer tschechischer Blätter. Nach dem Abschluss des Münchener Abkommens musste er ein neues Asyl suchen. So kam er im März 1939 nach England und lebte dort in Oxford und später in London.

1940 beschloss die britische Regierung, alle männlichen deutschen Emigranten als „feindliche Ausländer“ zu internieren. So unternahm Max Zimmering eine „Unfreiwillige Weltreise“, die er später in seinem gleichnamigen Buch beschrieb. Sie führte ihn vom Camp Huyton bei Liverpool über New South Wales und Victoria in Australien zurück nach England auf die Isle of Man. Dank der Bemühungen des P.E.N. und fortschrittlicher Parlamentsabgeordneter wurde er im November 1941 aus der Internierung entlassen.

Nach seiner Rückkehr nach London wurde er Redakteur der „Freien Deutschen Kultur“ in London, einer Monatsschrift des Freien Deutschen Kulturbundes in Großbritannien, dem er als Exekutivmitglied angehörte. Außerdem arbeitete an den antifaschistischen Emigrationszeitschriften „Internationale Literatur“ und „Das Wort“ (beide Moskau), „Deutsche Volkszeitung“ und „Rote Fahne“ (beide Prag), „Freies Deutschland“, (Mexiko) und „Freie Tribüne“, (London) mit. Weiterhin nahm er an der Arbeit der Emigrationsgruppe der KPD teil, gehörte dem London Centre des P.E.N. und dem Deutschen internationalen P.E.N in London an und war Mitglied der Freien Deutschen Bewegung in London.

Grab Max Zimmerings auf dem Dresdner Heidefriedhof

1946 konnte er durch die Hilfe von Egon Erwin Kisch mit einem tschechoslowakischen Repatriantentransport nach Dresden zurückkehren.

Hier wurde er 1946 Mitglied der SED, des FDGB und des Kulturbundes. 1949 bis 1953 war er Landesvorsitzender der VVN Sachsen, 1950 bis 1952 Abgeordneter im Landtag Sachsen, anschließend bis 1958 Abgeordneter im Bezirkstag des Bezirks Dresden. Von 1952 bis 1956 war Zimmering 1. Vorsitzender des Deutschen Schriftstellerverbands im Bezirk Dresden, 1956 bis 1958 1. Sekretär des Deutschen Schriftstellerverbands in Berlin. Von 1958 bis 1964 arbeitete er als Direktor des Instituts für Literatur „Johannes R. Becher“ in Leipzig.

1963 wurde Zimmering Kandidat des ZK der SED.

Ab 1964 bis zu seinem Tod lebte er als freischaffender Schriftsteller in Dresden. 1968 erhielt er den Kunstpreis der DDR und 1969 den Nationalpreis der DDR. Max Zimmering starb 1973 in Dresden. Sein Grab befindet sich auf dem Heidefriedhof. Er ist der Großvater des Schauspielers Ron Zimmering, ein Großonkel der Schauspielerin Esther Zimmering und des Schauspielers David Zimmering.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Die Jagd nach dem Stiefel. (1932 Erstfassung unveröff., 1936 zuerst tschechisch veröff., 1953 überarbeitete deutsche Erst-VÖ)
  • Buttje Pieter und sein Held. (1951)
  • Phosphor und Flieder. Vom Untergang und Wiederaufstieg der Stadt Dresden. (1954)
  • Begegnung mit Majakowski. (1955)
  • Die unfreiwillige Weltreise. (1956)
  • Der gekreuzigte Grischa. (1962)
  • Rebellion in der Oberprima. (1962)
  • Li und die roten Bergsteiger. (1967)

posthum:

  • Wegstrecken (Gedichte). (1974)
  • Lied von Finsternis und Licht. Gedichte und Nachdichtungen 1928-1973. (1986)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Max Zimmering – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien