Max von Sydow

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Max von Sydow (2005)
Max von Sydow (1992)

Max von Sydow, gebürtig Carl Adolf von Sydow[1] (* 10. April 1929 in Lund), ist ein schwedischer Schauspieler mit deutsch-pommerscher Abstammung und seit 2002 französischer Staatsangehörigkeit. Max von Sydow wurde durch seine Mitwirkung in Filmen von Ingmar Bergman international bekannt und zählt zu den profiliertesten internationalen Charakterdarstellern.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Sein Vater Carl Wilhelm von Sydow war Professor für Ethnologie und skandinavische und irische Volksmusik an der Universität Lund, seine Mutter Maria von Sydow (geb. Freiin Greta Rappe) arbeitete als Schullehrerin. Über seine Kindheit ist wenig bekannt.

Von Sydow besuchte die Kathedralschule in Lund, wo er Mitbegründer einer Theatergruppe war und erste schauspielerische Erfahrungen sammelte. Während seiner Schulzeit lernte er Englisch und Deutsch. Von 1948 bis 1951 wurde er am Königlichen Dramatischen Theater („Dramaten“) in Stockholm zum Schauspieler ausgebildet. Unter der Regie von Alf Sjöberg hatte er 1949 sein Filmdebüt in Bara en Mor (Nur eine Mutter).

1955 zog von Sydow nach Malmö, wo er Ingmar Bergman kennenlernte. Durch die Verbindung mit Bergman wurde von Sydow international bekannt. Zunächst arbeiteten sie am Stadttheater Malmö zusammen, später bei mehreren Filmen. 1957 erlebte von Sydow mit dem historischen Filmdrama Das siebente Siegel seinen internationalen Durchbruch. In den Filmen Schande, Die Stunde des Wolfs und Passion spielte er unter Bergmans Regie an der Seite von Liv Ullmann.

Während sich seine Arbeit bis dahin auf den skandinavischen Raum beschränkt hatte, willigte er 1965 erstmals ein, in einer amerikanischen Produktion die Hauptrolle zu übernehmen. Dabei handelte es sich um die Rolle des Jesus in Die größte Geschichte aller Zeiten von George Stevens. Danach lebte er mit seiner Familie eine zeitlang in Los Angeles. Mitte der siebziger Jahre zog er nach Rom und wirkte in zahlreichen italienischen Filmproduktionen mit. Daneben war er auch weiterhin regelmäßig in Hollywood-Produktionen, zuweilen in Rollen als deutscher Offizier des Zweiten Weltkriegs zu sehen.

Erwähnenswert ist seine Rolle des Priesters in dem Film Der Exorzist wie auch des Blofeld in dem James-Bond-Film Sag niemals nie. Weitere Rollen übernahm er u.a. in Filmen wie Die drei Tage des Condor, Flash Gordon, Conan der Barbar, In einer kleinen Stadt und Minority Report. In dem Film Hamsun von Jan Troell verkörperte er 1996 den norwegischen Schriftsteller Knut Hamsun. Trotz seiner Mitwirkung in zahlreichen Actionfilmen bevorzugt er bei seiner Rollenauswahl Dramen wie Pelle, der Eroberer, für das er 1989 eine Oscar-Nominierung als bester Hauptdarsteller erhielt.

Bei der Darstellung vieler seiner Rollen wird von Sydow von der Filmkritik Charisma und eine archaische Kraft zugeschrieben. Seine hagere Gestalt und seine als knorrig beschriebene Stimme [2] verstärken diesen Eindruck. In dieser Hinsicht entfaltete er eine große Wirkung bei seiner ersten Zusammenarbeit mit Bergman in Das siebente Siegel als Kreuzritter Antonius Block während eines Schachspiels gegen den Tod. Seine markante Stimme wurde außerdem durch zahlreiche Werbefilme, seit neuestem auch durch Computerspiele, bekannt.

Seine deutsche Synchronstimme ist bis auf einige Ausnahmen überwiegend Jürgen Thormann.

Am 29. April 2014 wurde bekannt, dass von Sydow zum Darsteller-Ensemble im 7. Teil der Star-Wars-Saga gehört.[3]

Privatleben

Max von Sydow war von 1951 bis 1996 in erster Ehe mit der Schauspielerin Christina Olin (auch als Kjerstin oder Kerstin Olin bekannt) verheiratet, mit der er zwei Söhne hat. Nach seiner Scheidung heiratete er 1997 die französische Dokumentarfilmerin Catherine Brelet; die beiden lernten sich bei den Dreharbeiten zum Fernsehfilm Die Bibel – Salomon kennen, an dessen Produktion Max von Sydow als Schauspieler, Catherine Brelet als Assistentin des Regisseurs Roger Young mitwirkte. Seit diesem Zeitpunkt ist Catherine Brelet ausschließlich die persönliche Assistentin ihres Ehemannes. 2002 nahm er die französische Staatsbürgerschaft an. Seinen Wohnsitz hat von Sydow in Paris. Seine Sommerferien verbringt er in einem Ferienhaus auf der schwedischen Ostseeinsel Gotland.[4]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Max von Sydow (1989)
Auszeichnung Jahr Kategorie Film Ergebnis
Oscar 1988 Bester Hauptdarsteller Pelle, der Eroberer Nominiert
2012 Bester Nebendarsteller Extremely Loud & Incredibly Close Nominiert
Bodil 1988 Bester Hauptdarsteller Pelle, der Eroberer Gewonnen
1997 Bester Hauptdarsteller Hamsun Gewonnen
Emmy Award 1990 Outstanding Supporting Actor in a Miniseries or Special Red King, White Knight Nominiert
European Film Awards 1988 Bester Schauspieler Pelle, der Eroberer Gewonnen
Genie Awards 2008 Beste Nebenrolle Emotional Arithmetic Nominiert
Golden Globe Awards 1966 Best Actor Drama Hawaii Nominiert
1973 Beste Nebenrolle Der Exorzist Nominiert
Guldbagge 1988 Bester Schauspieler Pelle, der Eroberer Gewonnen
1989 Beste Regie Ved vejen Gewonnen
1997 Bester Schauspieler Hamsun Gewonnen
Kansas City Film Critics Circle Awards 1975 Beste Nebenrolle Die drei Tage des Condor Gewonnen
Robert 1988 Bester Hauptdarsteller Pelle, der Eroberer Gewonnen

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Max von Sydow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Max von Sydow, Encyclopædia Britannica Online, 30. März 2009
  2. Andreas Kilb: „Wolfsauge: Max von Sydow wird achtzig“, FAZ, 9. April 2009, mit Bilderstrecke
  3. Starwars Episode VII, Casting.
  4. „Schauspieler Max von Sydow wird 80“, Kleine Zeitung, 9. April 2009
  5. http://www.fernsehserien.de/der-letzte-zivilist