Maximilian Florian

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Die Revolution, 1934/35

Maximilian Florian (* 20. Dezember 1901 in Klagenfurt; † 24. Jänner 1982 in Klosterneuburg[1]) war ein österreichischer Landschafts-, Stillleben- und Porträtmaler.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Obwohl ein nicht zu übersehendes Zeichentalent bereits in der Kindheit zutage trat, konnte Maximilian Florian, vor allem bedingt durch eine Krankheit seines Vaters, nicht studieren, sondern musste als Lehrling in ein Lebensmittelgeschäft eintreten. Auf Grund seiner zarten Konstitution hielt er diese Lehre aber nicht durch und so wechselte er im Jahre 1916 ins Goldschmiedhandwerk über.

Nach dem Ersten Weltkrieg freundete sich Florian mit dem Kärntner Maler Ernst Riederer an, der ihn förderte und ihm ein Stipendium an der Akademie der bildenden Künste in Wien verschaffte. So studierte Florian in den Jahren von 1922 bis 1930 unter Karl Sterrer und Rudolf Bacher.

Im Jahre 1934 war Florian Augenzeuge der Februarkämpfe. Unter diesen Eindrücken schuf er ein Schlüsselbild der österreichischen Zwischenkriegszeit, nämlich Die Revolution. Es zeigt die Verteidigung des Engelshofes, also eines Wiener Gemeindebaues am Herderplatz in Wien-Simmering durch Einheiten des Schutzbundes.[2] Die „Revolution“ wird von einer Frau im roten Kleid dargestellt, die von einem Sterbenden von hinten umklammert und in den hinteren Bildraum gezogen wird, wo weitere Tote und Verwundete liegen. Das Gemälde befindet sich heute in der Dauerausstellung des Heeresgeschichtlichen Museums (Saal „Republik und Diktatur“) in Wien.

Maximilian Florian malte Landschaften, Stillleben, Figurenkompositionen und Porträts, wobei er sich stilistisch an den expressiven Realismus des Herbert Boeckl, einen der Hauptvertreter der österreichischen Moderne, anschloss. Regine Schmidt schreibt im Katalog zur Florian-Ausstellung 1990 in der Österreichische Galerie über die Stilleben des Malers: „Eine Verbindung von Akt und Stilleben findet sich im ‚Liegenden Akt' von 1930 (eigentlich: Das rote Bett, Anm.), der im Flächigen und dem dominierenden Rot an Matisse gemahnt, in der Lösung des ruhenden Aktes an sicherem Können einem Kolig nicht nachsteht: gewagt setzt Florian Rot, Gelb, Blau und Grün zueinander, Blau vor allem als Kontur verwendend.“ Und weiter: „Ebenfalls aus dem Jahre 1932 stammt das kleinformatige Bild Stilleben mit Pfeife’, das nichts von Wiegele, dafür aber die Kraft von Van Gogh hat. Demus (Otto Demus, Anm.) schreibt über dieses Bild mit dem raffiniert gewählten Bildausschnitt: ‚Ganz auf Kontur und Flächenwirkung gestellt ist das folgende Bild, ein Stilleben mit kurzer Pfeife. Die farbigen Flächen sind sauber abgewogen und in ruhiger Ordnung ausgebreitet. Hier kommt dem Maler sein auf die Fläche gerichtetes dekoratives Talent zustatten’“.[3] Der Expressionismus des Maximilian Florian zeigt Alter und Tod mit der gleichen Eindringlichkeit wie jener des Herbert Boeckl. Vor allem die Ölfarbe und die Technik der Ölmalerei spielte für Florian von Beginn an eine tragende Rolle. Er schuf aber auch Aquarelle, Zeichnungen und Plastiken. Weiters beschäftigte er sich mit Kunsthandwerk, u. a. mit der Herstellung von Marionetten.

Florian beschickte zahlreiche Ausstellungen, u. a. in Wien (1945), die II. Internationale Schau sakraler Kunst in Triest (1966), vielfache Ausstellungen in Klagenfurt (u. a. 1967 und 1971 im Künstlerhaus Klagenfurt). Weiters stellte er 1981 im Historischen Museum der Stadt Wien 1981 einige Werke aus.

Florian wurde für seine Leistungen vielfach ausgezeichnet, so erhielt er u. a. den Österreichischen Staatspreis für Grafik (1935). Am 16. Dezember 1971 erhielt er die Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Silber. Für sein großformatiges Abendmahl wurde von Papst Paul VI. mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Bilder Maximilian Florians besitzen u.a. die Graphische Sammlung der Albertina, die Österreichische Galerie, die Sammlung Leopold, die Sammlung Hans Dichand und die Sammlung Dr. L. Pressburger in Los Angeles, Kalifornien.“.[4] Als der mit Florian befreundete Jurist und Sammler Dr. Pressburger nach Amerika emigrierte, tauschte er ein Hammerklavier der Firma Johann Fritz, das einst Franz Grillparzer gehört hatte und auf dem auch Ludwig van Beethoven gespielt haben soll, gegen einige Bilder Florians.[5], [6]

Maximilian Florian hatte zwei Söhne, Ernst und Paul[7], und eine Tochter, Henriette Florian, die ebenfalls Künstlerin wurde.[8]

Werke (Auszug)[Bearbeiten]

  • Die Revolution, 1934/35, Öl auf Leinwand, ca. 90×70 cm, Heeresgeschichtliches Museum, Wien
  • Der Brand des Stephansdomes 1945, 1960, Öl auf Leinwand, ca. 110×170 cm, Heeresgeschichtliches Museum, Wien
  • Stilleben mit Pfeife, 1932, Öl auf Leinwand, 45x40 cm, bez. li. u.: Florian 32, re. u.: Wien, Sammlung Florian, Wien
  • Das rote Bett, 1930, Öl auf Leinwand, 54x82 cm, bez. li. u.: M Florian 1930, Sammlung Florian, Wien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Erich Tromayer: Maximilian und Henriette Florian, Katalog zur Ausstellung, Eigenverlag, Wien, 2008.
  2. Manfried Rauchensteiner, Manfred Litscher (Hrsg.): Das Heeresgeschichtliche Museum in Wien. Wien 2000, S. 77
  3. Regine Schmidt: Maximilian Florian 1901-1982, Katalog zur 146. Wechselausstellung der Österreichischen Galerie, S. 7-11, Österreichische Galerie Wien 1990.
  4. Regine Schmidt: Maximilian Florian 1901-1982, Katalog zur 146. Wechselausstellung der Österreichischen Galerie, S. 7-11, Österreichische Galerie Wien 1990.
  5. persönliche Auskunft der Tochter Henriette Florian.
  6. Hanns Egghardt, WIENERIN, Mai 1988, S. 95-99.
  7. persönliche Auskunft der Tochter Henriette Florian.
  8. Heinrich Fuchs: Die österreichischen Maler des 20. Jahrhunderts. Band 1: A-F. Wien 1985, S. K 209 f.

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinrich Fuchs: Die österreichischen Maler des 20. Jahrhunderts. Band 1: A-F. Wien 1985, S. K 209 f.
  • Manfried Rauchensteiner, Manfred Litscher (Hrsg.): Das Heeresgeschichtliche Museum in Wien. Wien 2000, ISBN 3-222-12834-0, S. 77.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Maximilian Florian – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien