Max von Forckenbeck

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Max von Forckenbeck
Forckenbeck als Student, 1841
Die Führer der Secessionisten (aus: Die Gartenlaube 1880), Max von Forckenbeck ganz unten

Maximilian (Max) Franz August von Forckenbeck (* 23. Oktober 1821 in Münster; † 26. Mai 1892 in Berlin) war ein deutscher Jurist, Politiker, Oberbürgermeister von Breslau und von 1878 bis 1892 Berliner Oberbürgermeister. Er gilt als einer der bedeutendsten Oberbürgermeister Berlins, weil er durch seine umsichtige und sparsame Führung viel für die Berliner und ihre Stadt erreichte.

Leben[Bearbeiten]

1821 wurde Max von Forckenbeck als Sohn einer münsterländischen Familie geboren. Ab 1838 studierte er Rechtswissenschaft an der Hessischen Ludwigs-Universität Gießen. 1840 wurde er im Corps Teutonia Gießen aktiv.[1] Als Inaktiver wechselte er an die Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin.

Ab 1842 war er zuerst als Referendar und ab 1847 als Assessor am Glogauer Stadtgericht tätig. Als Präsident des liberalen Glogauer Konstitutionellen Vereins seit 1848 wurde er 1849 vom Preußischen Justizministerium für die ostpreußische Stadt Mohrungen als Rechtsanwalt zugelassen. Bis 1859 arbeitete er zugleich als Stadtverordneter und Vertreter der Stadt beim Kreistag. 1859 wurde er als Mitglied der liberalen Fraktion in das Preußische Abgeordnetenhaus gewählt und versuchte dort von Anfang an eine liberale Partei zu konstituieren. Am 13. Januar 1861 trennen sich die „Fraktion Forckenbeck“ und die „Fraktion Vincke“. Forckenbeck gründet die Deutsche Fortschrittspartei.

1861 schaffte Forckenbeck es in den Ausschuss des Deutschen Nationalvereins, dem er 1859 beigetreten war. Während des preußischen Verfassungskonfliktes 1862 bis 1866 versuchte er, als führendes Mitglied der Fortschrittspartei, dem offenen Konflikt mit Otto von Bismarck aus dem Weg zu gehen. Aufgrund seiner umsichtigen Bemühungen um Verständigung wurde er von 1866 bis 1873 Präsident des preußischen Abgeordnetenhauses und von 1874 bis 1879 zum Reichstagspräsidenten. Zeitgleich gründete Max von Forckenbeck mit anderen die Nationalliberale Partei und wurde am 8. Juli 1872 zum Oberbürgermeister der Stadt Breslau gewählt.

Ab 1873 war Forckenbeck Mitglied des Preußischen Herrenhauses und wurde am 26. September 1878 mit einer überwältigenden Mehrheit zum Berliner Oberbürgermeister gewählt. 1879 widmete er sich ausschließlich seiner Tätigkeit als Bürgermeister und legte das Amt des Reichstagspräsidenten nieder. Während seiner Amtszeit widmete sich Forckenbeck vor allem der Reform des Schulwesens und dem Ausbau der städtischen Infrastruktur. So wurde zum Beispiel während seiner ersten Amtszeit die Kanalisation und Wasserversorgung der Stadt verbessert und das Verkehrsnetz ausgebaut. Außerdem ließ er die hygienischen Verhältnisse in der Stadt verbessern und in der Stadt zahlreiche Erholungsmöglichkeiten schaffen, zum Beispiel den Viktoriapark in Kreuzberg. Des Weiteren machte sich Forckenbeck für die Privatisierung städtischer Sektoren stark. So wurde ein Großteil der Berliner Straßenbeleuchtung durch private Unternehmen gewährleistet.

Alle diese Verdienste führten dazu, dass Forckenbeck 1890 wiedergewählt wurde. Während seiner zweiten Amtszeit versuchte er vor allem das Verhältnis zwischen staatlicher und städtischer Verwaltung zu verbessern und strebte die Eingemeindung der Berliner Vororte an, die er selbst nicht mehr erlebte. Am 26. Mai 1892 starb Max von Forckenbeck in Berlin an den Folgen einer Lungenentzündung. Sein Grab befand sich auf dem evangelischen Nikolaikirchhof.

Städtische Ehrungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

  • Der General-Bericht der Budget-Kommission erstattet von den Abgeordneten von Forckenbeck. Hermann, Berlin 1865
  • Die Reichstagswahl in Elberfeld-Barmen. Graf von Bismarck, Max von Forckenbeck, Dr. von Schweitzer. Ein Beitrag zur Geschichte der Parteien im Wupperthal. Lucas, Elberfeld 1867
  • Antwort des Oberbürgermeisters von Berlin auf die Angriffe des Reichskanzlers. Gustav Schade, Berlin 1881 (Rede des Oberbürgermeister Dr. von Forckenbeck am 30. April 1881)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kösener Korps-Listen 1910, 58, 20

Literatur[Bearbeiten]

  • Max von Forckenbeck, Präsident des Preussischen Abgeordnetenhauses. Biographie mit Portrait. Jonas, Berlin 1867
  • Hermann Robolsky: Die Deutsch-Freisinnigen : Eugen Richter, Heinrich Rickert, Professor Hänel, Professor Virchow, Max von Forckenbeck, Freiherr Schenk von Stauffenberg, Ludwig Bamberger, Ludwig Löwe, Professor Mommsen. Renger, Leipzig 1884 (Der Deutsche Reichstag von H. Wieramann Teil 1)
  • Heinrich Steinitz: Max von Forckenbeck. Oberbürgermeister von Berlin. Ein Lebensbild. Jubiläumsausgabe zum 70. Geburtstag. Mickisch, Berlin 1891
  • Martin Philippson: Max von Forckenbeck. Ein Lebensbild. Dresden / Leipzig Reißner 1898 (Männer der Zeit. Lebensbilder hervorragender Persönlichkeiten der Gegenwart und jüngsten Vergangenheit 6)
  • Hermann Oncken: Forckenbeck, Max von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 48, Duncker & Humblot, Leipzig 1904, S. 630–650.
  • Erich AngermannForckenbeck, Maximilian (Max) Franz August von. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 5, Duncker & Humblot, Berlin 1961, ISBN 3-428-00186-9, S. 296–298 (Digitalisat)
  • Helmut Steinsdorfer: Max von Forckenbeck (1821–1892) : zum 100. Todestag des Abgeordneten, Parlamentspräsidenten, Oberbürgermeisters von Breslau und Berlin. In: Historische Mitteilungen. Hrsg. im Auftrage der Ranke-Gesellschaft, Vereinigung für Geschichte im Öffentlichen Leben. Steiner, Stuttgart 1993, Bd. 6. S. 75–95

Weblinks[Bearbeiten]