Maximilianstraße (München)

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Maximilianstraße (gesehen vom Max-Joseph-Platz, links das Nationaltheater), um 1900…
…und im März 2006

Die Maximilianstraße ist eine der vier städtebaulich bedeutenden Prachtstraßen Münchens aus dem 19. Jahrhundert, neben der Brienner Straße, der Ludwigstraße und der Prinzregentenstraße.

Die Gestaltung des Straßenzuges, dessen Bau 1852 begonnen hatte, ist das Werk des Architekten Georg Friedrich Christian Bürklein, der sich durch den Bau des Münchner Hauptbahnhofes einen Namen gemacht hatte. Die Straßenbauarbeiten wurden von dem Ingenieur Arnold von Zenetti geleitet, während sich Carl von Effner für die Bepflanzung verantwortlich zeigte.

Der Architekturstil, der Elemente verschiedener Stilepochen wie Neogotik und Renaissance vereint, stieß auf viel Kritik, macht die Maximilianstraße jedoch für München städtebaulich einzigartig. Seit den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts hat sich der Bereich zwischen Altstadtring und Nationaltheater den Ruf einer mondänen und exklusiven Einkaufsmeile erworben.

Lage und Verlauf[Bearbeiten]

Maximilianeum von der Maximilianstraße gesehen, 2006

Die Maximilianstraße beginnt am Max-Joseph-Platz (Münchner Residenz) und verläuft absolut gerade in südöstlicher Richtung zur Isar. Kurz vor dem Altstadtring weitet sie sich zu einem Forum aus, überquert den Altstadtring (Thomas-Wimmer-Ring/Karl-Scharnagl-Ring) und führt sich in neuer Breite bis zur Isar fort, zu der sie zusammen mit ihren Grünanlagen mit parkähnlicher Bepflanzung einen fließenden Übergang sucht. Anschließend überquert die Maximiliansstraße auf der Maximiliansbrücke die Isar samt Praterinsel und endet vor dem Maximilianeum, das auch ihr optischer Abschluss ist.

Die östliche Fortsetzung der Maximilianstraße, die „Umrundung“ des Maximilianeums, wird Max-Planck-Straße genannt. Die kurze westliche Verlängerung über den Max-Joseph-Platz hinweg heißt Perusastraße.

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits 1850 begann König Maximilian II. mit einem Architektenwettbewerb für sein geplantes, aber nie realisiertes Projekt eines Athenäums auf dem Gebiet des heutigen Max-Weber-Platzes mit den Planungen. Dabei wollte der Sohn König Ludwigs I. nicht nur seine städtebauliche Erweiterungsvorstellungen, die sich zum Teil erheblich von den Vorstellungen seines Vaters abweichen, unterstreichen; vielmehr sollte Maximilian II. damit seinen konsequenten Willen demonstrieren, einen neuen Architektur-Stil, eine Mischung verschiedener Stilepochen unter Dominanz der englischen Neugotik und der Skelettbau-Idee der Architektur des 19. Jahrhunderts, zu bewirken.

Die Maximilianstraße 6–8 im 19. Jahrhundert mit der Blendfassade und den Münzarkaden.

Bewusst wurde eine neue Entwicklungsachse Richtung Osten gewählt, die auf keine Vorgängerin aufbauen konnte und keine Rücksicht auf die gewachsenen Strukturen der Altstadt nahm. Im Zwickel zum damaligen Königlichen Münzamt, einem Bau aus dem 16. Jahrhundert, der sich noch vollständig am Verlauf der zweiten Münchner Stadtmauer orientiert, wird das Aufeinandertreffen der beiden städtebaulichen Strukturen besonders deutlich. Aufgrund der Enge des verbleibenden Raumes zwischen dem Münzamt und den in den Jahren 1857 bis 1863 errichteten Neubauten an der Maximilianstraße 6–8 wurde von Bürklein als Besonderheit zwischen zwei Ecktrakten ein vorgetäuschtes balkonartiges Gesims mit Blendfassade ausgeführt. Hinter dieser von Figuren bekrönten Arkadenfront verbarg sich ab 1859 der Münzgarten in dessen Mitte ein Brunnen stand.[1][2] Seit dem 20. Jahrhundert wurde der ehemalige Gartenbereich als Parkplatz genutzt.

Das Maxmonument von Caspar von Zumbusch, um 1900 …
… und im April 2007

Während der Max-Joseph-Platz vor der Residenz noch ganz klassizistisch durch Ludwig I. geprägt ist, beginnen bereits nach dem Palais Toerring-Jettenbach (heute Postamt München 1, auch Hauptpost oder Residenzpost genannt) die Neubauten. Um die Straßenbreite bis zum Max-Joseph-Platz durchzuführen, wurden 1854 Nebengebäude des Nationaltheaters abgerissen. Erster Neubau war das Hotel Vierjahreszeiten (1856–1858). Eine Vollendung der Maximiliansstraße auf der gesamten Länge erlebte Maximilian II. nicht mehr. Die beiden letzten Gebäudekomplexe kurz vor der Maximiliansbrücke wurden nach seinen Tod erbaut: Das Gebäude des Wilhelmsgymnasiums, ältestes Gymnasium der Stadt und damals Pagenerziehungsanstalt des Hauses Wittelsbach, wurde unter seinen Sohn König Ludwigs II. im Neorenaissancestil (Carl Leimbach, 1875–1877) errichtet; das Nachbargrundstück zwischen Sternstraße und Widenmayerstraße und das auf südlich gegenüberliegende Grundstück wurde erst um 1890 unter Prinzregent Luitpold bebaut.

Im Zweiten Weltkrieg wurden die Gebäude der Straße schwer beschädigt, beim Wiederaufbau wurden zunächst in erster Linie die Fassaden rekonstruiert. Das Grundstück Maximilianstraße/Ecke Marstallplatz war noch bis 2002 Halbruine. Ende der 1960er Jahre wurde der Altstadtring durchgebrochen, der den Charakter des Forums zerstörte. Dieser Durchbruch war im Gegensatz zu anderen Maßnahmen des Projektes „Stadtumbau“ umstritten: Eine Unterfahrung der Maximiliansstraße in einem Tunnel hatte etwa genauso viele Befürworter wie Gegner.

Ende der 1980er Jahre wurden mit den Eckgebäuden an Thomas-Wimmer- und Karl-Scharnagl-Ring der Altstadtring-Durchbruch gemildert. 2005 wurde im Zuge der Neugestaltung des Marstallplatzes die Halbruine Maximilianstraße/Ecke Marstallplatz entkernt und die Fassade rekonstruiert.

Einkaufsstraße[Bearbeiten]

Viele internationale Einzelhandelsunternehmen, insbesondere aus der Mode- und Schmuckbranche haben in der Maximilianstraße eine Filiale, wie Chopard, Cartier, Giorgio Armani, Dolce & Gabbana, Etro, Fendi, Versace, Tod´s, Loro Piana, Salvatore Ferragamo , Dior, Valentino Chanel, St. Laurent, Stone Island, Ralph Lauren, Jil Sander, Escada, Hugo Boss, Gucci, Montblanc, Jimmy Choo, Pomellato, und Bulgari.[3] Traditionelle Läden, Restaurants und Galerien wurden dabei zunehmend verdrängt.

Verkehr[Bearbeiten]

Das Westende der Maximilianstraße am Max-Joseph-Platz

Im östlichen Teil zwischen Max-Joseph-Platz und Altstadtring übernimmt die Maximilianstraße die Funktion einer Sammelstraße für die umliegenden Bereiche und als Zubringer zur Tiefgarage des Nationaltheaters. Verkehrsberuhigte Zonen und Einbahnstraßen verhindern den Durchgangsverkehr in andere Teile der Innenstadt. Die östliche Hälfte der Maximilianstraße ist eine stark beanspruchte Verbindung zwischen Altstadtring, Lehel, Haidhausen und den Hauptstraßen entlang der Isar.

Der öffentliche Verkehr ist vor allem durch die Trambahn-Linie 19 geprägt, die als eine der wichtigsten West-Ost-Linien Münchens die Maximilianstraße auf der gesamten Länge durchfährt. Am Maxmonument und der gleichnamigen Haltestelle kreuzt sie die Linie 18. Die U-Bahn mit den Linien 4 und 5 verkehrt etwa parallel zur Maximilianstraße; nächstgelegene U-Bahnhöfe sind Odeonsplatz (auch U3 und U6) und Lehel.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Erasmus Graf von Deroy von Johann Halbig

Staatliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Museum[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

Schulen und Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Denkmäler[Bearbeiten]

Trivia[Bearbeiten]

Der norwegische Schriftsteller, Henrik Ibsen (1828–1906), lebte in der Maximilianstraße 32 von 1885 zu 1891. Seine Frau, Suzannah Daae Ibsen (1836–1914), lebte in der Wohnung bis 1895.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Klaus Gallas: München. Von der welfischen Gründung Heinrichs des Löwen bis zur Gegenwart: Kunst, Kultur, Geschichte. DuMont, Köln 1979, ISBN 3-7701-1094-3 (DuMont-Dokumente: DuMont-Kunst-Reiseführer).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Maximilianstraße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Michael Petzet, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege (Hrsg.): Denkmäler in Bayern. Band 1, Teil 1, Landeshauptstadt München. Oldenbourg, München 1985, ISBN 3-486-52391-0, S. 248.
  2. Katharina Blohm, Winfried Nerdinger (Hrsg.): Architekturführer München. Reimer, Berlin 1994, ISBN 3-496-01120-3, S. 6.
  3. http://www.shops-muenchen.de/strasse/muenchen/m/innenstadt/maximilianstr/einkaufen.html
  4. Nora Große-Harmann: Ohne Kitsch und Plüsch. Süddeutsche.de, Februar 2008, abgerufen am 26. Dezember 2012.

48.13805555555611.585833333333Koordinaten: 48° 8′ 17″ N, 11° 35′ 9″ O

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