Maynard V. Olson

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Maynard Victor Olson (* 2. Oktober 1943 in Washington, D.C.)[1] ist ein US-amerikanischer Genetiker an der University of Washington, in Seattle, Washington.

Leben[Bearbeiten]

Olson erwarb nach dem Studium am California Institute of Technology (Caltech) in Pasadena, Kalifornien, 1970 bei dem späteren Nobelpreisträger Henry Taube an der Stanford University in Stanford, Kalifornien, einen Ph.D. in Chemie. Zunächst erhielt Olson eine Professur (Assistant Professor) für Chemie am Dartmouth College in Hanover, New Hampshire.

Während eines Sabbatjahres an der University of Washington, in Seattle, Washington wandte sich Olson der Genetik zu. 1979 erhielt er eine Professur für Genetik an der Washington University in St. Louis, Missouri. Seit 1992 ist Olson wieder an der University of Washington in Seattle, wo er Professuren für medizinische Genetik und Informatik (Computer Science) innehat.

Wirken[Bearbeiten]

Olson untersucht Hefen als genetisches System. Ihm gelangen mit Ben Hall in Seattle bahnbrechende Arbeiten zur tRNA von Hefen. Unter anderem war er einer der ersten Anwender des Restriktionsfragmentlängenpolymorphismus. Olson hat Instrumente entwickelt, um mittelgroße Genabschnitte (zwischen 103 und 106 Basenpaaren) mittels physikalischer (Orthogonal field alternation gelelectrophoresis, OFAGE), biologischer (Yeast Artificial Chromosome, YAC) und sequenzanalytischer (sequence-tagged sites, STS) Methoden zu charakterisieren und eine hochauflösende physikalische Genkarte des Genoms von Saccharomyces cerevisiae zu erstellen. Olsons Ergebnisse spielen eine zentrale Rolle in Projekten zu Genomanalyse und schufen die Grundlage zur Organisation des Humangenomprojekts, an dem er in leitender Funktion für das Genome Research Institute der National Institutes of Health (NIH) beteiligt war.

Neuere Arbeiten befassen sich mit den genetischen Änderungen, die das Bakterium Pseudomonas aeruginosa währendes oft jahrzehntelangen Befalls von Patienten mit zystischer Fibrose (CF) durchmacht und die letztlich oft zum Tode des Patienten führen. Olson setzt sich dafür ein, dass die Ergebnisse genetischer Forschungen in den Besitz der Allgemeinheit kommen.

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. American Men and Women of Science: Physical and Biological Sciences, Bd. 5, Bowker 1986, S. 774
  2. Genetics Society of America. 1992 Records, Proceedings and Reports. (PDF, 1,1 MB) bei princeton.edu; abgerufen am 26. Juni 2011
  3. Maynard V. Olson BS, PhD bei der Gairdner Foundation (gairdner.org); abgerufen am 15. Dezember 2012
  4. Book of Members 1780–present (PDF; 461 kB) bei der American Academy of Arts and Sciences (amacad.org); abgerufen am 6. Oktober 2011
  5. 2007 Gruber Genetics Prize bei gruberprizes.org; abgerufen am 26. Juni 2011